Das Internationale Tangofilm-Lexikon

 

Unser Tangofilm-Archiv als stetig wachsendes Internationales Tangofilm-Lexikon

Für die Film-Stills und PR-Fotos zu den hier angekündigten Tango-Dokus und -Spielfilmen danken wir den jeweiligen FilmemacherInnen, den Produktions- und Verleihfirmen nochmals ganz herzlich, sie hier im Zuge der entsprechenden Ankündigungen fürs Kino, wie im Anschluss auch für unser Tangofilm-Archiv – bis auf Widerruf –, verwenden zu dürfen.

Nicht wenige dieser Filme werden in unserer Buchreihe TANGO GLOBAL durch die betreffenden FilmemacherInnen selbst vorgestellt, ihre Entstehungsprozesse in oftmals sehr persönlicher Weise beschrieben.

Dieses Film-Archiv stellt mittlerweile auch ein Lexikon des internationalen Tangofilms dar, das mit dazu beiträgt, all diese Dokus und Spielfilme im kollektiven Gedächtnis der stetig wachsenden globalen Gruppe tangobegeisterter Menschen zu verankern, sowie zu weiteren öffentlichen Vorführungen dieser Filme anzuregen.

Mit unserem Engagement für den Original-Tango vom Rio de la Plata arbeiten wir im Non-Profitbereich, und nicht immer kostendeckend.

Das Gros dieser Filme ist nur mit englischen Untertiteln erhältlich und spricht (nicht zuletzt deshalb) auch ein speziell interessiertes Zielgruppen-Publikum an. Jeder dieser Filme gelangt, im Rahmen unserer Reihe Tango im Kino, in der Regel nur ein einziges Mal zur Aufführung.

 

Unser Tangofilm-Archiv

Dies ist nun die Erweiterung unseres Archives sämtlicher Tangofilme (bisher 40 Dokumentar- und Spielfilme), die wir seit 2013 auf Schloss Seefeld, und von 2016 an auch im neuen Kino Breitwand Gauting, im Rahmen unserer zeitlich völlig unbegrenzten Reihe Tango im Kino, gezeigt haben.

Tango im Kino: hier mit Julian Bruno und Ignacio Santos aus Buenos Aires

Tango im Kino: hier mit Julian Bruno und Ignacio Santos aus Buenos Aires

Diese weltweit einzigartige Tangofilm-Reihe tritt mit dem Anspruch auf, sämtliche zur Vorführung verfügbaren Tangofilme, sei es als Dokumentation oder als Spielfilm, dem interessierten Publikum zugänglich zu machen, möglichst, ohne uns dabei jemals wiederholen zu müssen. Dabei zeigen wir die meisten der Filme in der Original-Version, mit deutschen –, oder wenn nicht anders anders erhältlich, englischen Untertiteln.

Teil eins unseres Archivs findet sich unter dem Link: http://tango-a-la-carte.de/tango-muenchen-das-muenchener-tangoangebot/tangofilm-breitwand-kino-schloss-seefeld-milonga nach der Überschrift “Zu den bisherigen Veranstaltungen und Filmen dieser Reihe“. Davor kündigen wir den jeweils aktuellen Termin der nächsten Tangofilmnacht auf Schloss Seefeld an.

Und die nächste Tangofilmnacht in Gauting beschreiben wir immer unter dem Link http://tango-a-la-carte.de/tango-muenchen-das-muenchener-tangoangebot/tangofilm-nacht-mit-tangobar-und-milonga-im-neuen-kino-breitwand-gauting.

Dieses Gesamt-Archiv bietet, über die Auflistung der wichtigsten Film-Daten zu jedem einzelnen Tangofilm hinaus, immer auch eine ausführliche Beschreibung des betreffenden Films, sodass dadurch ein bisher einzigartiges Tangofilm-Lexikon entstanden ist, das von Film zu Film weiter wächst.

Die Tangofilmnächte, zu denen der Leiter des Internationalen Fünf Seen Filmfestivals sowie Kinobetreiber Matthias Helwig und ich regelmäßig laden, finden jeden letzten Freitag des Monats statt, abwechselnd auf Schloss Seefeld und im neuen Breitwandkino Gauting. Dabei zeigen wir immer einen anderen Tangofilm und laden zur Milonga danach, also zum Tangotanzen, in die Kino-Lounge.

Tango im Breitwand-Kino Gauting während des 11. Internationalen Fünf Seen Filmfestivals (Foto: Pavel Broz)

Tango im Breitwand-Kino Gauting während des 11. Internationalen Fünf Seen Filmfestivals (Foto: Pavel Broz)

Für AnfängerInnen biete ich davor, zusammen mit Janine Holzer eine kurze Einführung, damit diese auf einfachem Niveau gleich mittanzen können.

Dieses Gesamt-Setting bietet zudem Filmemachern – auch Neulingen in diesem Bereich – die Möglichkeit, ihren eigenen Tangofilm auf dem Fünf Seen Filmfest vorzustellen und ihn anschließend ins Kino zu bringen.

Somit stellt es eine bisher beispiellose Förderung des Tangofilms dar.

Tango - eine intime Umarmung mit dem Leben

Tango - eine intime Umarmung mit dem Leben (Miguel Libedinsky (Dokumentarfilmer, Toronto)

Das Genre begleitet thematisch auch die von mir herausgegebene Tango-Buchreihe Tango Global, in welcher in jedem der bisher erschienenen Bände die entsprechenden FilmemacherInnen in ganz persönlicher Weise ihren Tangofilm im Interview selbst vorstellen, dessen Entstehung und Hintergründe beschreiben, sowie über ihre eigenen Bezüge zum Tango sprechen.

Und sie enthalten unter anderem kulturwissenschaftliche Beiträge zum Thema Tangofilm und Tango im Film.
Insofern korrespondiert die Buchreihe in diesem Aspekt auch eng mit der Filmreihe Tango im Kino. Mehr zur Reihe Tango Global unter dem Link http://tango-a-la-carte.de/tango-buecher/tango-global-buch-ausgaben.

Beide Reihen sind weltweit beispiellos und Avantgarde, nicht zuletzt, da es bei ihnen nicht vorrangig ums Geschäft, also den monetären Profit geht.

Ralf Sartori

 

Fortführung unseres Tangofilm-Archivs / Teil 2

Teil eins findet sich unter http://tango-a-la-carte.de/tango-muenchen-das-muenchener-tangoangebot/tangofilm-breitwand-kino-schloss-seefeld-milonga

 

Freitag, den 29. September 2017 luden wir im Rahmen der 32. Langen Tangonacht ins Kino Breitwand Schloss Seefeld und zeigten dort den Spielfilm Killing Moves (im Originaltitel Assassination Tango) von  Robert Duvall, der auch das Drehbuch schrieb, die Hauptrolle übernahm und den Film zusammen mit Francis Ford Coppola produzierte.

Killing Moves, 114 Minuten (Originaltitel: Assassination Tango), ist eine Thriller-Ko-Produktion zweier amerikanischer Länder (Argentinien/ USA) aus dem Jahre 2002.

Zur Handlung: John J. Anderson ist ein Auftragskiller; seine Freundin – vor der er seinen Beruf verheimlicht – hat eine zehnjährige Tochter, die er sehr liebt. Er will mit den Auftragsmorden aufhören, nimmt dennoch einen letzten Auftrag an – die Ermordung eines ehemaligen Mitglieds der Militärregierung in Argentinien.

Filmszene aus Killing Moves

Filmszene aus Killing Moves

Anderson fliegt nach Argentinien, wo er seine Auftraggeber trifft. Sie sagen ihm, ihre Familien hätten durch den General viel Leid erlitten, was jedoch nicht auf rechtlichem Wege verfolgt werden könne. Anderson zieht in ein Hotel und überprüft sein Zimmer zuerst auf mögliche Fallen.

Die Zielperson erleidet beim Reiten einen Unfall und wird in ein Krankenhaus eingeliefert, wo die Durchführung des Attentats unmöglich ist. Anderson wartet, bis der General entlassen wird. Er lernt Manuela kennen, die ihn während dessen im Tangotanzen unterrichtet. Als die Durchführung des Auftrags möglich wird und Anderson abreisen soll, verabredet er sich mit Manuela zu einem letzten Treffen, zu dem er jedoch nicht erscheint.

Szene aus Killing Moves, im Originaltitel: Assassination Tango

Szene aus Killing Moves, im Originaltitel: Assassination Tango

Anderson erschießt den General. Seine Auftraggeber werden verhaftet und der Geheimpolizei übergeben, die Geheimpolizisten beglückwünschen sie jedoch, sobald die anderen Polizisten den Raum verlassen. Ein Mann versucht, Anderson auf dem Flughafen aufzuhalten, er wird jedoch von dem Killer überwältigt. Anderson kehrt heim und zeigt der Tochter seiner Freundin einige Tangoschritte.

„Der elegische Thriller verdichtet sich zu einer Reise ins Innere seines Protagonisten, der über die Musik die Defizite seines Lebens erkennt und seine moralische Leere auszufüllen versucht. Ein nicht immer ganz uneitler Film des Schauspielers Robert Duvall, produziert von Francis Ford Coppola.“ Lexikon des internationalen Films

Diesen Film kann man zwar nicht als Tangofilm im engeren Sinne bezeichnen, da Tango nicht das zentrale Thema des Filmes darstellt, der Tango, soz. nicht selbst Protagonist ist, wie in den echten Tangofilmen (z.B. „Tango Lesson), doch andererseits käme er ohne den Tango wiederum auch nicht aus, da dieser intrinsisch notwendig und wichtig ist für die Dialoge, die Entwicklung der Beziehungen usw. Doch die Hauptlinie der Geschichte verhandelt andere Dinge – in diesem Fall einen komplizierten und fast sabotierten Auftragsmord.

(Sinngemäß wiedergegeben nach einem Artikel von Dr. Sabine Zubarik in Band 3 der Reihe „Tango-Golbal“ Mehr dazu unter: http://tango-a-la-carte.de/tango-buecher/tango-argentino-berlin-buch-trilogie/tango-berlin-band-3)

 

 

 

Las Luces de Buenos Aires, New Yorck 1931, Filmplakat

Las Luces de Buenos Aires, New Yorck 1931, Filmplakat

Freitag, den 27. Oktober 2017 luden wir anlässlich der 33. Langen Tangonacht ins neue Kino Breitwand Gauting und setzten dort unsere Retrospektive von Tangofilmen mit dem legendären Tango-Sänger und -Schauspieler Carlos Gardel in den Hauptrollen fort, mit dem Film Las Luces de Buenos Aires, Regie: Adelqui Millar, New Yorck 1931, 78 Minuten, Paramount, Musik von Mateo Rodríguez und Julio de Caro y su Orquesta Tipica ArgentinaWir zeigten den Film im spanisch-sprachigen Original mit englischen Untertiteln.

Regie: Adelqui Millar

Regie: Adelqui Millar

Darsteller: Carlos Gardel, Sofía Bozán, Gloria Guzmán, Pedro Quartucci, Carlos Baena. Kuindos, Marita Angeles, Vicente Padula, Jorge Ingante, José Agueras, Alfredo Camina und Marcos Caplán.

Zur Handlung: Ein Theaterproduzent aus Buenos Aires mit seiner etwas zweifelhaften Entourage ist auf dem Land unterwegs, auf der Suche nach neuen Talenten. Bei Nacht und Regen erleiden sie eine Autopanne und weil nichts mehr geht, steigen sie aus und machen sich zu Fuß auf, um Hilfe zu suchen. Dabei gelangen sie zur Estancia von Don Anselmo (Carlos Gardel), wo man gerade gemütlich beisammen sitzt und musiziert. Elvira, Don Anselmos Verlobte, singt und begleitet sich dazu auf der Gitarre.

Da der Theaterproduzent ganz hingerissen ist von ihr – und offenbar nicht nur von ihrem Gesang – macht er Elvíra gleich ein Angebot, sie als Sängerin in Buenos Aires ganz groß herauszubringen. Und da die Schwester von einer Karriere als Tänzerin in der Hauptstadt träumt, lädt sie sich gleich mit ein zu dieser Unternehmung. Letztlich gibt auch Elvíra der Verlockung nach, sich aufzumachen nach Buenos Aires.

Las Luces de Buenos Aires, mit Carlos Gardel und Sofía Bozán

Las Luces de Buenos Aires, mit Carlos Gardel und Sofía Bozán

Don Anselmo, ein allseits sehr beliebter Estanciero (Farmer) lässt sie schweren Herzens ziehen, leidet jedoch bald schon sehr unter der Abwesenheit der ihm versprochenen Elvira (Sofía Bozán).

So reist er ihr hinterher, in den Stiefeln und dem Habitus des Gauchos und fällt damit natürlich als Provinzler erst einmal auf, vor allem in den Salons und auf den Veranstaltungen des Produzenten und seines reichen Finanziers, wo Don Anselmo überraschend erscheint. Einmal findet er Elvíra betrunken vor und es kommt zu einer Prügelei. Elvira ist hin und hergerissen zwischen ihrer Liebe zu Don Anselmo und den Verlockungen der Metropole sowie ihren Aussichten auf Ruhm und Glanz. Jedesmal wenn Don Anselmo ihr über den Weg läuft, fällt sie in diesen Zwiespalt, rutscht zwischen die Stühle.

Doch der gewiefte Produzent versteht es alsbald, sie gut abzuschirmen. Da der Hauptfinanzier des Theaters, ein Lebemann und Millionär, es gewohnt ist, sich durch den Produzenten immer wieder neue Theater-Sternchen zuführen zu lassen und er bereits mehr als nur ein Auge auf Elvíra geworfen hat. Schließlich treffen zwei der Farmarbeiter ebenfalls ein, um nach dem Rechten zu sehen und ihrem geliebten Chef beizustehen, der jedoch mit seinen Bemühungen nicht weiter voranzukommen scheint.

Schließlich gibt dieser auf und reist zurück auf dessen Estancia. Doch vorher, beim Abschied von Elvira, sagt er, selbst zutiefst verletzt, noch etwas Verletzendes zu ihr und vollzieht damit die Trennung, worauf Elvira sich entscheidet, der Einladung des Theater-Mäzens zu einem gemeinsamen Picknicks-Ausflug aufs Land einzuwilligen. Nun tritt jedoch, bevor es dazu kommen kann, die Schwester auf den Plan und stachelt Don Anselmos Freunde, die Farmarbeiter, an, Elvíra von der Bühne weg zu entführen, während ihres großen Theater-Debüts.

Diese kehrt daraufhin bereitwillig zusammen mit diesen, wie es sich für Frauchen in der argentinischen Machowelt dieser Zeit gehört, reumütig und voller Sehnsucht zurück zu Don Anselmo, wo beide gleich und ohne Umschweife beginnen, ihre Liebe und ihr schon verloren geglaubtes Glück zu erneuern.

Das Gute vom Lande hat gegen das Zweifelhaft-Zwielichtige der Hauptstadt noch einmal triumphiert.

Zu der damaligen Zeit gewiss ein emotional stark aufgeladener Stoff. Der Tango war zu Beginn der 1930er Jahre auf dem Weg, seinen Gipfel zu erklimmen.

Und das Auseinanderbrechen bislang verlässlicher traditioneller Strukturen, Familien und Paarbeziehung war nicht nur in dieser neuen Volkskultur der Hauptstädte am Rio de la Plata längst eines der zentralen Themen – die Reibung zwischen Land und Stadt, Tradition und Moderne, Alteingesessenen und Einwanderern, ordentlichen Verhältnissen sowie des lasterhaften und ganovenlastigen Tango-Milieus, wie auch in dem Film „Melodia de Arrabal“, den wir am 25. August in Gauting gezeigt hatten.

Das Duo Bruno y Santos spielt im Kino vor Filmbeginn noch einige Gardel-Tangos

Das Duo Bruno y Santos spielt im Kino vor Filmbeginn noch einige Gardel-Tangos

Im Zuge dieser 33. Folge von Tango im Kino wurde uns eine unerwartete Gunst zuteil, nämlich in den Genuss von Live-Musik zu kommen, in Gestalt des bekannten Duos Bruno y Santos aus Buenos Aires. Die beiden waren auf der Durchreise, hatten von unserer Reihe gehört und spontan angeboten, dort zu spielen. Und so präsentierten sie, passend zum Film, schon als Entrée zu dessen Vorführung, bekannte Gardel-Tangos, und spielten auch danach noch zur Milonga – ein Hochgenuss!

Julian Bruno und Ignacio Santos spielen auch während der Kino-Milonga

Julian Bruno und Ignacio Santos spielen auch während der Kino-Milonga

Das 2013 gegründete Duo (Gitarre & Gesang/ Bandoneon) ist bereits mit großem Erfolg in den renommiertesten Milongas von Buenos Aires aufgetreten und hat zusammen mit einigen der bekanntesten Künstlern der Tango-Szene auf der Bühne gestanden. Julian Bruno und Ignacio Santos sind feste Mitglieder des Tango-Orchesters Ciudad Baigon, das drei CDs veröffentlicht hat, eine davon live; eine vierte CD erschien jetzt vor kurzem erst im Oktober, welche in den Abbey Road Studios in London aufgenommen worden war. Das Repertoire des Duos umfasst traditionelle Tangos von Gardel über Troilo, Di Sarli und Pugliese bis hin zu Piazolla. Diese Künstler standen auch schon zusammen mit legendären Rockbands auf der Bühne, wo sie den Tango der Jugend von heute nahegebracht haben.

Ralf Sartori

 

 

 

Tango Queerido von Liliana Furió

Tango Queerido von Liliana Furió

Freitag, den 24. November 2017 luden wir im Rahmen der 34. Langen Tangonacht ins Kino Breitwand Schloss Seefeld und zeigen dort den Dokumentarfilm Tango Querido im spanisch-sprachigen Original mit deutschen Untertiteln.

Tango Queerido, 60 Minuten, Buenos Aires 2016, Regie: Liliana Furió. Der Film stellt eine Innensicht der internationalen Tango-Queer-Bewegung dar, eine überraschende Interpretation des vom Rio de la Plata stammenden Tanzes, der auf der ganzen Welt begeistert getanzt wird.

Filmszene aus Tango Queerido

Filmszene aus Tango Queerido

Dabei ist QUEERIDO ein Wortspiel aus dem Partizip (querido) des spanischen Worts querer (lieben/mögen) und dem englischen Wort queer, 

Paradoxerweise ist ausgerechnet der Tango, ein ausgesprochen traditioneller Tanz mit durchaus machistischen Zügen, zu einem Mittel für die Kommunikation, den Zusammenhalt und die politische Positionierung des LGTBIQ-Kollektivs geworden.

Queer-Tango in Buenos Aires

Queer-Tango in Buenos Aires

Während Bewegungsmuster, Umarmung und Musikalität beibehalten werden, wird die klar fixierte klassischeRollenverteilung aufgebrochen, um ein weniger geschlechterrollen-stereotypes Miteinandertanzen zu ermöglichen.

Queertango hat sich dabei innerhalb weniger Jahre stark verbreitet, trifft aber in den konservativen Teilen jeder Gesellschaft auf Widerstand, vor allem in Ländern, in denen Homophobie eine staatlich verordnete Denkweise ist.“

Ralf Sartori

 

 

 

Carlos Gardel als Julio Argüelles und Rosita Moreno als Marga

Carlos Gardel als Julio Argüelles und Rosita Moreno als Marga

Freitag, den 29. Dezember 2017 luden wir anlässlich der 35. Langen Tangonacht ins neue Kino Breitwand Gauting und zeigten dort den letzten Film im Rahmen unserer Carlos-Gardel-Retrospektive, den Klassiker El dia que me quieras (Der Tag, an dem du mich lieben wirst). Es war auch Gardels letzter Film. Denn er starb noch im selben Jahr, unter immer noch ungeklärten Umständen, in einem brennenden Flugzeug auf der Rollbahn von Medellin, gemeinsam mit seinem Freund und Textdichter Alfredo Le Pera – und wurde dadurch endgültig unsterblich und zum Mythos. Seitdem sagen die Leute: Er singe jeden Tag noch schöner seine Tangos.

El dia que me quieras (Der Tag, an dem du mich lieben wirst), USA 1935 / 82 Minuten, Exito Productions, Inc. Paramount, Regie: John Reinhardt, Buch: Alfredo Le Pera, in den Hauptrollen: Carlos Gardel, Rosita Moreno, Tito Lusiardo,

Carlo Gardel und Rositha Morena in El dia que me quieras

Carlo Gardel und Rositha Morena in El dia que me quieras

Die gesamte Personage des Films: Carlos Gardel (Julio Argüelles, der Sohn), Rosita Moreno (Margarita/Marga) Tito Lusiardo (Rocamora), Manuel Peluffo (Saturnino), Francisco Flores del Campo (Daniel Dávila), José Luis Tortosa (Pedro Dávila), Fernando Adelantado (Carlos Argüelles, der Vater), Suzanne Dulie (Pepita), Celia Villa (Juanita), Agustín Cornejo (Gitarrist), Alberto Infanta (Gendarm), Astor Piazzolla spielt hierin den Zeitungsjungen.

Zum Inhalt: Mit Hilfe von zwei Freunden schafft es Julio Argüello (Carlos Gardel, der in Argentinien u.a. liebevoll “Der, der-jeden-Tag-besser singt” genannt wird), sich mit seiner Gitarre über den Balkon von zu Hause wegzustehlen.

zeitgenössisches Kino-Plakat zu "El dia que me quieras"

Sein reicher vornehmer Vater darf nicht wissen, dass sie heute Abend im Teatro Maravillas debütieren. Dort macht ihnen die hübsche Margarita Mut. Doch einer der Sänger hat Schluckauf; sie werden deshalb ausgebuht und von der Bühne vertrieben. Margarita muss tanzen, um die Situation zu retten und Julio begleitet sie dazu auf der Gitarre: jubelnder Applaus.

Auf einer Parkbank gesteht schließlich Julio Margarita seine Liebe. Sie wehrt ab: „Ich gehöre doch zu einer anderen Welt, bin bloß eine kleine Lehrerin.” Aber Julio sagt ihr, daß er bei ihr die Wärme findet, die er nie bekommen hat, weil seine Mutter jung gestorben ist und sein Vater immer nur das Scheckheft zieht, wenn er mit ihm reden will. Daraufhin stimmen sie den Titel-Tango El dia que me quieras gemeinsam an (und Gardel singt wirklich jeden Tag besser!).

Julios Vater hat jedoch ganz andere Pläne mit ihm: In seinem Büro erklärt er seinem Sohn, er solle bald die Tochter aus einer reichen Familie heiraten. „Dann haben wir den ganzen argentinischen Weizen in unseren Händen.” Julio fragt: „Und die Liebe, Papa?”.

Sus ojos se cerraron

Sus ojos se cerraron

Gegen den Willen des Vaters heiratet Julio jedoch die arme, aber geliebte Margarita. Sie will tanzen, er soll singen, so wollen sie ihren Lebens-Unterhalt verdienen. Viele Jahre vergehen, sie haben schon eine zehnjährige Tochter, sind noch immer arm, und Margarita ist sehr krank (ihr Name ist kein Zufall). Carlos sucht seit Monaten Arbeit, erfolglos. Noch einmal will Margarita Arbeit als Tänzerin bekommen, aber sie bricht beim Vortanzen zusammen. Verzweifelt versucht Julio, seinen Vater zu erreichen, aber dieser verweigert sich ihm. Julio bricht schließlich bei seinem Vater ein; doch dieser und sein Freund Dävila erwischen ihn.

Als Julio nach Hause kommt, ist Margarita gestorben. Er ist so traurig, dass er nicht einmal mehr weinen kann; also singt er glücklicherweise wieder, “Sus ojos se cerraron” (‘Ihre Augen haben sich geschlossen’), einen wunderschönen, tief bewegend traurigen Tango.

Alte Plakat-Ankündigung zum Film "El dia que me quieras"

Alte Plakat-Ankündigung zum Film "El dia que me quieras"

Wieder ist Zeit vergangen, inzwischen ist er als der Sänger “Julio Quiroga” in der ganzen Welt berühmt geworden, seine Tochter Marga begleitet ihn; sie drehen einen Film in Hollywood. Julio erhält ein Telegramm; sein Vater ist gestorben und er der einzige Erbe. So fahren sie nach Buenos Aires mit dem gleichen Schiff wie Margas Bewunderer Daniel Davila und dessen Vater. Der junge Daniel und Marga wollen sich noch auf dem Schiff verloben, aber Vater Davila ist dagegen: „Das sind nicht Leute aus unserer Klasse.” Marga läuft entsetzt zu ihrem Vater Julio, der an der Reeling “Volver” (‘Zurückkehren’) singt.

“…Ich ahne das Blinken der lichter, die von fern meine Rückkehr ankündigen, es sind die gleichen, die mit ihren blassen Reflexen tiefe Trauerstunden beleuchtet haben …” „ …Der Schnee der Zeit hat meine Schläfen weiß gefärbt … ” Julio erfährt, dass Vater Davila ein hoher Angestellter seines eigenen Vaters war, und dass nun dessen Schicksal in seinen Händen liegt. Vater Davila erkennt schließlich in ‘Julio Quiroga’ den Mann, der damals bei Argüello eingebrochen ist. Als Daniel und Marga dazukommen, kann endlich die große Aussprache stattfinden. Julio erklärt, daß er damals, als seine Frau Margarita im Sterben lag, den verzweifelten Einbruch unternahm. Vater Davila verurteilt ihn dafür, natürlich nur so lange, bis er erfährt, daß ‘Quiroga’ eigentlich Argüello heißt, und daß der damalige Dieb heute der Erbe ist. Davila ist nun entzückt, daß sein Sohn sich mit Julios Tochter verloben will. Die jungen Verliebten stehen wieder an der Reeling, damit sich die Lichter im Wasser spiegeln können, und weil Gardel sich beim Singen gern angelehnt hat. Er geht auf sie zu und singt noch einmal — wie ein Gott — ‘El dia que me quieras’, das Lied seiner Frau. Das letzte Bild: Gardel schaut zum Meer, mit dem Rücken zur Kamera … sein letztes Filmbild.

Denn es war traurigerweise auch sein letzter Film. Noch im selben Jahr fand er, gemeinsam mit seinem Freund und Text-Dichter Alfredo de Pera den frühen Tod bei einem Flugzeugbrand auf der Startbahn des Flughafens von Medellin in Columbien.

Wie James Dean, Marylin Monroe und Ernesto Guevara starb er jung, auf dem Höhepunkt des eigenen schon zu Lebzeiten verwirklichten Mythos und wurde so, wie diese, zu einer unsterblichen Ikone

Ralf Sartori und Jeanine Meerapfel

 

 

 

Susanne Opitz und Rafael Busch. Das Bild stammt aus Band 3 der Buchtrilogie über die Berliner Tangoszene innerhalb der Reihe TANGO GLOBAL

Freitag, den 26. Januar 2018 luden wir im Rahmen der 36. Langen Tangonacht ins Kino Breitwand Schloss Seefeld und zeigten “Bleiben oder gehen? Ein Paar ringt um seine Liebe”, Dokumentarfilm im Tango-Beziehungs-Kontext, eine Produktion des Westdeutschen Rundfunks (WDR): Autoren: Jana Matthes und Andrea Schramm.

Zum Inhalt: Eine große Liebe, ein gemeinsames Kind, eine Tangoschule in Berlin, das „Tangotanzenmachtschön“ oder kurz TTMS, wie die Berliner es, mit ihrem ausgeprägten Hang, immer alles abkürzen zu müssen, auch nennen. Und eine mögliche Trennung, die alles bedroht.

Susanne Opitz und Rafael Busch gehen durch die schwierigste Zeit ihres Lebens: Es steht nicht nur ihre Liebe auf dem Spiel, sondern ihre gesamte Existenz.

Eine gut gemachte Dokumentation, die zeigt, wie schwierig es werden kann, mit dem Beziehungspartner auch intensiv beruflich verbunden zu sein, vor allem, wenn dieses berufliche Feld auch noch der Tango ist, im gemeinsamen Unterrichten und mit Show-Tanz – ein Minenfeld, in dem man, abgesehen von gemeinsam zu bewältigenden Herausforderung, zu allem Überfluss stets noch mit den Spiegelungen eigener Beziehungs-Thematiken konfrontiert ist.

Wobei es doch schon schwierig genug wäre, das Private nicht vom beruflichen vereinnahmen – und das Berufliche wiederum nicht von privaten Konflikten überlagern zu lassen.

Was für viele Tangolehrer-Kollegen Alltag bedeutet, mag auch für andere Tanzpaare (nicht nur im Argentinischen Tango) interessant sein, für die der Tanz einen großen Bereich des gemeinsamen Lebens ausfüllt oder die wiederum freiberuflich als Partner gleichfalls in ein und derselben Firma verbunden sind …

Das Team des Tangotanzenmachtschön

Das Team des Tangotanzenmachtschön

„Nimmermüde bieten Susanne Opitz und Raffel Busch schillernde Tango-Events mit prominenten Gastlehrern, verlockenden Show-Einlagen und einer zwölfköpfigen Crew, die für jeden Tango-Geschmack etwas bietet. Die Lust am theatralischem Reichtum des Tangos verbindet sich hier auf’s Angenehmste mit schwäbischer Geschäftstüchtigkeit und einer so charmanten Lust an Glamour, dass nur sehr gestrenge Kulturkritiker sich eher nicht hierher verirren werden, der Rest der Welt aber nicht anders kann, als dem Charme des TTMS schlichtweg zu erliegen. …“, so die Autorin Lea Martin in Band 3 der Buchtrilogie über die Berliner Tangoszene innerhalb von TANGO GLOBAL, der ersten Tangobuchreihe weltweit. Ihr Artikel gewährt Einblicke hinter die Kulissen der schillernden Berliner Tango-Welt. Mehr zu diesem Band unter: http://tango-a-la-carte.de/tango-buecher/tango-argentino-berlin-buch-trilogie/tango-berlin-band-3.

Ralf Sartori

 

 

 

Tango zu Besuch: Ein Dokumentarfilm von Irene Schüller

Tango zu Besuch: Ein Dokumentarfilm von Irene Schüller

Freitag, den 23. Februar 2018 luden wir anlässlich der 37. Langen Tangonacht ins neue Kino Breitwand Gauting und zeigten dort den Dokumentarfilm Tango zu Besuch von Irene Schüller, “über die Sehnsucht, in der Umarmung mit dem Fremden sich selbst zu begegnen”, Deutschland 2017, 52 Minuten. Wir zeigen den Film in deutscher Sprache.

Zum Inhalt: Fünf junge Tänzerinnen und Tänzer tauchen Abend für Abend ein in die sinnlich-erotische Welt des Tango, fern seiner Heimat Argentinien: im Schwarzwald. Alle sind Single. Alle sind dem so leidenschaftlichen wie melancholischen Tanz verfallen. Alle wollen Begegnung, aufgehen im Paar, in Schönheit, Eleganz und Perfektion, und dabei auch gerne bewundert werden. Alle sind süchtig nach dem Kick, in der Umarmung mit Fremden sich selbst zu finden.

Filmbild aus Tango zu besuch

Filmbild aus Tango zu besuch

Die Erotik ist inszeniert, doch die Nähe ist echt. Das führt zu Konflikten, die das makellose Paar auf der Tanzfläche nicht zeigt. Wie viel ist Spiel, wie sehr halten die starren Geschlechterrollen des Tango gefangen?

„Tango zu Besuch“ blickt hinter die perfekte Fassade, zeigt die Gegensätze und wie sie sich in der kleinen Szene auswirken. Ruben ist froh über die klare Rollenverteilung. Susanna dagegen macht sich für mehr Gleichberechtigung stark. Christian genießt die flüchtigen Kontakte mit Frauen. Helena jedoch sucht nach echter Begegnung. Joscha wiederum will vom Zwischenmenschlichen nichts wissen. Er möchte Tango zu seinem Beruf machen, damit Geld verdienen.

Tango im Schwarzwald

Tango im Schwarzwald

Schonungslos, trotzdem liebevoll und mit feinem Humor erzählt „’Tango zu Besuch“, was sich in den Tanzsälen fern von Buenos Aires abspielt. Wie in der eigenen Eleganz bleiben, wenn der Partner herumstolpert? Man muss viele Jahre trainieren, um gut zu sein, um in der Tango-Szene akzeptiert zu werden. Wer will sich da schlechte Tänze ohne Kick zumuten? Arroganz hilft, „nein“ zu sagen und um Ablehnung einzustecken. Joscha vermutet, seine Arroganz schütze ihn auch vor der extremen Nähe des Tango. So gehen die Unnahbaren wieder allein nach Hause, wenn die Musik verstummt ist, auch wenn sie auf den Partner fürs Leben gehofft haben.

Der Film lief in der englisch-sprachigen Version in Toronto und hatte damit seine Permiere dort

Der Film lief in der englisch-sprachigen Version in Toronto und hatte damit seine Permiere dort

Glücklich oder unglücklich? Eine runde Milonga führt vom frischen Begehren zum wehmütigen Abschiedsschmerz im Zeitraffer durchs ganze Liebesdrama. Nach diesem ungewöhnlichen Tango-Film weiß man, warum fünf junge Menschen auf höchst ästhetische und berührende Art gemeinsam einsam sind.

 

Irene Schüller über ihren Film:

Als ich Ende 2013 mit den Dreharbeiten zum Dokumentarfilm begann, tanzte ich selbst intensiv Tango. Ich tanzte so gut wie jeden Tag, oder so oft es eine Milonga gab. Als Fremde in Berlin und zuvor in Peking war der Tango mein zuverlässiger Freund geworden. Es war klar, wohin ich gehen und was ich tun konnte, um mich sozial zu integrieren.

Die Filmemacherin Irene Schüller

Die Filmemacherin Irene Schüller

In Buenos Aires hatte ich so viel Privatunterricht genommen, dass ich meinen eigenen Ansprüchen an das Tanzvermögen langsam anfing zu genügen. Das Gefühl, mit dem passenden Tanzpartner in der Musik kreativ sein zu können, war einfach großartig.

Gleichzeitig warf der Tango immer mehr Fragen auf. In wessen Armen fand ich mich wieder? Wie wohl fühlte ich mich dort? Standen Sehnsucht nach Ausdruck und Einheit und tatsächliches Vergnügen in einem guten Verhältnis? Würde ich es schaffen, ausschließlich Spaß zu haben, und lernen, frustrierende Momente zu vermeiden?

Ich merkte, dass diese Fragen nicht nur mich beschäftigten, sondern typische „Tango-Fragen“ zu sein schienen.

Auf der Suche nach Umarmung

Auf der Suche nach Umarmung

Außerdem fragte ich mich immer mehr, ob ich als Deutsche denn überhaupt den Tango begreifen könne. Und ob es denn überhaupt Sinn macht, sich einer fremden Melancholie hinzugeben, die nicht die meine ist. Ich war mir sicher, dass die Traurigkeit der Musik sich auf uns Tänzer übertrug.

All die Filme, die ich bisher über Tango gesehen hatte, schienen ganz andere Themen zu behandeln. Die sich gegenüberstehenden starken Emotionen von Freud und Leid der nicht-professionellen Tangotänzerinnen und -tänzer kamen mir vernachlässigt vor. Und das, obwohl die Szene weltweit riesig ist. Davon wollte ich erzählen.

Tango zu Besuch, ein weiteres Filmbild

Tango zu Besuch, ein weiteres Filmbild

Die Protagonisten, die ich für meinen Film aussuchte, hatte ich vorher schon lange fasziniert beobachtet, und so freute mich sehr, als sie sich bereit erklärten, mitzuwirken. Für alle fünf war der Tango nicht wegzudenken aus ihrem Leben. Sie pflegten diese Leidenschaft mit einer Sorgfalt, die mich sehr berührte.

Da es mir nicht darum ging, ein Porträt fünf einzelner Personen zu zeichnen, wurden zugunsten der Gesamtgeschichte manche Aussagen aus dem Kontext gerissen und damit verfremdet. Ich wünsche mir, dass die Betrachtung des Filmes zur Reflexion und Diskussion der eigenen Emotionen anregt.

Irene Schüller

 

 

 

HEARTS OF TANGO, eine facettenreiche Dokumentation über die Tangolandschaft der kanadischen Metropole Toronto, von Miguel Libedinsky

HEARTS OF TANGO, eine facettenreiche Dokumentation über die Tangolandschaft der kanadischen Metropole Toronto, von Miguel Libedinsky

Freitag, den 23. März 2018 luden wir im Rahmen der 38. Langen Tangonacht ins Kino Breitwand Schloss Seefeld und zeigten diesmal HEARTS of TANGO, einen Dokumentarfilm über die höchst facettenreiche Tangoszene in Toronto, von November 2014, der in Toronto, Kanada, produziert wurde. Regie Miguel Libedinsky. Diesmal ausnahmsweise nicht am letzten Freitag des Monats, da jener Karfreitag war, sondern eine Woche früher. Und da dieser Film zuvor noch in keinem deutschen Kino gezeigt wurde, feierten wir damit zugleich dessen Kino-Premiere.

Der Film beschreibt die Tango-Landschaft der Stadt und gibt verschiedenen ihrer Akteurinnen und Akteuren eine Stimme, welche ihre Leidenschaft für diesen multikulturellen Ausdruck des Lebens miteinander teilen. Er erzählt von Schülern und Lehrern, Musikern, DJs, Performance-Tänzern, Milongas und Organisatoren von besonderen Veranstaltungen.

Miguel Libedinsky (links)

Miguel Libedinsky (links)

Auf der Suche nach Antworten auf das, was der Tango für sie bedeutet, stellt dieser Dokumentarfilm auch die Frage nach seiner universellen Anziehungskraft? Was erweckt sie zu dieser Leidenschaft? Was lässt sie so intensiv leben und wie finden sie darin ihren eigenen Ausdruck?

HEARTS of TANGO versucht ebenso zu zeigen, dass der typische Klang dieser Musik nicht nur der Stadt Buenos Aires gehört, sondern mit dem grundsätzlichen Konzept der Stadt an sich verbunden ist.

Wie Buenos Aires ist auch Toronto geprägt von Immigrations-Bewegungen aus aller Welt

Wie Buenos Aires ist auch Toronto geprägt von Immigrations-Bewegungen aus aller Welt

Und letztlich beschreibt dieser Film einen konzeptionellen Kreis, wenn man die Ursprünge dieser Musik mit einem Schlüsselstück der kanadischen Identität verbindet: ihren Einwanderern. Denn Tango ist ein Ergebnis und Produkt musikalischer Traditionen, die in den ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts von verschiedenen Einwanderungswellen nach Südamerika gebracht wurden.

Jetzt ist es an der Zeit, seine Migration nach Toronto zu erkunden. In den Worten seiner Poesie, in jedem Schritt seines Tanzes und jeder Note seiner Musik, spricht Tango von Liebe und Leidenschaft, Traurigkeit und Sehnsucht, Verlust und Hoffnung. Hier vor allem mit moderner Tango-Musik der Band „Narcotango“.

Tango in Toronto

Tango in Toronto

Spannend vor allem, sich mit dem Phänomen Tango in anderen Kulturkreisen auseinanderzusetzen, ist doch immer wieder auch, einen besonderen Fokus auf die Frage zu richten, welche Spuren beide Seiten jeweils inander hinterlassen und sich aneinander verändern:

Die kanadische Mentalität und Lebensweise durch den Tango, aber auch umgekehrt. Das ist in diesem Film ebenfalls gut gelungen. Mehr unter: http://www.heartsoftango.com/

Ralf Sartori

 

 

 

Tango, no todo es rock mit Chicho Mariano Frumboli

Tango, no todo es rock mit Chicho Mariano Frumboli

Freitag, den 27. April 2018 luden wir anlässlich der 39. Langen Tangonacht ins neue Kino Breitwand Gauting und zeigten dort den Dokumentarfilm Tango, no todo es rock, unter anderem mit dem damals noch unbekanntem Chicho Mariano Frumboli, der heute ein Weltstar ist, Länge: 52 Minuten, Frankreich 2013, Regie: Jacques Goldstein und Pedro Lombardi, in spanisch-französischer Originalsprache mit englischen Untertiteln.

 

Zum Inhalt: Zehn Jahre nachdem der Fotograf Pedro Lombardi junge argentinische Tangotänzer fotografiert hat, kehrt er zurück zu den Ufern des Rio de La Plata, um zu erfahren, was aus seinen Protagonisten geworden ist und wie sich der Tango selbst weiterentwickelt hat. Zusammen mit diesen Zeitzeugen und ihren intimen Geschichten, spürt er der großen Geschichte des Tango nach.

Ein Film von Jacques Goldstein und Pedro Lombardi, in spanisch-französischer Originalsprache mit englischen Untertiteln

Ein Film von Jacques Goldstein und Pedro Lombardi, in spanisch-französischer Originalsprache mit englischen Untertiteln

Ein Mythos, der so manches Mal Träume von Ruhm erfüllt hat, der Paare auseinander bringt oder sie zu nächtlichen Treffen in schummrigen Bars von Buenos Aires und Montevideo einlädt.

 

 

 

 

Freitag, den 25. Mai 2018 luden wir im Rahmen der 40. Langen Tangonacht ins Kino Breitwand Schloss Seefeld und zeigten dort das hochkarätige Tango-Varieté-Programm Locura Tanguera aus Berlin, eine Produktion des Casa del Tango Berlin von 2014.

Locura Tanguera, eine Produktion des "Casa del Tango Berlin"

Locura Tanguera, eine Produktion des "Casa del Tango Berlin"

Eines der witzigsten, künstlerisch vielseitigsten und zugleich virtuosesten Programme, die ich je gesehen habe, und eines, das auch absolut typisch ist für den Berliner Tango. (Ralf Sartori)

“An diesem Varieté-Abend wird mit Augenzwinkern und in Anspielung auf die vielen Tangoklischees die Faszination beschrieben, die alle Menschen packt, wenn sie sich dem Tango nähern.

Wir nennen es schlicht und einfach „Tangowahnsinn“ (Locura Tanguera), der wahllos Männer und Frauen jeden Alters und jeder Herkunft befällt. Geschichtlich betrachtet tauchte das „Krankheitsbild“ erstmals um 1880 am Rio de la Plata auf und hat sich seither rasant über den gesamten Erdball ausgebreitet – Therapieerfolge sind bisher nicht bekannt. Welche Faszination der Tango, die Musik und der einst als verrucht geltende Tanz erneut ausüben, zeigt der Tango-Boom der letzten Jahre. Überall wurden Schulen und Salons gegründet, Tango-Filme ziehen ein großes Publikum an, Stars der klassischen Musik wie Guidon Kremer und Daniel Barenboim haben den Tango für sich entdeckt und seit September 2009 gehört der Tango sogar zum immateriellen Kultur-Erbe der Menschheit laut der UNESCO.

Locura Tanguera, das Ensemble

Locura Tanguera, das Ensemble

Unsere Conférencière Carola Söllner, die selber bekennende „Erkrankte“ ist, gibt als Expertin auf dem Gebiet des Tangowahnsinns Einblicke in die neueste Forschung.

Begleiten Sie uns auf eine musikalische und visuelle Reise durch 130 Jahre Tangowahnsinn. Sie werden selber feststellen, der Schritt von Faszination zur Besessenheit ist fließend – wer sich in das Tango-Milieu begibt, wird dies selbst am eigenen Leib erfahren. Nicht nur die Mitwirkenden dieser Show sind bekennende Tango-Besessene, sie haben weltweit Zehntausende von Nachahmern …

 

 

 

 

Und es gibt bei jeder der Veranstaltungen unserer Reihe Tango im Kino auch einen Büchertisch

mit sämtlichen Bänden von Tango Globalder ersten Tango-Buchreihe weltweit – und aktuell wieder einer NEU-ERSCHEINUNG:

Ralf Sartori, Die Essays-Teil 2 ... mit einer Cover-Gestaltung unter Verwendung eines Bildes von Romy Musholt

Ralf Sartori, Die Essays-Teil 2 ... mit einer Cover-Gestaltung unter Verwendung eines Bildes von Romy Musholt

Dort stellen wir ein noch druck-warmes Tangobuch vor, das Juni 2018 erschienen ist, nämlich den 2. Teil der Sammlung meiner neuesten Tango-Essays, als Band 6 der Reihe TANGO GLOBAL. Ausführliches dazu unter: http://tango-a-la-carte.de/tango-buecher/tango-global-buch-ausgaben/tango-global-sonderbaende/tango-essays-themen-sonderband-3.

Der erste Teil dieser Essay-Sammlung ist im November 2017 erschienen, als Band 5 der Reihe Tango Global und als ihr 2. Themen-Sonderband. Mehr zu dieser Vorgänger-Publikation, die, beide miteinander, eine Gesamtheit bilden, unter:http://tango-a-la-carte.de/tango-buecher/tango-global-buch-ausgaben/tango-global-sonderbaende/tango-essays.

Der Büchertisch von Tango-Global

Der Büchertisch von Tango-Global, der ersten Tango-Buchreihe weltweit

Sowie die gesamte Buch-Trilogie über die Entstehung, Entwicklung und Gegenwart der Berliner Tangoszene. Berlin gilt als Welt-Tangometropole gleich nach Buenos Aires, von ihr ging auch die zweite Tango-Globalisierungswelle in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts aus. Mehr zu Band 1 unter http://tango-a-la-carte.de/tango-buecher/tango-argentino-berlin-buch-trilogie, zu Band 2 unter http://tango-a-la-carte.de/tango-buecher/tango-argentino-berlin-buch-trilogie/tango-berlin-band-2 und zum 3. Band unter http://tango-a-la-carte.de/tango-buecher/tango-argentino-berlin-buch-trilogie/tango-berlin-band-3.

Sowie zu dem Essay-Band Tango – Die Essenz/ Eine Annäherung mit 49 Maximen für den tanzenden Eros, der in der Reihe Tango Global als erster Themen-Sonderband erschienen ist. Mehr darüber unter http://tango-a-la-carte.de/tango-buecher/tango-global-buch-ausgaben/tango-global-sonderbaende).

 

 

 

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