Tango-Kulturschaufenster-Ammersee-Landsberg-Fünfseenland

 

Tango im Kulturschaufenster / ein weiteres Corona-Kunstprojekt

im Fünfseenland mit Schwerpunkten Ammersee und Landsberg

Tango im Kulturschaufenster mit Andrea Nisch, im Café Zirnheld

Tango im Kulturschaufenster mit Andrea Nisch, im Café Zirnheld

Neben der “DIGITALEN TANZFLÄCHE“, dem “TANZ DER WORTE UND METAPHERN“ haben wir im April 2021 begonnen, schon das nächste Corona-Kunstprojekt auf den Weg zu bringen, nämlich unser Kulturschaufenster, mit dem regionalen Schwerpunkt Ammersee / Fünfseenland, bis einschließlich Landsberg.

Anlass zu diesem Projekt bot, dass eine Kunstaktion, die der Bildhauer Timur Dizdar, der Musiker (erste Bratsche bei den Münchner Symphonikern) und Komponist Martin Honsalek, die Malerin und Gastronomin Andrea Nisch und ich im Landsberger Café Zirnheld an der Alten Bergstraße planten, aufgrund der schnell steigenden Corona-Zahlen, ohne Publikum stattfinden musste, und, trotz Einhaltung aller Hygienevorschriften, auch nicht als Außenveranstaltung angekündigt werden durfte, die ohnehin nur durch die geöffneten Fenster des Cafés hätte erlebt werden können.

Tango im Café Zirnheld mit Andrea Nisch, Timur Dizdar und Martin Honsalek bei unserer gemeinsamen Kunst-Aktion

Tango im Café Zirnheld mit Andrea Nisch, Timur Dizdar und Martin Honsalek bei unserer gemeinsamen Kunst-Aktion

So beschlossen wir, unsere gemeinsame Performance, welche deshalb nur zufällig einige Passanten im Vorübergehen mitbekamen, trotzdem stattfinden zu lassen, und einen kleinen Film davon zu drehen. Denn die Kunst gleicht in dieser Hinsicht einer Rose, die aus sich selbst heraus blüht, weil sie gar nicht anders kann, auch ohne Publikum.

Diese Umstände hatten Andrea und mich zu der Idee angeregt, mit dem Angebot eines solchen Kulturschaufensters in Form einer „Sozialen Skulptur„ in und um Landsberg, sowie innerhalb der Ammersee-Region und des Fünfseenlands, auf Reisen zu gehen. Das Konzept dazu ist ein sehr flexibles, kreatives, und sieht im Kern vor, künstlerische Formen und Felder miteinander zu verbinden, aneinander zu erweitern und zur Wirkung zu bringen, auch KünstlerInnen (somit die Kultur), kleine Läden, Cafés, Kreativ-Werkstätten, Ateliers, Kneipen, und Kultur-Bühnen im unmittelbaren Sinne, die aufgrund der derzeitigen Auflagen weiter geschlossen bleiben müssen, in die öffentliche Wahrnehmung zurückzuholen, und die entsprechenden Menschen dahinter miteinander in Kontakt zu bringen und zu vernetzen.

Es kann ja weder in unserem Interesse liegen, dass die Kultur noch mehr aus der öffentlichen Wahrnehmung verschwindet, noch dass solche Orte unseren Stadt- und Dorfzentren weiter abhandenkommen. Im Gegenteil!!!

Wir alle können dazu beitragen, diese triste Tendenz wieder umzukehren! Nicht zuletzt auch durch unser Konsumverhalten.

Tango im Café Zirnheld, in der Alten Bergstraße in Landsberg

Tango im Café Zirnheld, in der Alten Bergstraße in Landsberg

Und im Zuge dieses Konzepts binden wir den Tanz in das Kulturschaufenster mit ein – in Form des Tango vom Rio de la Plata. Der Tango bildet hierbei eine Art roter Faden, der sowohl die Orte, als auch die kreativen Ausdrucksformen und ihre ProtagonistInnen in tänzerischer Weise verbindet. Dies geschieht nicht nur linear, sondern dialoghaft mäandernd, beziehungs- und prozesshaft wirkend, Einflüsse, Geschehendes aufnehmend und integrierend, wo es das Ganze bereichert … ein tanzender künstlerischer Faden, der sich verzweigt, mit Quervernetzungen, und gelegentlich auch hin und her webt …

Tango in Zeiten von Corona

Tango in Zeiten von Corona

Wer sich von dieser Idee angesprochen fühlt (sowohl KünstlerInnen als auch InhaberInnen geeigneter Orte) kann gerne mit uns direkt Kontakt aufnehmen, entweder unter Tel. 0172/ 827 55 75 oder Mail: nymphenspiegel@aol.com

hier zu unserer Kunst-Aktion im Cafe Zirnheld, und wie sich Kultur in Zeiten der Pandemie neue Räume schafft, indem sich aus einem Wald voller Einschränkungen und Hindernisse eine Idee zeigt:

Unsere Einstiegs-Veranstaltung in die Kulturschaufenster-Reihe:

 

 

MASCHINEN –  MUSIK – TANZ

Eine stattgefundene Unmöglichkeit – oder eine Impossibilisage

Martin Honsalek spielt auf der Bratsche seine Komposition "Taumel"

Martin Honsalek spielt auf der Bratsche seine Komposition “Taumel”

Diese fand am Samstag, den 27.03. sowie am Sonntag, den 28.03. 2021 statt, als gemeinsame Performance im Café Zirnheld, unter Einhaltung aller Hygienevorschriften, mit dem Bildhauer Timur Dizdar und seinen kinetischen Objekten, dem Musiker (erste Bratsche bei den Münchner Symphonikern) und Komponist Martin Honsalek, der Malerin und Gastronomin Andrea Nisch, sowie mir.

Da wir aufgrund der schnell steigenden Corona-Zahlen hierfür nicht mehr zu einer Veranstaltung laden konnten, auch nicht im Außenbereich, entschieden wir kurzfristig, diese Performance ohne geladenes Publikum aufzuführen und sie wenigstens auf Bildern und Film festzuhalten. Darüber hinaus konnte sie von zufällig vorbeigehenden PassantInnen durch die geöffneten Fenster verfolgt werden.

Das zu diesem Zeitpunkt ungenutzte Café Zirnheld mit seinen großen Fensterflächen erschien als idealer Ort für diese Aufführung. Und der Inhaber Peter Ulrich war ebenfalls von der Idee begeistert, den Raum für die Kunstaktion zur Verfügung zu stellen. Ausgestellt wurden dabei sechs kinetische Objekte von Timur Dizdar, die über eine elektronische Steuerung gestartet, und so gleichzeitig oder versetzt in Bewegung gebracht werden konnten. Die formale Komposition der Getriebe und Armaturen im Zusammenspiel mit der Rotation regte Martin Honsalek an, dafür eigens die Komposition “Taumel” für Solo-Bratsche zu kreieren. Das Konzert zwischen den bewegten Objekten war von außen durch die geöffneten Fenster zu hören. Im Anschluss daran bezog sich das Künstlerpaar Andrea Nisch und Ralf Sartori in ihren getanzten Tangos auf diese Exponate. Dabei nahm der Tanz die Rotation und kontrollierte Bewegung der Maschinen auf, erfolgte jedoch rein intuitiv und ohne hörbare Musik, die sie durch die Bewegung in die Stille hinein visualisierten (das Konzept dahinter: der hörbare Taumel und der sichtbare Ton).