Tangofilm-Nacht mit Tangobar und Milonga im Kino Breitwand Schloss Seefeld

 

defensa-1464-poster

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Freitag, den 31. März 2017 laden wir anlässlich der 25. Langen Tangonacht ins Kino Breitwand Schloss Seefeld und zeigen diesmal den Dokumentarfilm “Defensa 1464des äquadorianischen Filmemachers David Rubio in der spanischsprachigen Originalfassung mit englischen UntertitelnUnd danach laden wir wie immer in die Lounge zur Tangobar-Milonga, mit der Möglichkeit, dort selbst zu tanzen.

 

 

Programm, Zeiten, Ticket-Reservierung und Adresse

Um 19.30 Uhr zeigen wir den Film Defensa 1464 von David Rubio.
ab ca. 21.15 Uhr: Tango-Tanzen in der Lounge, mit einer Einführung von Ralf Sartori, Tango à la carte. Die Milonga dauert bis ca. 12 Uhr

Und es gibt auch wieder einen Büchertisch/ mit Vorstellung des im Dezember 2014 beim Allitera Verlag erschienenen Band 1 der ersten Tango-Buchreihe weltweit, mit dem Titel Tango Global (mehr dazu unter http://tango-a-la-carte.de/tango-buecher/tango-argentino-berlin-buch-trilogie) sowie des im April 2016 erschienenem Band 2 (mehr darüber unter http://tango-a-la-carte.de/tango-buecher/tango-argentino-berlin-buch-trilogie/tango-berlin-band-2) und dem im November 2015 in überarbeiteter Neuauflage erschienenem Taschenbuch Tango – Die Essenz/ Eine Annäherung mit 49 Maximen für den tanzenden Eros, ebenfalls bei Allitera (mehr darüber unter http://tango-a-la-carte.de/tango-buecher/tango-global-buch-ausgaben/tango-global-sonderbaende).

Adresse: Schlosshof 7, 82229 Seefeld-Hechendorf

Tickettpreis: 12 Euro (für Kinobesuch und den Tangotanzabend mit kurzer Einführung für AnfängerInnen)

Eine Kartenreservierung für diese Sonderveranstaltung im Kino Breitwand Schloss Seefeld wird dringend empfohlen unter Tel: 08152/98 18 98 oder unter Mail: seefeld@breitwand.com

 

Unsere dazu zeitnahen Tango-Workshoptermine im Alten Bahnhof in Steinebach (mit S-Bahn-Anschluß vor der Tür) zur Vor- und Nachbereitung der Tangobar

Sie haben aber keinen Tanzpartner? Kein Problem.

Denn durch mein neues Unterrichtskonzept können Sie sofort einsteigen und Tango Argentino auch ohne Tanzpartner erlernen: mehr dazu unter http://tango-a-la-carte.de/tango-muenchen-das-muenchener-tangoangebot/tango-starnberger-see-starnberg-gauting-schloss-seefeld/tango-lernen-ohne-partner

Wer sich auch diesmal wieder auf unsere Tangobar im Kino als Neueinsteiger etwas gründlicher vorbereiten möchte, um dort mittanzen zu können, oder nach dieser Tangofilm-Tanzbar-Nacht Lust bekommt, Tango Argentino weitergehend zu erlernen, kann Ersteres am Donnerstag, den 30. März 2017 und Zweiteres am Donnerstag, den 6. April 2017 in meinem Tango-Unterrichtsraum im Alten Bahnhof (Kultur-Bahnhof) Steinebach mit direktem S-Bahn-Anschluß vor der Tür (mehr dazu unter http://tango-a-la-carte.de/tango-muenchen-das-muenchener-tangoangebot/ammersee-tango/tango-argentino-alter-bahnhof-steinebach-woerthsee).

Diese Anfänger-Workshops dauern jeweils von 19.00 bis 20.30 UhrUnd zu beiden Terminen gibt es noch freie Plätze.

Zudem bietet sich die Möglichkeit, nach einem solchen Einstiegs-Workshop in meine Tango-Unterrichtsgruppe einzusteigen, ebenfalls immer donnerstags im Alten Bahnhof in Steinebach, von 20.45 bis 22.15 Uhr.

Ausführliche Infos zu diesen Angeboten finden Sie unter: http://tango-a-la-carte.de/tango-unterricht/tango-starnberger-see-starnberg-gauting-schloss-seefeld. Oder interessieren Sie sich für unsere Unterrichtsangebote via Hausbesuch mit flexibler Termingestaltung? Erfahren Sie mehr dazu unter http://tango-a-la-carte.de/tango-unterricht/tango-to-go-landsberg-ammersee-herrsching.

Gerne beraten wir Sie ausführlich, wie Sie am besten Ihren persönlichen Zugang finden können, Tango zu erlernen. Direkt erreichen Sie Ralf Sartori unter Mail: nymphenspiegel@aol.com, telephonisch, unter 089/ 56 48 37 oder 0172/ 827 55 75.

 

 

Und nun zum Film 

Defensa 1464, ein Dokumentarfilm von David Rubio

Defensa 1464, ein Dokumentarfilm von David Rubio

Defensa 1464, ein Dokumentarfilm von David Rubio, Ecuador-Argentina 2010, mit 70 Minuten in spanischer Originalfassung mit englischen Untertiteln.

Dieser Film ist zwar kein Tangofilm im eigentlichen Sinne, er nimmt jedoch Bezug auf dessen Umfeld, das seiner räumlichen und zeitlichen Entstehung. Dabei setzt er sich mit der Thematik des hohen schwarzen Bevölkerungsanteils, etwa eines Drittel aller Einwohner von Buenos Aires, im 19. Jahrhunderts auseinander, sowie mit der Leugnung oder Unkenntnis dieser Tatsache bei weiten Teilen der argentinischen Bevölkerung, auch heute noch. Damit knüpft er thematisch an den bereits in dieser Reihe gezeigten Film “Tango negro” an, in welchem der angolanische Filmemacher Dom Pedro den schwarz-afrikanischen Wurzeln in der Tango-Musik nachspürt.

Szene aus Defensa 1464

Szene aus Defensa 1464

Zum Inhalt: Um 1810 waren noch ein Drittel aller Bonarenser afrikanischer Herkunft, obgleich es offiziellerweise stets hieß, Argentiniens endlose Weite sei ein Land großer Chancen für Massen an Zuwanderern aus Europa, mit Buenos Aires als kosmopolitisches Zentrum im Stile von Paris. So wurde und wird die argentinische Geschichte auch heute noch dargestellt, nämlich ohne Afrikaner, oder als eine, in der diese bequemer- und rätselhafterweise einfach irgendwann verschwanden. In Wahrheit aber wurden sie in den blutigsten Krieg der lateinamerikanischen Geschichte geschickt, in dem Argentinien gegen Paraguay kämpfte, und so weiter.

Filmemacher David Rubio

Filmemacher David Rubio

Defensa 1464 beschreibt auch den Kampf einer Frau, darum, diese Geschichte neu zu erzählen, und verwebt darin sechs weitere Geschichten von Afro-ArgentinerInnen, die uns an den Erinnerungen und Überlieferungen ihrer Großeltern teilhaben lassen.

Freda, eine Äquadorianerin mit afrikanischer Abstammung, gründete ein Kultur-Zentrum (Defensa 1464), stets vom möglichen Rauswurf bedroht, da ihr Vermieter das Gas und den Strom über ein Jahr lang abgestellt hatte. In dieser Zeit entdeckte sie dort einen Tunnel, der von Sklaven im 18. Jahrhundert genutzt wurde. Darin schuf sie ein Museum, in dem sie zu Veranstaltungen lädt, in welchen die afro-argentinische Geschichte gefeiert wird.

Im Film gibt es eine sehr berührende Stelle, in welcher sie sagt, dass sie ihre Ahnen dort fühlen kann und ihren Wunsch, ihre Vergangenheit ans Licht zu holen. Ralf Sartori

English-Version: In 1810, a third of Buenos Aires was African. Still, the received, albeit simplistic, narrative – placing the Argentine expanse as a land of opportunity for Europe’s masses and Buenos Aires as the cosmopolitan center (a la Paris) – maintains the Argentine story as a narrative sans Africans, or, one in which Africans conveniently disappeared (‘They were all sent to the war with Paraguay,’ etc.). Defensa 1464 chronicles one woman’s struggle to amend that narrative, while weaving together the stories of six more Afro-Argentines “telling the stories their grandparents told them.”  Freda, an Ecuadorian woman of African descent, founded a cultural center (Defensa 1464), and, while threatened with eviction – her landlord cut her gas and electricity for over a year – found a tunnel used by slaves in the 18th century. She made a museum there, and began putting together events celebrating Afro-Argentine history.

 

 

 

Zur Tangofilm-Tangobar-Reihe unter dem Motto Tango im Kino: Film und Tanzen auf Schloss Seefeld

Die lange Tangonacht im Breitwand Kino Schloss Seefeld

Die lange Tangonacht im Breitwand Kino Schloss Seefeld

Zum Auftakt einer langfristig angelegten Reihe von Tangofilmen,

die im Kino Breitwand Schloss Seefeld in Verbindung mit unserer jeweils daran anschließenden Tangobar-Milonga bisher gezeigt wurden, starteten wir mit dem Film Mittsomernachtstango am 29. November 2013. Da dieses Angebot vom Publikum sehr gut angenommen wurde, haben sich unsere Tangonächte mit Tangofilm, Tangobar und -Tanz längst zu einer festen Institution auf Schloss Seefeld entwickelt.

Seitdem finden diese alle acht Wochen, immer am letzten Freitag im Zwei-Monatsrhythmus, dort statt. Das werden wir aufgrund des anhaltend regen Zuspruchs auch beibehalten.

 

Die Tangobar im Kino

Die Tangobar im Kino

Zusätzlich aber laden wir von Freitag, dem 28. Oktober 2016 an mit derselben Veranstaltungsreihe ins neu eröffnete Breitwandkino Gauting,

dies gleichfalls im Zwei-Monatsrhythmus, jedoch immer zeitlich um einen Monat versetzt. Dadurch finden unsere Langen Tangonächte mit Tangofilm, Tangobar und -Tanz ab dem 30. September 2016 jeden Monat am letzten Freitag statt: immer abwechselnd auf Schloss Seefeld und in Gauting. Dabei ist es unser Anspruch, jeden Monat – solange wie möglich – eine andere Tangoproduktion zu zeigen, sei es als Spiel- oder Dokumentarfilm.

Die nächste Lange Tangonacht im Breitwandkino Gauting

finden Sie mit ausführlicher Filmbeschreibung unter dem Link http://tango-a-la-carte.de/tango-muenchen-das-muenchener-tangoangebot/tangofilm-nacht-mit-tangobar-und-milonga-im-neuen-kino-breitwand-gauting.

Sämtliche Tangonächte, die in beiden Kinos bisher stattgefunden haben, finden sich, jeweils mit ausführlicher Filmbeschreibung, im gemeinsamen Veranstaltungsarchiv auf dieser Seite nach der Überschrift „Zu den bisherigen Veranstaltungen und Filmen dieser Reihe“ dokumentiert.

 

 

Um unseren regelmäßigen Veranstaltungs-Newsletter zu abonnieren

wenden Sie sich bitte an Mail: nymphenspiegel@aol.comDort können Sie sich in den Adreßverteiler eintragen lassen und erhalten so sämtliche Informationen zu unseren Tango-Angeboten am Ammersee einmal monatlich per Mail zugesandt. Direkt erreichen Sie Ralf Sartori telephonisch, unter 089/ 56 48 37 oder 0172/ 827 55 75.

 

 

Zu den bisherigen Veranstaltungen und Filmen dieser Reihe

Am Freitag den 29. November 2013 eröffneten wir auf Schloss Seefeld diese Veranstaltungsreihe mit dem Film Mittsommernachtstango, der im Sommer desselben Jahres auf dem Fünf-Seen-Filmvestival (http://www.fsff.de) gezeigt wurde und den als Filmpate zu sponsern, wir dort die Ehre hatten.

Mittsommernachtstango

Mittsommernachtstango

Mittsommernachtstango: Deutschland 2012, 82 Min., FSK ab 12 Jahren, Regie: Viviane Blumenschein 
Ein Film über das Zusammentreffen zweier Tango-Kulturen, ihrer immensen Unterschiede aber auch verblüffenden Gemeinsamkeiten, über das Zusammentreffen und die Begegnungen außergewöhnlicher Künstler-Persönlichkeiten auf beiden Seiten. Drei Argentinier reisen nach Finnland, um dem Finnischen Tango und der Tangoleidenschaft der Finnen auf den Grund zu gehen. Die Finnen haben einen skurrilen Humor und redselig werden sie erst nach dem dritten Bier – und auch das nicht unbedingt. Sie vermeiden unnötigen Small Talk und sie lieben den Tango. Der berühmte finnische Filmregisseur Aki Kaurismäki, der selbst den szenischen Prolog zu diesem Film hält, bezeichnet den Tango als einzige Möglichkeit der kontaktscheuen Finnen, einander näher zu kommen, das gewährleiste die Fortpflanzung. Er geht sogar so weit, zu behaupten, die Finnen hätten den Tango erfunden, wie selbstverständlich auch den Wiener Walzer. Und nur weil die Finnen so gutmütig und bescheiden sind, dulden sie diesen Raub kultureller Urheberschaften…

Finnischer Tango

Finnischer Tango

Der Tango soll also ursprünglich aus Finnland kommen? Diese Aussage ist charmant und zeugt von großer Leidenschaft, ist aber noch zu beweisen. Denn die drei argentinischen Tangueros können dieses Gerücht nicht auf sich sitzen lassen und begeben sich auf die Suche nach den Wurzeln dieser melancholischen finnischenVolksmusik. Ein Film über diese Leidenschaft. Ein sehr poetisches und humorvolles Roadmovie von großer Tiefe und enormem Gehalt.

 

 

Freitag, den 31. Januar zeigten wir auf Schloss Seefeld den Film Tango Lesson/ Gb/Fr 2007, 101 Min., FSK ab 12 Jahren, Regie: Sally Potter, Haupt-Darsteller: Sally Potter und Pablo Veron.

Der Film beschreibt die Romanze zwischen einer Drehbuchautorin und Regisseurin namens Sally und dem professionellen Tango-Tänzer Pablo. Daneben ist er eine Hommage an den traditionellen Tango Argentino. Auf einer Tango-Show in Paris lernt Sally, die gerade mit der Arbeit an einem neuen Drehbuch ins Stocken gerät, den Tangotänzer Pablo Verón kennen. Sie beschließt, bei ihm Tanzstunden zu nehmen. Durch unumgängliche Reparaturarbeiten in ihrem Haus ist die Regisseurin dazu gezwungen, für einige Wochen aus ihrer Wohnung auszuziehen. Sie reist nach Buenos Aires und nimmt dort Tanzunterricht. Bei ihrer Rückkehr nach Paris merkt Pablo den Unterschied sofort. Nach und nach erlebt Sally den Eintritt in eine neue Welt. Erste Tanzversuche in einer Milonga, neue Schuhe mit den für Tango Argentino typischen extrem hohen Absätzen und schließlich der erste, schwierige Auftritt mit Pablo Verón in einer Tango-Show, die die aufkeimende Sympathie zwischen beiden fast zerstört. Sally plant einen Film mit Pablo in der Hauptrolle, da ihr ihre ursprüngliche Drehbuchidee nicht mehr gefällt. Über das Verhalten in Tangokreisen, in denen der Mann traditionell dominiert, und beim Filmen, welches Sallys Territorium ist, geraten beide in Streit. Nach einer längeren Trennung kommt Sally beim Betrachten eines Gemäldes auf den Gedanken der Versöhnung, den Pablo annimmt. Sie treffen sich mit Sallys Tanzlehrern in Buenos Aires. Die Suche nach einem Drehort verläuft stockend. Sally wird ihren Film ohne die benötigten Gelder drehen. Tanzend verschwindet das Paar in der letzten Einstellung aus dem Blickfeld des Betrachters. Nach Wikipedia.

Ein tiefgehender Tangofilm, der in philosophisch poetischer Weise in den Mikrokosmos des Tango Argentino eintaucht und diesen in berührender Weise dem Zuschauer erfahrbar macht.

 

 

Film-Szene aus Cafe de los Maestros

Film-Szene aus Cafe de los Maestros

Freitag, den 28. März 2014 zeigten wir auf Schloss Seefeld den Film Cafe de los MaestrosArgentinien/USA/Brasilien 2008, 90 Min., Regie: Miguel Kohan.
Der Tango ist nicht einfach nur ein Tanz. Am Rio de la Plata ist der Tango eine Lebenseinstellung. Der argentinische Schriftsteller Macedonio Fernández hat einmal gesagt: „Tango ist die einzige Angelegenheit, die wir mit Europa niemals diskutieren werden.“
Der Tango gehört zu Argentinien, insbesondere zu Städten wie Buenos Aires, Montevideo und Rosario, wo der Tango weitaus mehr ist als bloß ein nostalgisches Echo der Vergangenheit. Viele große alte Männer – und Frauen – des Tangos leben hier und sie treten immer noch auf, manche von ihnen seit nahezu 80 Jahren. Der Film stellt einige dieser Ausnahme-Musiker vor, darunter Schöpfer des klassischen Repertoires, Begründer unterschiedlicher Stile und Schulen sowie Mitglieder von Orchestern, die in den 40er, 50er Jahren, dem „Goldenen Zeitalter des Tangos“, berühmt waren. Einige von ihnen sind seit langem international bekannt, andere gelten außerhalb Argentiniens immer noch als Geheimtipps. Der argentinische Komponist und Musiker Gustavo Santaollala (zweifacher Oscar-Preisträger für seine Filmmusik zu BROKEBACK MOUNTAIN und zu BABEL) dient dabei als Cicerone. Er macht die Zuschauer mit den Großmeistern des Tangos bekannt – mit dem Orchester-Leiter Leopoldo Federico, mit Lágrima Ríos und ihrem Gitarristen Aníbal Arias, dem unvergleichlichen Duo José Libertella und mit Luis Stazo. Ihre Darbietungen und die anderer Tangolegenden finden bei einem gemeinsamen Tangoabend im berühmten Teatro Colón von Buenos Aires einen unvergesslichen Höhepunkt.

 

 

Frühling im Herbst

Frühling im Herbst

Freitag, den 30. Mai 2014 zeigten wir auf Schloss Seefeld den Film “Frühling im Herbst”/ CH 2009, 91 Min., FSK ab 12 Jahren, Regie: Petra Volpe, Darsteller: Suly Röthlisberger, Hanspeter Müller-Drossaart, Pablo Aguilar, Therese Affolter, Ursula Andermatt.
Die verwitwete Leni Glanzmann ist Bäckerin, 55 Jahre alt, und eine pflichterfüllte Person. Gemeinsam mit ihrem schwermütigen Sohn betreibt sie die Dorfbäckerei in Reitnau, einem 1000 Seelen-Kaff im Aargau. Weder Mutter noch Sohn sind besonders glücklich dabei, aber es ist ein Traditionsbetrieb und so etwas gibt “man” nicht einfach auf. Beim Verlobungsessen ihrer Nichte Melanie steht eines Tages plötzlich eine Ex-Affäre von dieser vor der Haustür: Toni, ein 35jähriger Tanzlehrer aus Argentinien. Melanie lügt in der Not und stellt Toni kurzerhand als Bekannten von Leni vor und schon wird er bei der überrumpelten Tante einquartiert. Leni verliert nach und nach ihr Herz an den viel jüngeren Toni, auch wenn ihr das überhaupt nicht in den Kram passt. Aber die Liebe kennt nun einmal keine Gesetze…Eine wunderbare schweizer Komödie, mit viel Witz und einem bezaubernden Blick auf das Leben.

 

 

 

Tango Negro Filmbild

Tango Negro Filmbild

Freitag, den 25. Juli 2014 zeigten wir auf Schloss Seefeld den Film “Tango Negro”, FR 2014, 93 Min., Regie: Dom Pedro, erstmals im Rahmen des 8. Fünf-Seen-Filmfestivals, den wir in diesem Jahr

dort als Filmpate sponserten.

 

 

Filmplakat

Filmplakat

Beschreibung: Der angolanische Filmemacher Dom Pedro erforscht in diesem Film die afrikanischen Wurzeln und Ausdrucksformen des Tangos, deren Beitrag zu dessen Entstehung und kulturellen Schöpfung. Demnach widerspiegelte der Tango in seiner frühen Form auch das soziale Leben der Sklaven, die nach Südamerika – einschliesslich Argentinien und Uruguay – gebracht wurden, insbesondere aus dem ehemaligen Königreich Kongo. Der Autor und Regisseur Dom Pedro enthüllt dabei die Tiefe der afrikanischen Spuren in der Tango-Musik, in einer Verbindung von musikalischen Aufführungen und Interviews von Tango-Aficionados und Historikern aus Latein-Amerika und Europa – mit dabei, der argentinische Pianist Juan Carlos Caceres. (mit deutschen Untertiteln)

 

 

 

"Tangos" von Fernandos Solanas

"Tangos" von Fernandos Solanas

Freitag, den 31. Oktober 2014 zeigten wir auf Schloss Seefeld den Film “Tangos – El exilio de Gardel” von Fernando Ezequiel ‘Pino’ Solanas aus dem Jahr 1985. „Tangos” ist ein Film der Sehnsucht, des Tanzes, des Tangos, der Liebe und des Heimwehs. Eine vom Militärputsch 1976 wie Solanas ins Pariser Exil vertriebene argentinische Tanzgruppe probt in diesem Spielfilm eine Tanguedia, eine Mischung aus Tragödie und Komödie auf Basis des Tangos, Solanas selber tritt als «Angel» (Engel) auf. Die Inszenierung kommt wegen verschiedenster Schwierigkeiten zu keinem Abschluss. Musikalische Struktur und stilisierte Gestaltung ergeben einen ästhetisch eindrucksvollen Film, dessen Episoden durch hervorragende tänzerische und schauspielerische Leistungen und durch die betörende Tangomusik von Astor Piazzolla verklammert werden. «Tangos» wurde von Fernando Solanas noch im Exil gedreht, in das er vor der Militärdiktatur in seiner Heimat fliehen musste. Der Tango ist omnipräsent, nicht nur auf der Tonspur – Piazzollas unvergängliche Bandoneonklänge beschwingen auch das Bild. Die Kamera bewegt sich, als würde sie zum Tango antreten, gleitet, hält inne und fest. Sie lässt uns spüren, wie sehr da die Kunst und das Leben zu einem verschmelzen und am Seineufer oder in den Jugendstildekors von Paris ein Stück argentinischer Heimat evozieren. Wie kann man mit zuhause in Berührung kommen, ohne da zu sein, ist eine der zentralen Fragen. Und eine unmissverständliche Antwort lautet: Über die Kultur, über das, was uns verbindet und zusammenschweisst, selbst über grosse Distanzen hinweg. Und so ist denn „Tangos“ Augen- und ein Ohrenschmaus.

 

 

 

Filmbild aus dem Tangofilm von Simonetta Ross "Getanztes Verlangen"

Filmbild aus dem Tangofilm von Simonetta Ross "Getanztes Verlangen"

Freitag, den 9. Januar 2015 zeigten wir auf Schloss Seefeld den Film “Getanztes Verlangen” von Simonetta Rossi aus dem Jahr 2010. Getanztes Verlangen (“Ad occhi chiusi”), Italien: Tänzer aller Schattierungen, seien es große Maestros, lokale Tangolehrer, Vereinsvorstände und Milongabesucher drücken ihre Beobachtungen, Erfahrungen, Erkenntnisse aus. Diese Interviews und Gespräche wurden von der Regisseurin zusammen mit Tanzszenen sehr eindrucksvoll geschnitten, so dass eine dichte Atmosphäre an Eindrücken zum Tango entsteht. Es geht um die Herkunft des Tango und um Tango Nuevo, um Veränderung, um Beziehung, um Szene, um ausgelöste Katastrophen,…. und natürlich: um den Tanz. Der Film beeindruckt durch seine Schönheit, dem Spiel mit verschiedenen Tempi der Sequenzen und den verschiedenen Tangoenergien, die versucht werden, mit diesem Medium zu transportieren….

Simonetta Rossis Film ist mehr als eine Dokumentation über den Tango. Als anthropologische Forschungsreise zeigt sie auf, wie der Tanz Angstzustände und Einsamkeit heilen kann, und warum der Tango über argentinische Grenzen hinaus ganz verschiedene Kulturen und regionale Traditionen verbindet.

Welche Wirkung hat der Tango auf die soziale, psychologische und menschliche Ebene unserer Gesellschaft? Tänzerinnen und Tänzer, die ihr Leben dem Tango verschrieben haben, sprechen über ihre persönlichen Erfahrungen und ihre Leidenschaft für diesen faszinierenden Tanz. Anthropologen, Psychologen und Soziologen ergänzen diese Aussagen durch neueste wissenschaftliche Erkenntnisse. Die Dokumentation gleicht einer lehrreichen Spurensuche durch die Welt des Tangos und geht dabei den komplexen Mechanismen zwischengeschlechtlicher Beziehungen auf den Grund. Wie kein anderer Tanz inszeniert der Tango persönliche Identität, soziale Codes, kulturelle Klischees und das Spiel mit Verlangen und Verführung. Die Beziehung, die sich zwischen den Tanzpartnern entwickelt, ist spiritueller und mystischer, wenn nicht sogar religiöser Art. So entdeckt die junge italienische Künstlerin Rossana dank des Tangos ihre verlorene Weiblichkeit wieder. Nicola und Pietro dagegen finden im Tangoschritt die Kraft für den Kampf gegen ihre Krankheit. All diese leidenschaftlichen Geschichten rund um den Tango finden ihren Ausdruck in den Stimmen und den Gesichtern der Protagonisten der Dokumentation. Tanzlehrer, Profi-Tänzer, Gelehrte und Forscher versuchen auf ihre Art, die psychologischen und soziokulturellen Aspekte dieser mysteriösen Faszination zu verstehen.

Die italienische Filmemacherin Simonetta Rossi hat einen wunderbar dynamischen Film geschaffen, der durch authentische Statements, faszinierende Bildsprache und den mitreißenden Rhythmus des Tangos überzeugt – tiefgreifend und federleicht.

 

 

 

Filmbild aus "Man muss mich nicht lieben"

Filmbild aus "Man muss mich nicht lieben"

Man muss mich nicht lieben, FR 2005, 93 Min., Regie: Stéphane Brizé, Darsteller: Patrick Chesnais (Jean-Claude Delsart), Anne Consigny (Françoise), Georges Wilson (M. Delsart, le père de Jean-Claude): Von wegen Lebensfreude: Jean-Claude ist über 50 – und Gerichtsvollzieher. Pfändet und setzt Schuldner vor die Tür. Man liebt ihn nicht, versteht sich. Bis er sich aufrafft, einen Tango-Tanzkurs anzutreten …

Er trifft auf Francoise, die ihn verzaubert. Plötzlich fühlt er, was es heißt, allein zu sein – und wagt, schüchtern und leise zu hoffen. Doch Francoise steht vor der Hochzeit mit einem verhinderten Künstler. Tief ist die Verwirrung der Gefühle, in die sie Jean-Claudes wortloses Werben stürzt …

Weitere Pressestimmen:

Weitere Bilder aus dem Film

Weitere Bilder aus dem Film

Stephane Brize hat alles Offensichtliche und Vordergründige dieses Szenarios eliminiert. Er spürt dem Verdrängten und Verborgenen in den Gesten und Blicken nach und eröffnet mit seiner zärtlichen Zurückhaltung einen Raum für Menschen, die man unter normalen Umständen leicht übersieht.(SZ)
“Stephane Brizé gelingt mit seinem Spielfilmdebut ein kleines Wunder und große Kinokunst. Er zelebriert den Reiz des Schweigens, die Symbolik von Gesten, die Bedeutung von Blicken und serviert kein plattes Hollywood-Ending, sondern ein fantasievolles und offenes Ende. Man muss diesen sperrigen Menschen nicht lieben. Aber man tut es. Aus ganzem Herzen!” (BLICKPUNKT: FILM)

“Tango ist “cool” – die einzige Kategorie, die in der Pop-Kultur überhaupt noch Bestand hat. Am berührendsten ist der Tango bei gebrochenen Helden, den Nicht-Schönen und Nicht-Jungen, wie in dem französischen Spielfilm MAN MUSS MICH NICHT LIEBEN, für den die Musiker von “Gotan Project” den Soundtrack aufgenommen haben. Dort trifft man auf Jean-Claude, den schwermütigen Gerichtsvollzieher, und – natürlich – den Tango als seinen federleichten Lebensretter!” ZDF ASPEKTE

“Der umwerfende Charme, der aus emotionalen Wüsten sprudelt, kündigt sich schon im Titel an: MAN MUSS MICH NICHT LIEBEN – der ruppige Liebesfilm eines trockenen, alltagsstaubigen Romantikers. Selten wird das eingelöst, und noch seltener mit einer so speziellen Komik, der die Melancholie verwandter ist als der angeheiterte Witz. Brizé übt sich in einem Understatement, einer permanenten Untertreibung in blassgrauen Bildern und dürren Worten, die man eigentlich “britisch” nennen würde. Aufdringlich will dieser Film ums Verrecken nicht sein. Ob man ihn dafür gleich lieben muss? Ja warum eigentlich nicht?!” PLAYER “Ganz zart, eigentlich nur mit einer zärtlichen Berührung, entstehen Gefühle, blüht etwas auf, öffnet sich was, und am Ende steht: nur ein Lächeln und ein Tanz, ein Versprechen – oder mehr.” TAGESSPIEGEL

 

 

 

El Tango es una historia

El Tango es una historia

Freitag, den 24. April 2015 zeigten wir auf Schloss Seefeld den Film El Tango es una historia – Der Tango ist eine Geschichte, Mexiko 1983, OmU, 62 Min., Regie: Humberto Rios, Darsteller: Astor Piazzolla, Osvaldo Pugliese, Susana Rinaldi

„Der Tango ist die musikalische Vervielfältigung der argentinischen Geschichte“ – so heißt es. Er ist Geschichte – so zeigt es der Argentinier Humberto Rios in seinem Dokumentarfilm. Ursprünglich wollte er nur das erste Tango-Festival, das im Juni 1980 in seinem Exilland Mexiko stattfand, festhalten, vor allem drei der berühmtesten Vertreter der Tango-Musik, die dort auftraten: Osvaldo Pugliese, den Altmeister, Astor Piazzolla, den Erneuerer, und Susana Rinaldi, die vehementeste Stimme des Tangos. Aber die politischen Ereignisse im Argentinien der Militärs beeinflussten nicht nur die Auftritte der Künstler und ihre Statements, sondern auch die spätere filmische Form. Rios wollte keinen politischen Film über den Tango machen, und er wollte auch nicht die Geschichte des Tangos erzählen, sondern ›diese unglaubliche Musik‹ von Piazzolla, Pugliese und Rinaldi in den soziokulturellen und historischen Kontext einordnen, ihre Bedeutung als Produkt der Populärkultur beschreiben, als eines der Phänomene, durch das sich Argentinien bis heute definiert.

“Der echte Tango ist die Stimme des Volkes – er kommt aus dem Gefühl und erzählt Dinge aus dem Leben.” (Humberto Rios)

 

 

 

Finnischer Tango Filmplakat

Finnischer Tango Filmplakat

Freitag, den 26. Juni 2015 zeigten wir auf Schloss Seefeld den Film Finnischer Tango, Deutschland 2008, Regie: Buket Alakus, Drehbuch: Jan Berger, Marcus Hertneck, Darsteller: Christoph Bach, Fabian Busch, Mira Bartuschek, Nele Winkler.

Über den Film: Der Finnische Tango ist eine Variante des Tango Argentino mit absteigender Melodie, die häufig in Moll gespielt wird. Aki Kaurismäki setzt diese musikalische Spielart regelmäßig ein, um die lakonische Atmosphäre in seinen Filmen zu unterstreichen. In „Finnischer Tango“ von Buket Alakus, dient der Tango wiederum dazu, die Gemütsverfassung der Hauptfigur zu charakterisieren.

In der Tragikomödie “Finnischer Tango” lernt ein vagabundierender Aufschneider die Vorzüge von Herzlichkeit und Menschlichkeit kennen. Gespickt mit vielen überraschenden Ideen, erzählt Alakus in ihrem dritten Kinofilm eine herzerwärmende Geschichte. Daneben gefällt ihr Film durch seine starken Darsteller um Christoph Bach, Fabian Busch und Mira Bartuschek.

 

 

 

Kordula Hildebrandt stellt persönlich ihren Film im Breitwandkino Schloss Seefgeld vor

Kordula Hildebrandt stellt persönlich ihren Film im Breitwandkino Schloss Seefgeld vor

Freitag, den 31. Juli 2015 luden wir anlässlich der elften Langen Tangonacht und im Rahmen des Fünf Seen Filmfestivals 2015, ins Kino Breitwand Schloss Seefeld zum Film “Tango Pasión” der Berliner Filmemacherin Kordula Hildebrandtdie während der Vorführung auch persönlich anwesend war und die Fragen des Publikums beantwortete. Wir zeigten den Film Tango Pasiòn als offiziellen Beitrag des Fünf Seen Filmfestivals 2015, daher noch einige Wochen vor dem offiziellen Kinostart.

TANGO PASIÓN Filmplakat

TANGO PASIÓN Filmplakat

Über den Film: “Tango Pasión”, Dokumentation (Deutschland, 2015), Regie: Kordula HildebrandtDer Titel lässt unschwer erraten, dass es hier um jene Musik und Tanzerei geht, die gemeinhin unter dem Begriff des Tangos subsumiert werden. Doch der Dokumentarfilm von Kordula Hildebrandt fokussiert dabei nicht etwa auf den lateinamerikanischen Raum um Río de la Plata, wo der Ursprung dieser von schwelender Dramatik umwitterten künstlerischen Ausdrucksformen beheimatet ist, sondern konzentriert sich auf die deutsche Metropole Berlin und ihre dort ansässigen, einschlägigen Protagonisten, Veranstaltungen und Lokalitäten.

Tango Pasión bietet sowohl eine filmische Rekonstruktion der Geschichte als auch ein aktuelles Porträt dieser Tangomanie, basierend auf ausführlichen Interviews mit zahlreichen lokalen Akteuren.

Protagonisten

Protagonisten

So erlebt der Zuschauer die Berliner Tango-Welt emotionalisierend aus der persönlichen Perspektive ausgewählter Protagonisten wie Luis Stazo,Michael Rühl, Jorge Aravena Llanca mit seiner Frau Christiane, Brigitta Winkler, Juan-Dietrich Lange, Paco Liana, Stravaganza: Ulrike Schladebach & Stephan Wiesner, Constantin Rüger mit Lebensgefährtin, Lothar Staudacher, Fernando Miceli, W. „Chiche“ Nuñez, Lilli Keller, Jens-Christian Rawn, Janine Lange, Arno Luening, Rafael Busch, Anna Behmenburg, Tomas Barto, Mona Katzenberger y Carlos, Ute Vehse Zins, Liesl y Federico, Julia Heller y Gustavo Soaire, Fernando Zapata, Deutschlands einzig studierten Bandoneon-Bauer Klaus Gutjahr, Fernando Zapata und dem Contact- und Unterwasser Tango-Lehrer Javier Cura und seiner Tänzerin Tabea Bley.

Zwischen Experten-Interviews, Tänzen, die aus mehreren Perspektiven aufgenommen für sich stehen, Unterwassertango-Aufnahmen, Konzerten, und der dokumentierenden Beobachtung der Protagonisten gibt “Tango Pasión” seinen ganz eigenen Erzählrhythmus vor, der getragen wird von der Musik und einem eleganten warmtönigen Farbkonzept.
Ein Dokumentarfilm über Eleganz, Leidenschaft, Hingabe und das unstillbare Verlangen nach Anmut und lateinamerikansichem Paartanz. Ein „Feel-Good-Movie“ über die Faszination und Rezeption des Tango in Berlin.

Wer sich noch eingehender und breit gefächerter mit Tango Argentino in Berlin und der Berliner Tangoszene befassen möchte, dem sei, neben diesem Film, auch noch folgender Link auf dieser Seite empfohlen: http://tango-a-la-carte.de/tango-argentino-berlin-berliner-tangoszene.

 

 

 

Der letzte Applaus von German Kral

Der letzte Applaus von German Kral

Freitag, den 25. September 2015 zeigten wir auf Schloss Seefeld den Film “Der letzte Applaus”,  D/Arg/Jap 2008, 88 Min., FSK ab 12 Jahren, Regie: German Kral

“Der letzte Applaus” erzählt die bewegende Geschichte einer vergessenen Gruppe von gealterten Tangosängern aus Buenos Aires, die jahrelang in einer der berühmtesten Tangobars der Stadt aufgetreten sind, der “Bar El Chino” in Pompeya. Nachdem der Besitzer der Bar 2001 unter mysteriösen Umständen starb, wurde die Bar von seiner Witwe und ihrem neuen Partner übernommen. Ein paar Wochen später war dieser lebensfrohe Ort abgewirtschaftet und verödet.

“Der letzte Applaus” begleitet das Leben dieser vergessenen Tangosänger von 1999 bis 2007. Der Film zeigt ihren Kampf, sich während der größten Wirtschaftskrise Argentiniens ihr tägliches Brot zu verdienen, und die Sehnsucht nach ihrem größten Traum: noch einmal vor ihrem Publikum zu singen und ihren Applaus zu hören, vielleicht zum letzten Mal in ihrem Leben…

 

 

 

Freitag, den 27. November 2015 zeigten wir auf Schloss Seefeld den Film “Pichuco”, Argentinien 2014, in spanischer Sprache mit deutschen Untertiteln, Regie Martin Turnes, ein Dokumentarfilm über Anibal Troilo, und über junge Musiker, die sein Werk studieren. Pichucho, das ist der Spitzname von Anibal Troilo, einem der größten Musiker des Tango, Mentor und Förderer Astor Piazzollas, der in seinem Orchester als Banonionist gespielt hatte.

Pichuco Filmplakat

Pichuco Filmplakat

Ein Professor der Musikschule Escuela de Musica Popular de Avellaneda digitalisiert zusammen mit seinen Studenten ca. 500 originale handschriftliche Arrangements, die vom Orchester von Anibal Troilo erhalten geblieben sind. In Interviews mit Musikern verschiedener Generationen und unterschiedlicher Stilrichtungen präsentiert dieser Film eine Reise durch das Werk einer der bedeutendsten Persönlichkeiten in der Geschichte des Tangos und der argentinischen Musik.

Kontakt zu Martin Turnes und Film Trailer unter www.martinturnes.com.ar

Productora: Puente Films

Con el apoyo de: Centenario Anibal Troilo

EQUIPO | CREW: Director: Martín Turnes, Guión | Script: Alberto Romero, Martín Turnes, Production: Mariana Luconi, Virginia Lauricella, Director de fotografía /Cinematographer: Santiago Bonavera, Cámara / Camera: Santiago Bonavera, Alejandro Rath, Martín Turnes

SINOPSIS: El 11 de Julio de 2014 se cumplirán 100 años del nacimiento de Aníbal “Pichuco” Troilo, personaje fundamental de la historia del Tango y la música Argentina. Este documental buscará hacer un recorrido por su música y los alcances en la actualidad. Javier Cohen, músico y profesor de la EMPA, se encuentra digitalizando los 489 arreglos originales conservados hasta la actualidad. El documental se anclará en este presente de recuperación de las partituras, y a través de entrevistas a músicos contemporáneos y de la actualidadde diferentes géneros, se analizará su obra toda.

 

 

 

Ein letzter Tango Filmplakat

Ein letzter Tango Filmplakat

Freitag, den 29. Januar 2016 zeigten wir auf Schloss Seefeld in einer Vor-Premiere den Film “Ein letzter Tango” von German Kral, Argentinien 2015.

Und wir zeigten ihn, nachdem wir bei dieser Vor-Premiere bis auf den letzten Platz ausgebucht waren und dafür viele weitere InteressentInnen keine Karte mehr für den Film bekommen konnten, noch ein zweites Mal, zeitgleich zum offiziellen Bundes-Kinostart am 8. April 2016.

Ein letzter Tango (im Originaltitel: Un Tango más) in spanischer Sprache mit deutschen Untertiteln, Argentinien 2015, Regie: German Kral, Executive Producer: Wim Wenders, 84 Min.

Der Film ist eine emotional berührende und visuell beeindruckende Liebeserklärung an den Tango, die Leidenschaft und das Leben. Er erzählt die wahre Liebes- und Lebensgeschichte der berühmtesten Tangotänzer Argentiniens, Maria Nieves Rego (79) und Juan Carlos Copes (82) in Original-Interviews der beiden Hauptfiguren, historischen Aufzeichnungen sowie filmisch, choreographisch und tänzerisch brilliant nachempfundenen Episoden aus deren Leben.
Ein letzter Tango Filmbild 2

Ein letzter Tango Filmbild 2

Nahezu ein halbes Jahrhundert haben María Nieves und Juan Carlos Copes miteinander getanzt, sie haben sich geliebt, gehasst, haben geheiratet, sich getrennt und wieder vereint, konnten nicht mit, aber auch nicht ohne einander leben, haben dabei nie aufgehört miteinander zu tanzen, bis er sie eines Tages für eine 25 Jahre jüngere Frau für immer verlässt…

Erst heute, fast am Ende ihres Lebens, sind María und Juan bereit, ihre Geschichte zu erzählen: von ihrer Liebe, ihrem Hass und ihrer Leidenschaft.

 

Filmbild 3 Ein letzter Tango

Filmbild 3 Ein letzter Tango

Wer sich für die genaueren Hintergründe des Films interessiert, dessen Entstehung, TänzerInnen, ChoreographInnen, MusikerInnen, und mehr über den Regisseur und Filmemacher German Kral, dessen filmische Laufbahn, erfahren möchte,

sei hier auf den 2. Band der Buchreihe Tango Global verwiesen, in dem sich ein ausführliches Interview mit German Kral befindet.

Und Tango mas

Und Tango mas

Mehr über die Inhalte dieses neuen Tangobuchs finden Sie unter dem Link http://tango-a-la-carte.de/tango-buecher/tango-argentino-berlin-buch-trilogie/tango-berlin-band-2.

 

 

 

 

 

Tango, no me dejes nunca von Carlos Saura

Tango, no me dejes nunca von Carlos Saura

Freitag, den 18. März 2016 zeigten wir auf Schloss Seefeld den Film Tango, no me dejes nunca von Carlos Saura, ES/AR 1998 in Originalsprache mit deutschen Untertiteln. Der Film erhielt Oscar und Golden Globe Nominierungen als bester ausländischer Film. Darsteller: Miguel Ángel Solá, Cecilia Narova, Mía Maestro, Juan Carlos Copes.

Nachdem der berühmte Theaterregisseur und Tangotänzer Mario Suárez von seiner Freundin und wichtigsten Tänzerin Laura verlassen wurde, plant er sein nächstes Projekt, ein Musical über Tango. Eines Abends stellt ihm sein Hauptinvestor Angelo Larroca die hübsche junge Tänzerin Elena Flores vor und bittet ihn, ihr eine Rolle zu geben.

Mario beginnt eine Affaire mit ihr, obwohl sie Angelos Geliebte ist und dieser sie bedroht, falls sie ihn verlässt. Daneben sind die Investoren unzufrieden mit der gewalttätigen Darstellung militärischer Unterdrückung und Folter aus Argentiniens Vergangenheit. Bei der Generalprobe kommt es zur Eskalation.

Tango, no me dejes nunca Filmszene

Tango, no me dejes nunca Filmszene

“Brillant fotografierter und choreografierter Film über Argentinien, den Tango und das Altern, dessen verfremdendes Spiel mit Ironie und Pathos auf Dauer ermüdet, als opulente Historie des Tango aber dennoch überzeugt.” (Lexikon des internationalen Films)

 

 

 

 

 

Freitag, den 27. Mai 2016 zeigten wir auf Schloss Seefeld den Film “Sur” von Fernando E. Solanas, Argentinien 1988.

Sur, Filmplakat

Sur, Filmplakat

„Argentinien 1983: Die Generäle haben abgedankt, nach fünfjähriger Haft wird der Arbeiter Floreal entlassen. Er irrt durch die Nacht, da er nicht zu seiner Frau zurückkehren möchte, von der er sich betrogen fühlt. Ein Toter gesellt sich zu ihm, lässt die Vergangenheit noch einmal auferstehen und ruft ihm die Notwendigkeit des Verzeihens und Weiterlebens ins Gedächtnis. In ausdrucksstarken Bildern komponierter, mit wehmütig-begehrlicher Tango-Musik unterlegter, poetisch verdichteter Film, der die Sehnsucht nach Freiheit und Glück bildhaft macht und sich für die Überwindung gesellschaftlicher und privater Hindernisse ausspricht.“ Lexikon des internationalem Films

Fernando E. Solanas

Fernando E. Solanas

„Mein Film ist der Triumph des Verlangens, des Willens, der Triumph des Lebens über den Tod. Der ganze Film ist eine Ballade, eine Reise, vom Tod zum Leben, von der Nacht zum Tag, von der Trennung zur Begegnung, von der Diktatur zur Demokratie. Für mein Leben war die Rückkehr in mein Land die Rückkehr zur Liebe.“
Fernando Solanas

1987/88, nach seiner Rückkehr aus dem Exil, hat Fernando Solanas den Spielfilm “Sur” realisiert. Ein Schlüsselwerk des jüngeren politischen Kinos genauso sehr wie ein melancholischer Liebesfilm. 1976 übernahmen die Generäle in Argentinien die Macht; 1983 endete ihre Herrschaft. Die 6 Millionen Dollar anfänglicher Auslandschulden haben sie in dieser Zeit auf 45 000 Millionen Dollar anwachsen lassen. Ihre Kritiker und Gegner im Land haben sie terrorisiert, gefangengenommen, gefoltert, umgebracht. Einige konnten sich ins Exil absetzen, unter ihnen der Musiker und Filmemacher Fernando Solanas, der in Paris lebte und dort einen der eindrücklichsten Exilfilme drehte: “Tangos, el exilio di Gardel”.

Filmbild aus Sur

Filmbild aus Sur

Diesem Klagelied der Trennung folgte nach der Rückkehr “Sur”, in dem die Zeit der Finsternis in Argentinien noch einmal durchquert wird und damit auch ein stückweit bewältigt. Floréal (Miguel Angel Sola), die Hauptfigur in diesem Film, ist einer, der im Land geblieben war, der verschleppt wurde und die fünf Jahre in Gefangenschaft in Patagonien überlebt hat. Er kehrt nach dem Ende der Diktatur heim zu Rosi (Suso Pecoraro), seiner Frau, und zu seinem sechsjährigen Sohn, den er erst noch kennenlernen muss.

Der Sänger Roberto Goyeneche

Der Sänger Roberto Goyeneche

Statt der Freude über die langersehnte Rückkehr überkommt ihn die Angst vor dem Wiedersehen nach all den Jahren. Die Geschichte hat Spuren hinterlassen, im privaten wie im öffentlichen Raum. Der Schmerz der Trennungen sitzt tief. “Sur” lässt diese Spuren aufscheinen und die Hoffnungen aufleben, die Floréal in den Tagesanbruch begleiten und sein Gesicht mit jenem seiner Frau in einer wortlosen Einstellung wieder eins werden lassen.

“Sur” ist Glauber Rocha gewidmet, dem “poeta” des über Jahre hinweg von der Politik ruinierten brasilianischen Filmschaffens, der kampfeslustig und viel zu jung gestorben ist. Fernando Solanas selber gehört zu den Schlüsselfiguren des lateinamerikanischen Kinos, das er und der Spanier Octavio Getino einst ein “Kino der Dekolonisation” genannt hatten. Wie Glauber Rocha kämpft Solanas in all seinen Filmen für die eigenen Bilder, die eigenen Töne, die eigenen Geschichten. Jene von Floréal ist auch seine Geschichte. Auch Solanas kehrte heim aus dem Exil und fand das geliebte Land ruiniert vor, viele der alten Freunde tot. Sein Film schwebt auf einer Wolke, die Nostalgie heisst, die am Himmel der Melancholie hängt und keine klaren Tage verheisst, aber auch nicht bloss die Regentage betrauert.

Sur von Fernando E. Solanas

Sur von Fernando E. Solanas

Nacht und Leere, Nebelschwaden und Tangoklänge: Sie dominieren schon die ersten Einstellungen. Die Kamera gleitet durch den Raum der leergefegten Strassen, das Bandoneon erklingt, man hört es atmen. Solanas’ Kino ist ein betont visuelles und als solches auch ausgesprochen musikalisch. Schon in “Tangos – el exilio de Gardel”, später auch in “El viaje” sparte er mit Dialogen, entwickelte er sein Thema mehr über dieKomposition der Bilder, über die Rhythmen, die Montage, über die Musik, die vom legendären Astor Piazzolla stammt. Floréal durchquert in “Sur” die Nacht und entscheidet sich erst im Morgengrauen für den Neuanfang, fürs Leben, für die Hoffnung, für die Liebe. In den Strassen vor seinem Haus begegnet er den Figuren von früher, erlebt er Szenen wieder, die er selber kennt oder die ihm sein toter Freund erzählt. Raffiniert durchdringen sich da die Ebenen. So lässt Solanas etwa die Schilderung der Verhaftung und Ermordung des Freundes von diesem selber erzählen und gleichzeitig nachspielen und aus diesem Nachspiel heraus laufend auch kommentieren. Es sind keine eigentlichen Rückblenden, die da inszeniert werden, vielmehr evozieren die vertrauten Orte die Geschichte(n), die in ihnen ruhen. Die Erinnerung ist ohne fassbare Struktur, sie ändert, manchmal wild, manchmal ruhig, und ein Gedanke ergibt den anderen.

Der Tisch der Träume

Der Tisch der Träume

Im Kino von Solanas geht es darum, über bewegte und bewegende Bilder Bewusstsein zu bewegen. Solanas liebt das Abschweifende der spanischen Sprache, diese Art des Erzählens, auf die man insbesondere auch im Süden des Kontinents stösst, die man in Romanen wie jenen von Gabriel Garcia Marquez liebt. Er hat das im Gespräch einmal als “die andalusische Seite Lateinamerikas” bezeichnet, und von dieser andalusischen Seite lebt auch “Sur”, der alles andere als ein politisch dozierender Film ist. Der Titel steht nicht nur für eine Himmelsrichtung oder für die Bar an der Ecke der Quartierstrasse: Der Titel ist ein Programm. Sur, der Süden, steht für ein Projekt, das einige Freunde von Floréal verfolgten, ein paar ältere Männer, die naiv genug geblieben sind, an eine urtümliche Sehnsucht aller Menschen zu glauben, an die “Kraft des Begehrens”. Sie gehörten der Tafelrunde der Träume an, trafen sich in der Bar “Sur”, die nun verlassen und verschlossen den neuen Morgen erwartet. Sie erstellten eine Chronik der Plünderungen, um den Traum des freien Menschen des Südens am Leben zu erhalten. Denn, so ihre Logik, wenn der Norden alles zurückgeben würde, was er dem Süden im Lauf der Jahrhunderte geklaut hat, könnte man damit nicht nur ein Lateinamerika aufbauen, es würde für mehrere Kontinente zu einem anständigen Leben reichen.

Klar: Wer so real denkt, ist ein Spinner. Solanas liebt Floréals Freunde und schenkt ihnen Zeit, überzeichnet mit ihnen die Haltung der Macht sarkastisch. Operettenhaft und grotesk zeichet er etwa den Umgang der Kulturlosen mit der Literatur, wenn sie in der Bibliothek zum dämlichen Refrain (“Steht auf der Liste!”) aufräumen mit allen Schlüsselwerken der Literatur- und Philosophie-Geschichte. Sie bieten den Machthungrigen wenig Halt. Für den Argentinier spielt sich das Leben in einem einzigartigen Raum ab, dessen eine Seite grenzenlos offen ist und Phantasie heisst, die andere von einer Mauer dominiert wird, der Mauer der Macht. “Es ist eine Illusion, ein Kind der Realität zu sein”, meint Solanas im Gespräch, “nein, das sind wir nicht. Wir sind Teil eines poetischen Wesens, das eine Idee ausmacht. Von da ausgehend konstruieren sich die grossen Metaphern. Man muss also sein Kino permanent erfinden, und Kino erfinden heisst: seine eigenen Bilder erfinden.” Wer kann das noch so frei wie er? Er nimmt die Nacht als Metapher, er lässt die Stunden der Rückkehr, des Zögerns, des Wartens, des Streunens durch die Strassen des Quartiers zur Nacht der Begegnungen mit der Vergangeheit, mit den Träumen werden, den geliebten wie den gefürchteten. Es ist so, als gelte es, die Nacht der Erinnerungen zu überwinden, bevor der neue Tag angegangen werden kann. “Weisst du, was in den letzten Jahren an Scheisse produziert worden ist?”, fragt El Negro, “weisst du wieviel Jahre wir brauchen werden, diese Scheisse wieder loszuwerden?” Walter Ruggle

 

 

 

Jorge Torres mit Partnerin in "For the Love of Tango

Jorge Torres mit Partnerin in "For the Love of Tango

Freitag, den 29. Juli 2016 zeigten wir anlässlich der 18. Langen Tangonacht und im Rahmen des 10. Fünf Seen Filmfestivals im Kino Breitwand Schloss Seefeld den Film “For the Love of Tango” der Dokumentarfilmerin Susan Kucera

Für das kulinarisch leibliche Wohl der Gäste sorgte, zwischen Tangofilm und Milonga, der Speisenkünstler Ralf Mansour Agather.

For the Love of Tango (von Susan Kucera, USA, 69 Min.) Filmmaker Susan Kucera captures the story of a blind man’s journey into the intoxicating, complex world of Argentine tango and explores the impact tango has had on the lives of professional tango dancers, teachers, performers, and enthusiasts. In the end, beyond the fancy footwork, beautiful dresses, high heels, and dazzling performances, tango is about discovering of oneself. Shot on location in the United States (Hawai‘i, New York, Seattle, Portland), the Czech Republic, Germany, and Canada.

Fimbild aus For the Love ofTango

Fimbild aus For the Love of Tango

For the Love of Tango reveals how we can communicate with one another beyond all barriers of race, language, age or physical limitations.

… Für For the Love of Tango ist die amerikanische Dokumentarfilmerin Susan Kucera um die ganze Welt gereist und hat in den USA, Tschechien, Deutschland, Kanada und auf Hawaii gedreht. Sie untersucht in ihrem 69 Minuten langen Film, welchen Einfluss der Tango auf das Leben von Berufstänzern, Lehrern und anderen Tangueras und Tangueros hat. So erzählt sie die Geschichte eines blinden jungen Mannes namens AJ und dessen Reise in die berauschende und komplexe Welt des Tango Argentino. Für AJ öffnet sich ein Weg aus der Depression, in der er gefangen war – das Tanzen gibt ihm neues Selbstvertrauen. Hier verspürt er „ein Gefühl der Sicherheit in der Umarmung, in der Nähe zum Gegenüber“, das es ihm ermöglicht, wieder aktiv am Leben teilzunehmen.

Jorge Torres mit Tanzpartnerin in For the Love of Tango

Jorge Torres mit Tanzpartnerin in For the Love of Tango

Jorge Torres, einer der Hauptprotagonisten, engagiert sich im New Yorker Shimmy Club, der das Ziel hat, Menschen mit Beeinträchtigungen den Zugang zu Kunst und Kultur zu erleichtern – u.a. mit dem Projekt MoveMe Tango für Sehbehinderte und Blinde. Neben Torres und seiner Tanzpartnerin Maria Blanco wirken weitere professionelle Tänzer und Tänzerinnen wie Natalia Hills, Gabriel Missé, Carlos Barrionuevo und Mayte Valdes sowie die Berlinerin Astrid Weiske mit. Sie, die im Berliner Tango als eine der ersten schon in den 80er-Jahren aktiv war und seit fünf Jahren erfolgreich das Queertango-Festivalorganisiert, tanzt im Film vor den Mauerstücken der East Side Gallery und sagt: „Tango ist für mich Bewegung mit Musik und wie die Luft zum Atmen.“ Aber es kommen auch weniger bekannte Menschen zu Wort, wie zum Beispiel Gerald, der wohl älteste Mitwirkende: „Ich habe zwei künstliche Hüftgelenke, ein künstliches Schultergelenk, einen dreifachen Bypass. Und unsere Kinder haben meine Frau und mich frühmorgens damit aufgezogen, wo wir denn in unserem Alter um die Zeit herkämen? Wir waren tanzen – und zwar von Herz zu Herz!“, erzählt er sehr berührend.

Tango, eine Obsession

Tango, eine Obsession

Zu dem Film gehört auch eine reale Liebesgeschichte: Susan Kucera, seit 20 Jahren erfolgreiche Dokumentarfilmerin, lernte auf Hawaii nicht nur den Tango kennen, sondern auch Gawain Bantle, ihren jetzigen Lebensgefährten und Produzenten von For the Love of Tango. Der hatte dort auf der Insel Maui über einen Zeitraum von zehn Jahren eine Tango- Community aufgebaut, wo sich Gastlehrer aus der ganzen Welt einfinden. Dort entstand die Idee, einen Film zu machen, der die Essenz des Tango einfangen sollte. Mehrere Jahre dauerte es, bis die Finanzierung stand. Einen Teil trugen Tangobegeisterte in Form von Crowdfunding bei, insgesamt wurde dann über einen Zeitraum von vier Jahren gedreht. Zunächst sei es nicht einfach gewesen, sagt Susan Kucera, mit einem Mann zusammen zu sein, der regelmäßig mit anderen Frauen in enger Umarmung tanzte. „Doch als ich diesen Film gemacht habe, da ist mir bewusst geworden, um was es eigentlich geht – und was die große Chance, die Möglichkeit im Tango ist: Sich selbst zu finden im Miteinander“, erklärt sie. Entstanden ist ein sehr ästhetischer Film, u.a. mit vielen Tanzszenen an exotischen Orten.

Doch die Regisseurin will den Zuschauern nicht nur die Schönheit des Tango zeigen, sondern vor allem erfahrbar machen, was Tänzer fühlen. So sagt Jorge Torres in einer Szene: „Es kommt nicht darauf an, wie alt du bist oder wo du herkommst – worum es dir geht ist, diesen Moment mit diesem Menschen zu erleben.“ Gleichzeitig zeigt der Film den Tango als Möglichkeit, sich selbst wiederzufinden, im Bewusstsein der Rollen und Regeln, in denen Tanz die Gesellschaft abbildet – und darüber hinauszuwachsen: „Es ist wichtig die Regeln zu lernen – um sie dann wieder zu vergessen!“, so Jorge Torres. „Denn wir sind in der Gesellschaft mit so vielen Regeln konfrontiert, dass wir uns darin verlieren und vergessen, wer wir wirklich sind. Über diese Regeln immer wieder hinauszugehen, daraus entsteht das eigentliche Tanzen. Im Tango können wir uns wiederfinden – und unsere Individualität wiederentdecken.“ …

Dieser Artikel (auszugsweise wiedergegeben) erschien unter dem Titel „For he Love of Tango“ in der Zeitschrift Tangodanza (Ausgabe Nr. 2/ 2016). Verfasserin ist Vibeke Fink.

 

 

 

Horacio und César Salgán mit der Filmemacherin Caroline Neal

Horacio und César Salgán mit der Filmemacherin Caroline Neal

Freitag, den 30. September 2016 zeigten wir anlässlich der 19. Langen Tangonacht im Kino Breitwand Schloss Seefeld den Film SALGÁN & SALGÁN – Eine Vater-Sohn Geschichte von Caroline Neal, Argentinien 2014 / R: Caroline Neal, 83 Minuten / digital / mit Horacio Salgán und César Salgán

Ein Musik-Dokumentarfilm, der zugleich eine berührende Vater-Sohn-Geschichte erzählt: Horacio Salgán, 98 Jahre alt, ist ein gefeierter Tango-Pianist – eine argentinische Legende. Auch sein Sohn César, zu dem er jahrzehntelang kaum Kontakt hatte und der seinen Vater hauptsächlich aus dem Fernsehen kannte, ist Pianist und liebt, lebt und spielt den Tango – was kein leichtes Los ist bei einem Vater, der einen derart großen Schatten wirft.

Horacio y César Salgán

Horacio y César Salgán

Doch das Schicksal will es, dass beide eines Tages gezwungen sind, sich näher zu kommen, als sie es zeitlebens waren. Und schließlich kommt der Moment, an dem der Sohn doch noch aus dem Schatten des Vaters treten muss…

Caroline Neal kam 1965 in Virginia zur Welt, lebt aber seit vielen Jahren in Buenos Aires. Sie studierte in Harvard und an der New York University Film und gewann den „Martin Scorsese Post Production Award“. „SALGÁN & SALGÁN“ ist ihr zweiter abendfüllender Dokumentarfilm, nachdem sie sich bereits mit „SI SOS BRUJO: A TANGO STORY“ der Tangomusik zugewandt und mit ihrem Erstling mehrere Preise gewonnen hatte.

 

 

 

El ballet de Koki y Pajarin Saavedra aus Argentina

El ballet de Koki y Pajarin Saavedra aus Argentina

Freitag, den 28. Oktober 2016 luden wir anlässlich der 20. Langen Tangonacht erstmals ins neu eröffnete Kino Breitwand Gauting und zeigen dort den Film Argentina von Carlos Saura. Und zur Feier unserer Tango-Premiere im neuen Gautinger Kino und des runden Jubiläums der Reihe gab es wieder ein köstliches Imbiss-Buffet für die Gäste, das Ralf Mansour-Agather zubereitete, der im neuen Breitwand-Kino in Gauting auch das Café-Restaurant betreibt.

Soledad Pastorutti con los bailarines Ana Cecila Cavallero y Pajarn Saavedra

Soledad Pastorutti con los bailarines Ana Cecila Cavallero y Pajarn Saavedra

Argentina, ARG/ES/FR, 2015, 88 Min, Regie: Carlos Saura, mit Pedro Aznar, Juan Falú, Marian Farías Gómez. In seiner pulsierenden Musik- und Tanzdoku entführt uns der gefeierte spanische Regisseur Carlos Saura nach Lateinamerika und präsentiert in wunderbar ausgeleuchteten, stilisierten Bildern seine leidenschaftliche Reise durch die verschiedenen Regionen Argentiniens. Dabei setzt er der stimmgewaltigen, sozialkritischen Mercedes Sosa ebenso ein filmisches Denkmal wie dem indianischen Poeten und Exilmusiker Atahualpa Yupanqui.

El grupo Metabombo

El grupo Metabombo

Argentina, (im Original „Zonda: folclore argentino“) widmet sich der vielfältigen Argentinischen Folklore in Musik und Tanz. Dazu spricht er auch mit alteingesessenen Künstlern, Choreographen und Musikgruppen, besucht Tanzvorstellungen und erforscht das reiche Repertoire der Musik, das Argentinien neben dem Tango sonst noch zu bieten hat. Darüber hinaus zeichnet er ein filmisches Bild der aufgeschlossenen Einwohner, der abwechslungsreichen Landschaft und der wechselhaften Geschichte des Anden-Staates und fängt den rhythmischen Pulsschlag des Landes ein.

Gabo Ferro y Luciana Jury

Gabo Ferro y Luciana Jury

Wenn es in diesem Tanz- und Musik-Film einmal nicht um den Tango geht, der ja keinen Teil der Folklore, sondern ein Metropolen-Phänomen generationenübergreifender Kultur-Fusion darstellt, kommt darin endlich einmal die andere Seite des musikalischen Reichtums des Landes zur Geltung. Und dies geschieht in diesem Film in äußerst eindrucksvoller und unbedingt sehenswerter Weise, anhand großartiger Interpreten und Künstler. Die ästhetisch mehr als gelungene Umsetzung konzentriert sich dabei zumeist in minimalistischer Weise auf das Wesentliche: die Musik und den Tanz.

 

 

 

Si sos Brujo / als seien sie Hexer, Regie: Caroline Neal

Si sos Brujo / als seien sie Hexer, Regie: Caroline Neal

Freitag, den 25. November 2016 luden wir anlässlich der 21. Langen Tangonacht ins Kino Breitwand Schloss Seefeld und zeigten dort den Tangofilm “Si sos Brujo – una historia de tango” der Dokumentarfilmerin Caroline Neal. Argentinien, 2005, 79 Min., mit Ignacio Varchausky, Emilio Balcarce, Wynton Marsalis, Pepe Libertella, Ernesto Franco, Nestor Marconi, Leopoldo Federico, Atilio Stampone, Raúl Garello, Julián Plaza, Victor Lavallen, Mauricio Marcelli und Roberto Alvarez.

Der junge argentinischen Musiker Ignacio hat sich das Ziel gesetzt, die legendären Interpreten und -Komponisten des Goldenen Zeitalters des Tango ausfindig zu machen und die traditionelle mündliche Überlieferung ihrer musikalischer Interpretation festzuhalten, ehe sie endgültig verloren ist. Ignacio Varchausky versucht eine Musik-Schule zu gründen, die sich ausschließlich dem Tango Argentino widmet. Er setzt alles daran die letzten noch lebenden Maestros für seine Idee zu gewinnen, bevor die Geheimnisse dieser Musik für immer verschwinden.

Szene aus dem Film "Si sos Brujo – una historia de tango mit Emilio Balcarce und Caroline Neal

Szene aus dem Film "Si sos Brujo – una historia de tango mit Emilio Balcarce und Caroline Neal

Dazu muss er Emilio Balcarce, den legendären Violinisten und Komponisten mit seinen 82 Jahren, überzeugen, noch einmal zu unterrichten. Eine Geschichte des Tango für MusikliebhaberInnen! Ein wunderbarer Dokumentarfilm über die Bemühungen, eine Tradition und einen kulturellen Schatz zu retten und beides lebendig zu erhalten.

Emilio Balcarce mit Musikern im Film Si sos Brujo – una historia de tango

Emilio Balcarce mit Musikern im Film Si sos Brujo – una historia de tango

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Freitag, den 30. Dezember 2016 luden wir anlässlich der 22. Langen Tangonacht ins neue Kino Breitwand Gauting und zeigen dort den Film 12 Tangos – Adios Buenos Aires des Kölner Regisseurs Arne Birkenstock.

12-tangos-adios-buenos-aires

12-tangos-adios-buenos-aires

12 Tangos – Adios Buenos Aires, Deutschland/ Argentinien 2005, von Arne Birkenstock: Der Dokumentarfilm erzählt die Geschichte verschiedener Tangotänzer im krisengeschüttelten Buenos Aires. In der „Catedral“, einem 200 Jahre alten Kornspeicher in Buenos Aires, spielt ein argentinisches Tango-All-Star-Orchester 12 bekannte Tangos, während sich die Gäste des allwöchentlichen Tangoballs dazu im Kreise drehen. Im Mittelpunkt stehen der 71-jährige Berufstänzer Roberto Tonet und die 20-jährige Tänzerin Marcela Maiola. Tonet hat seine Rente während der Bankenkrise verloren, Marcela bereitet ihre Auswanderung nach Europa vor.

Milonga-Szene im La Catedral, Filmbild aus 12 Tangos

Milonga-Szene im La Catedral, Filmbild aus 12 Tangos

Um sie herum tanzen weitere Menschen, denen wir im Verlaufe des Films aus der „Catedral“ ins wirkliche Leben folgen: Wir sehen die beiden Schulkinder Rodrigo und Fabiana, die im verarmten Tangostadtteil Nueva Pompeya wohnen. Rodrigo ist der Sohn bolivianischer Einwanderer, Fabiana lebt mit ihren drei Geschwistern alleine, seit die Mutter als Putzfrau nach Spanien gehen musste, um die Raten für ihre bescheidene Bleibe zu verdienen. Der Film begleitet den Abschied der Mutter und die zurück gelassenen vier Kinder.

Im angesagtesten Tangoschuppen der Stadt treffen wir natürlich auch auf die fünf Freaks der Trashrockband „Las Munecas“, die hier in der „Catedral“ leben, dort die Tangobälle ausrichten und Gardel-Lieder auf ihren E-Gitarren interpretieren.

Tango ist der Ausdruck von Krise und Hoffnungslosigkeit, und dieser Zusammenhang wird über die Geschichten dieser Tangotänzer deutlich, die die aktuelle Situation um Vermögen, Job und Einkommen gebracht hat.

In 12 Tangos erzählt der Film die Geschichten dieser Tänzer und ihrer Vorfahren. Tango, Krise, Ein- und Auswanderung fügen sich organisch darin ein, über die Vergangenheit, die Gegenwart und die Zukunft dieser Menschen wird die Geschichte des Tangos selbst erzählt und ein Porträt der Stadt Buenos Aires gezeichnet.

Luis Borda im Film 12 Tangos - Adios Buenos Aires

Luis Borda im Film 12 Tangos - Adios Buenos Aires

Für den Film „12 Tangos“ hat der Komponist und Gitarrist Luis Borda einige der besten argentinischen Musiker zu einem Orchester zusammengestellt und 16 Tangos exklusiv für diese Filmproduktion arrangiert und eingespielt. Im Orchester für „12 Tangos“ wurden bewusst verschiedene Generationen vereint:

Die 92-jährige Maria de la Fuente singt zusammen mit Lidia Borda, laut „Rolling Stone“ die „beste Tangosängerin der Gegenwart“. Außerdem singen Gabriel Menendez, Jorge Sobral und Eduardo Borda.

Jose Libertella im Film 12 Tangos von Arne Birkenstock

Jose Libertella im Film 12 Tangos von Arne Birkenstock

Der Film zeigt die letzten Aufnahmen mit der Bandoneon-Legende Jose Libertella, der kurz nach dem Ende der Dreharbeiten völlig überraschend verstarb. Am Bandoneón spielen außerdem Julio Pane und der junge, für den Grammy nominierte, Pablo Mainetti. Die Solo-Geige spielt der Konzertmeister des Teatro Colón Mauricio Marcelli und wird dabei von Humberto Ridolfi (Geige) und Elisabet Ridolfi (Bratsche) unterstützt. Auch die Rhythmus-Gruppe vereint mit dem Pianisten Diego Schissi und dem Salgán-Bassisten Oscar Giunta jung und alt. Dazu kommen erstklassige Musiker an für den Tango ungewöhnlichen Instrumenten: Juan Cruz de Urquiza (Trompete), Pablo La Porta (Perkussion), Marcos Cabezas (Vibraphon), Diego Pojomowsky (E-Bass) sowie das Saxophon-Quartett “De Coté.

Die 92jährige Maria de la Fuente singt zusammen mit Lidia Borda im Film 12 Tangos

Die 92jährige Maria de la Fuente singt zusammen mit Lidia Borda im Film 12 Tangos

Das Repertoire dieses Orchesters umfasst Klassiker wie „Adios Nonino“, „Sur“, „La Cachila“, „La Puñalada“ und die „Milonga de mis amores“, aber auch unbekanntere Schätze wie „Pampero“, „En carne propia“ oder den Walzer “El Paisaje, sowie Neukompositionen wie „Ironía del Salón“ und „Corralito“. Die CD zum Film erschien bei Enja Jazzrecords.

 

 

 

FERMÍN – GLORIAS DEL TANGO, Argentinien 2015

FERMÍN – GLORIAS DEL TANGO, Argentinien 2015

Freitag, den 27. Januar 2017 luden wir anlässlich der 23. Langen Tangonacht ins Kino Breitwand Schloss Seefeld und zeigten dort den Tango-Spielfilm FERMÍN – GLORIAS DEL TANGO, Argentinien 2015, 117 Min, in der spanisch sprachigen Originalfassung mit englischen Untertiteln, Regie: Hernán Findling, Oliver Kolker, Buch: Oliver Kolker, Produktion: Oren Dobronsky, Hernán Findling, Oliver Kolker, Kamera: Segundo Cerrato. Darsteller: Héctor Alterio, Gastón Pauls, Antonella Costa, Esteban Bortnik, Carlos Copello

Zum Inhalt: Wer ist dieser verschrobene Patient, der schon seit vielen Jahren in der heruntergekommenen Klinik in Buenos Aires untergebracht ist und wegen Depression und posttraumatischen Störungen behandelt wird? Als der junge Psychiater Ezequiel (Gastón Pauls) sich des Falls annimmt, fasziniert ihn am 85-jährigen Fermín Tundera (Héctor Alterio) vor allem seine Sprache: sie besteht ausschließlich aus Texten alter Tangolieder.

Filmszene aus FERMÍN – GLORIAS DEL TANGO

Filmszene aus FERMÍN – GLORIAS DEL TANGO

Langsam öffnet sich Ezequiel eine längst vergessene Welt voller Lebensfreude und Energie, Liebe und Tanz, aber auch Tod und Verrat. Und wie sich der alte Fermín an seine Vergangenheit im pulsierenden Buenos Aires der Vierziger Jahre und längst verdrängte Geheimnisse aus der Militärdiktatur in den Siebzigern erinnert, lernt Ezequiel durch ihn, sich auf das Leben heute mit all seinen Unwägbarkeiten einzulassen. Das liegt nicht zuletzt an Fermíns temperamentvoller Enkelin Eva (Antonella Costa), eine ausgezeichnete Tangolehrerin, die ihm beibringt, Tango nicht als bloßen Tanz, sondern als Blick auf die Welt und Art zu leben zu begreifen.

Szene aus FERMÍN – GLORIAS DEL TANGO von Hernán Findling und Oliver Kolker

Szene aus FERMÍN – GLORIAS DEL TANGO von Hernán Findling und Oliver Kolker

Ein Fest für Augen und Ohren, das die Erzählkunst des magischen Realismus feiert. Komisch, tragisch und sehr, sehr leidenschaftlich!

Hernán Findling ist ein argentinischer Regisseur und Produzent. Zu seinen Filmen zählen „Director’s Cut“ (2006) und „Breaking Nikki“ (2009).
Oliver Kolker ist ein in New York geborener und in Argentinien aufgewachsener Schauspieler, Regisseur und Tangotänzer. Er spielte Rollen in Filmen wie „Vergeltung der Verdammten“ (2007) und Hernán Findlings „Breaking Nikki“ (2009). „Glories of Tango“, den er geschrieben und zusammen mit Hernán Findling inszeniert hat, ist sein Regiedebüt.

Festivals: Phoenix Film Festival (Regiepreis), Miami International Film Festival, Singapore International Film Festival

 

 

 

Tangobar mit Carlos Gardel

Tangobar mit Carlos Gardel

Freitag, den 24. Februar 2017 luden wir anlässlich der 24. Langen Tangonacht ins neue Kino Breitwand Gauting und zeigten dort den Film-Klassiker Tango Bar  von 1935. Damit begannen wir eine Retrospektive sämtlicher Tangofilme mit dem legendären Tango-Sänger und -Schauspieler Carlos Gardel in den Hauptrollen.

 

Gardel singt als Ricardo vor expressionistischem Bühnenbild in seiner Tangobar in Barcelona

Gardel singt als Ricardo vor expressionistischem Bühnenbild in seiner Tangobar in Barcelona

Tango Bar, in schwarz-weiss, USA 1935, 54 Min. Die Darsteller dieses Melodrams: Ricardo – Carlos Gardel, Laura – Rosita Moreno, Kommandant – Enrique De Rosas, Puccini – Tito Lusiardo, Kapitän – Luis Tortosa, Chichita – Colette d’Arville, Manuel Gonzalez – Manuel Peluffo, Tochter Lauras –  Susanne Dulier, Mr. Cohen – William Gordon, Mrs. Cohen – Carmen Rodriguez, Inspektor – José Nieto,  Ramos – Juan D’Vega. Das Drehbuch stammt von Alfredo Le Pera, dem Textdichter vieler Tangolieder und -Balladen, die Carlos Gardel in seinem kurzen Leben sang. Regie führte John Reinhardt.

 

 

 

Tangobar, 1935, USA, Drehbuch Alfredo Le Pera, Regie John Reinhardt

Tangobar, 1935, USA, Drehbuch Alfredo Le Pera, Regie John Reinhardt

Der Film ist sehr sehens- und hörenswert allein schon wegen der von Gardel gesungenen Tangolieder

Zur Handlung: Im Hafen von Buenos Aires liegt der deutsche Dampfer Gneisenau vor Anker. Ricardo Fuentes (Carlos Gardel) verabschiedet sich traurig von seinem Freund Puccini. Ricardo will nach Barcelona, um dort neu anzufangen. Er hat es satt, beim Pferderennen immer alles zu verlieren. An die Reeling gelehnt, singt er den Tango Por una cabeza (Wegen der Länge eines Kopfes, dem eines Pferdes natürlich). Eine reiche, aber einsame Schöne, Laura Montalban (Rosita Moreno), betritt das Schiff mit ihren Hunden. Es legt ab, doch Puccini ist nicht ausgestiegen. Er wird als blinder Passagier entdeckt und darf bleiben, wenn er auf die Hunde der Lady aufpaßt. Ein Betrüger, genannt Comandante, zwingt Laura, ihm bei seinen Geschäften zu helfen. Ricardo sieht, wie Laura und der Comandante beim Kartenspiel ihre Partner betrügen und gemeinsam einer Dame das wertvolle Armband stehlen.

Gardel singt als Ricardo für spanische Emigranten in der dritten Klasse

Gardel singt als Ricardo für spanische Emigranten in der dritten Klasse

Ricardo ist von Laura tief enttäuscht, aber er verrät sie nicht. Stattdessen geht er zur dritten Klasse und singt für spanische Emigranten, die zurück in die Heimat wollen, Lejana tierra mia: „ … Mein fernes Land, unter Deinem Himmel, mit Deinem Trost, will ich eines Tages sterben … Ich weiß nicht, ob ich lachen oder weinen werde, wenn ich Dich wiedersehe … ”

Einige Zeit später. In der Tango Bar in Barcelona hat es Ricardo geschafft, seinen Traum zu realisieren, den Tango in der Fremde bekannt zu machen. Laura ist von einem Mitarbeiter in der Tango Bar angestellt worden, Ricardo aber ist kühl und abweisend zu ihr.

Der Commandante fordert Geld von Ricardo für das Armband

Der Comandante taucht bei Ricardo auf: Er behauptet, dass Laura von der Polizei gesucht wird, daß er Geld braucht, um das Armband zurückzukaufen. Eine zwielichtige Gestalt namens Gonzalez werde in die Bar kommen und das Schmuckstück bringen. Zwischendurch tritt Ricardo mit Laura auf.

 

 

In einem expressionistischen Bühnenbild, das ein typisches Vorstadt-Viertel von Buenos Aires darstellen soll, tanzen sie einen Tango. Das Mädchen geht, weil sie schon nicht mehr in seine Welt gehört, er bleibt alleine auf der Bühne zurück, und singt am Geländer einer Treppe Arrabal amargo(‘Bitterer Kiez): „…

Ricardo tanz einen Tango mit Laura

Ricardo tanz einen Tango mit Laura

Alles, alles leuchtet, wenn sie zu mir kommt, Und meine alte Kletterpflanze blüht noch einmal, um Dich zu lieben. Aber meine Träume verschwinden wie eine Wolke, die vorbeigeht; sie verschwinden und kommen nicht wieder. Sag niemandem, daß Du mich nicht mehr liebst; wenn sie mich fragen, werde ich sagen, dass Du bald wiederkommst. So werden sich – ich schwör’s Dir, mein Leben – keine fremden Augen wundern, wenn Du zurückkehrst… ” Gonzalez bringt das Armband, nimmt das Geld, und will Ricardo und Laura an die Polizei ausliefern. Laura schießt auf ihn. Die Polizei durchsucht Ricardos Safe, aber dieser foppt die Beamten mit einem Trick. Die Polizei geht, Laura ist gerettet.

Müde und enttäuscht reist Ricardo ab. In einem Brief übergibt er seinem alten Freund Puccini die Tango Bar und bittet ihn, sich um Laura zu kümmern und aus ihr eine anständige Frau zu machen. Wieder lehnt Ricardo an der Reeling eines Schiffes, aber er ist nicht alleine: der Comandante ist auch an Bord. Angewidert geht Ricardo in seine Kabine, wo Laura schon auf ihn wartet. Nach einem kurzen Zögern fallen sie sich in die Arme. (Filmbeschreibung unter Verwendung eines Textes von Jeanine Meerapfel)

 

 

 

Und zum Schluss noch eine Bitte – um Mithilfe bei der Beschaffung weiterer Tango-Filme

Da es mitunter nicht leicht ist, bedeutende Tangofilme, die meist auch einzigartige historische Dokumente darstellen, oftmals aber noch nicht digitalisiert wurden, wie der 16-mm-Streifen El Tango es una historia – Der Tango ist eine Geschichte, Mexiko 1983, den wir im April 2015 zeigen konnten, und von denen es oft nur noch eine oder wenige Kopien gibt, haben wir folgenden Tangofilm-Steckbrief eingerichtet – unter: http://tango-a-la-carte.de/tango-muenchen-das-muenchener-tangoangebot/tangofilm-breitwand-kino-schloss-seefeld-milonga/tango-argentino-film-steckbrief.

Darin bitten wir um Mithilfe bei der Suche und Beschaffung solcher Filme. Auch freuen wir uns über Empfehlungen zu Tango-Filmen, die wir selbst noch nicht kennen bzw. von deren Existenz wir vielleicht noch nicht einmal wissen. Damit hoffen wir auch, solche Werke dem Vergessen und drohenden Abhandenkommen zu entreißen und ggf. Impulse zu einer Digitalisierung zu geben.

 

 

 

Tango Literatur Empfehlungen

Ralf Sartoris neuestes Tangobuch finden Sie (mit Bestellmöglichkeit) unter dem Link: http://tango-a-la-carte.de/tango-buecher/tango-argentino-literatur-tango-buch-neuerscheinung. Mehr über seine weitere Tango-Literatur: unter www.tango-a-la-carte.de/tango-buecher

 

Das gesamte Kinoprogramm für Schloss Seefeld

und der weiteren Breitwand-Kinos finden Sie unter dem Link www.breitwand.com

 

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