Das Internationale Tangofilm-Lexikon

 

Unser Tangofilm-Archiv als stetig wachsendes Internationales Tangofilm-Lexikon

Dies ist die Erweiterung unseres Archives sämtlicher Tangofilme (bisher 34 Dokumentar- und Spielfilme), die wir seit 2013 auf Schloss Seefeld, und von 2016 an auch im neuen Kino Breitwand Gauting, im Rahmen unserer zeitlich unbegrenzten Reihe Tango im Kino gezeigt haben.

Tango im Kino: hier mit Julian Bruno und Ignacio Santos aus Buenos Aires

Tango im Kino: hier mit Julian Bruno und Ignacio Santos aus Buenos Aires

Diese weltweit einzigartige Tangofilm-Reihe tritt mit dem Anspruch auf, sämtliche zur Vorführung verfügbaren Tangofilme, sei es als Dokumentation oder als Spielfilm, dem interessierten Publikum zugänglich zu machen, möglichst, ohne uns dabei jemals wiederholen zu müssen. Dabei zeigen wir die meisten der Filme in der Original-Version, mit deutschen –, oder wenn nicht anders anders erhältlich, englischen Untertiteln.

Teil eins unseres Archivs findet sich unter dem Link: http://tango-a-la-carte.de/tango-muenchen-das-muenchener-tangoangebot/tangofilm-breitwand-kino-schloss-seefeld-milonga nach der Überschrift “Zu den bisherigen Veranstaltungen und Filmen dieser Reihe“. Davor kündigen wir den jeweils aktuellen Termin der nächsten Tangofilmnacht auf Schloss Seefeld an.

Und die nächste Tangofilmnacht in Gauting beschreiben wir immer unter dem Link http://tango-a-la-carte.de/tango-muenchen-das-muenchener-tangoangebot/tangofilm-nacht-mit-tangobar-und-milonga-im-neuen-kino-breitwand-gauting.

Dieses Gesamt-Archiv bietet über die Auflistung sämtlicher Film-Daten zu jedem einzelnen Tangofilm hinaus immer auch eine ausführliche Beschreibung des betreffenden Films, sodass dadurch ein bisher einzigartiges Tangofilm-Lexikon entstanden ist, das von Film zu Film weiter wächst.

Die Tangofilmnächte, zu denen Festival-Leiter sowie Kinobetreiber Matthias Helwig und ich regelmäßig laden, finden jeden letzten Freitag des Monats statt, abwechselnd auf Schloss Seefeld und im neuen Breitwandkino Gauting. Dabei zeigen wir immer einen anderen Tangofilm und laden zur Milonga danach, also zum Tangotanzen, in die Kino-Lounge.

Tango im Breitwand-Kino Gauting während des 11. Internationalen Fünf Seen Filmfestivals (Foto: Pavel Broz)

Tango im Breitwand-Kino Gauting während des 11. Internationalen Fünf Seen Filmfestivals (Foto: Pavel Broz)

Für AnfängerInnen biete ich davor, zusammen mit Janine Holzer eine kurze Einführung, damit diese auf einfachem Niveau gleich mittanzen können.

Dieses Gesamt-Setting bietet zudem Filmemachern – auch Neulingen in diesem Bereich – die Möglichkeit, ihren eigenen Tangofilm auf dem Fünf Seen Filmfest vorzustellen und ihn anschließend ins Kino zu bringen.

Somit stellt es eine bisher beispiellose Förderung des Tangofilms dar.

Das Genre begleitet thematisch auch die von mir herausgegebene Tango-Buchreihe Tango Global, in welcher in jedem der bisher erschienenen Bände die entsprechenden FilmemacherInnen in ganz persönlicher Weise ihren Tangofilm im Interview selbst vorstellen, dessen Entstehung und Hintergründe beschreiben sowie über ihre eigenen Bezüge zum Tango sprechen.

Und sie enthalten unter anderem kulturwissenschaftliche Beiträge zum Thema Tangofilm und Tango im Film.
Insofern korrespondiert die Buchreihe in diesem Aspekt auch eng mit der Filmreihe Tango im Kino. Mehr zur Reihe Tango Global unter dem Link http://tango-a-la-carte.de/tango-buecher/tango-global-buch-ausgaben.

Beide Reihen sind weltweit beispiellos und Avantgarde, nicht zuletzt, da es bei ihnen nicht vorrangig ums Geschäft, also den monetären Profit geht.

Wenn Sie als Veranstalter, Autor oder Herausgeber Beschreibungen von Tangofilmen, wie sie auf dieser Seite zu finden sind, übernehmen möchten, sei Ihnen das gerne freigestellt. Wir freuen uns jedoch über die Nennung der Quelle in diesem Zusammenhang

Ralf Sartori

 

Fortführung unseres Tangofilm-Archivs / Teil 2

Teil eins findet sich unter http://tango-a-la-carte.de/tango-muenchen-das-muenchener-tangoangebot/tangofilm-breitwand-kino-schloss-seefeld-milonga

 

Killing Moves, von und mit Robert Duvall

Killing Moves, von und mit Robert Duvall

Freitag, den 29. September 2017 luden wir im Rahmen der 32. Langen Tangonacht ins Kino Breitwand Schloss Seefeld und zeigten dort den Spielfilm Killing Moves (im Originaltitel Assassination Tango) von  Robert Duvall, der auch das Drehbuch schrieb, die Hauptrolle übernahm und den Film zusammen mit Francis Ford Coppola produzierte.

Killing Moves, 114 Minuten (Originaltitel: Assassination Tango), ist eine Thriller-Ko-Produktion zweier amerikanischer Länder (Argentinien/ USA) aus dem Jahre 2002.

Zur Handlung: John J. Anderson ist ein Auftragskiller; seine Freundin – vor der er seinen Beruf verheimlicht – hat eine zehnjährige Tochter, die er sehr liebt. Er will mit den Auftragsmorden aufhören, nimmt dennoch einen letzten Auftrag an – die Ermordung eines ehemaligen Mitglieds der Militärregierung in Argentinien.

Filmszene aus Killing Moves

Filmszene aus Killing Moves

Anderson fliegt nach Argentinien, wo er seine Auftraggeber trifft. Sie sagen ihm, ihre Familien hätten durch den General viel Leid erlitten, was jedoch nicht auf rechtlichem Wege verfolgt werden könne. Anderson zieht in ein Hotel und überprüft sein Zimmer zuerst auf mögliche Fallen.

Die Zielperson erleidet beim Reiten einen Unfall und wird in ein Krankenhaus eingeliefert, wo die Durchführung des Attentats unmöglich ist. Anderson wartet, bis der General entlassen wird. Er lernt Manuela kennen, die ihn während dessen im Tangotanzen unterrichtet. Als die Durchführung des Auftrags möglich wird und Anderson abreisen soll, verabredet er sich mit Manuela zu einem letzten Treffen, zu dem er jedoch nicht erscheint.

Szene aus Killing Moves, im Originaltitel: Assassination Tango

Szene aus Killing Moves, im Originaltitel: Assassination Tango

Anderson erschießt den General. Seine Auftraggeber werden verhaftet und der Geheimpolizei übergeben, die Geheimpolizisten beglückwünschen sie jedoch, sobald die anderen Polizisten den Raum verlassen. Ein Mann versucht, Anderson auf dem Flughafen aufzuhalten, er wird jedoch von dem Killer überwältigt. Anderson kehrt heim und zeigt der Tochter seiner Freundin einige Tangoschritte.

„Der elegische Thriller verdichtet sich zu einer Reise ins Innere seines Protagonisten, der über die Musik die Defizite seines Lebens erkennt und seine moralische Leere auszufüllen versucht. Ein nicht immer ganz uneitler Film des Schauspielers Robert Duvall, produziert von Francis Ford Coppola.“ Lexikon des internationalen Films

Tanzszene aus Assassination Tango

Diesen Film kann man zwar nicht als Tangofilm im engeren Sinne bezeichnen, da Tango nicht das zentrale Thema des Filmes darstellt, der Tango, soz. nicht selbst Protagonist ist, wie in den echten Tangofilmen (z.B. „Tango Lesson), doch andererseits käme er ohne den Tango wiederum auch nicht aus, da dieser intrinsisch notwendig und wichtig ist für die Dialoge, die Entwicklung der Beziehungen usw. Doch die Hauptlinie der Geschichte verhandelt andere Dinge – in diesem Fall einen komplizierten und fast sabotierten Auftragsmord.

(Sinngemäß wiedergegeben nach einem Artikel von Dr. Sabine Zubarik in Band 3 der Reihe „Tango-Golbal“ Mehr dazu unter: http://tango-a-la-carte.de/tango-buecher/tango-argentino-berlin-buch-trilogie/tango-berlin-band-3)

 

 

Las Luces de Buenos Aires, New Yorck 1931, Filmplakat

Las Luces de Buenos Aires, New Yorck 1931, Filmplakat

Freitag, den 27. Oktober 2017 luden wir anlässlich der 33. Langen Tangonacht ins neue Kino Breitwand Gauting und setzten dort unsere Retrospektive von Tangofilmen mit dem legendären Tango-Sänger und -Schauspieler Carlos Gardel in den Hauptrollen fort, mit dem Film Las Luces de Buenos Aires, Regie: Adelqui Millar, New Yorck 1931, 78 Minuten, Paramount, Musik von Mateo Rodríguez und Julio de Caro y su Orquesta Tipica ArgentinaWir zeigten den Film im spanisch-sprachigen Original mit englischen Untertiteln.

Regie: Adelqui Millar

Regie: Adelqui Millar

Darsteller: Carlos Gardel, Sofía Bozán, Gloria Guzmán, Pedro Quartucci, Carlos Baena. Kuindos, Marita Angeles, Vicente Padula, Jorge Ingante, José Agueras, Alfredo Camina und Marcos Caplán.

Zur Handlung: Ein Theaterproduzent aus Buenos Aires mit seiner etwas zweifelhaften Entourage ist auf dem Land unterwegs, auf der Suche nach neuen Talenten. Bei Nacht und Regen erleiden sie eine Autopanne und weil nichts mehr geht, steigen sie aus und machen sich zu Fuß auf, um Hilfe zu suchen. Dabei gelangen sie zur Estancia von Don Anselmo (Carlos Gardel), wo man gerade gemütlich beisammen sitzt und musiziert. Elvira, Don Anselmos Verlobte, singt und begleitet sich dazu auf der Gitarre.

Da der Theaterproduzent ganz hingerissen ist von ihr – und offenbar nicht nur von ihrem Gesang – macht er Elvíra gleich ein Angebot, sie als Sängerin in Buenos Aires ganz groß herauszubringen. Und da die Schwester von einer Karriere als Tänzerin in der Hauptstadt träumt, lädt sie sich gleich mit ein zu dieser Unternehmung. Letztlich gibt auch Elvíra der Verlockung nach, sich aufzumachen nach Buenos Aires.

Las Luces de Buenos Aires, mit Carlos Gardel und Sofía Bozán

Las Luces de Buenos Aires, mit Carlos Gardel und Sofía Bozán

Don Anselmo, ein allseits sehr beliebter Estanciero (Farmer) lässt sie schweren Herzens ziehen, leidet jedoch bald schon sehr unter der Abwesenheit der ihm versprochenen Elvira (Sofía Bozán).

So reist er ihr hinterher, in den Stiefeln und dem Habitus des Gauchos und fällt damit natürlich als Provinzler erst einmal auf, vor allem in den Salons und auf den Veranstaltungen des Produzenten und seines reichen Finanziers, wo Don Anselmo überraschend erscheint. Einmal findet er Elvíra betrunken vor und es kommt zu einer Prügelei. Elvira ist hin und hergerissen zwischen ihrer Liebe zu Don Anselmo und den Verlockungen der Metropole sowie ihren Aussichten auf Ruhm und Glanz. Jedesmal wenn Don Anselmo ihr über den Weg läuft, fällt sie in diesen Zwiespalt, rutscht zwischen die Stühle.

Filmszene aus Las Luces de Buenos Aires

Filmszene aus Las Luces de Buenos Aires

Doch der gewiefte Produzent versteht es alsbald, sie gut abzuschirmen. Da der Hauptfinanzier des Theaters, ein Lebemann und Millionär, es gewohnt ist, sich durch den Produzenten immer wieder neue Theater-Sternchen zuführen zu lassen und er bereits mehr als nur ein Auge auf Elvíra geworfen hat. Schließlich treffen zwei der Farmarbeiter ebenfalls ein, um nach dem Rechten zu sehen und ihrem geliebten Chef beizustehen, der jedoch mit seinen Bemühungen nicht weiter voranzukommen scheint.

Schließlich gibt dieser auf und reist zurück auf dessen Estancia. Doch vorher, beim Abschied von Elvira, sagt er, selbst zutiefst verletzt, noch etwas Verletzendes zu ihr und vollzieht damit die Trennung, worauf Elvira sich entscheidet, der Einladung des Theater-Mäzens zu einem gemeinsamen Picknicks-Ausflug aufs Land einzuwilligen. Nun tritt jedoch, bevor es dazu kommen kann, die Schwester auf den Plan und stachelt Don Anselmos Freunde, die Farmarbeiter, an, Elvíra von der Bühne weg zu entführen, während ihres großen Theater-Debüts.

Diese kehrt daraufhin bereitwillig zusammen mit diesen, wie es sich für Frauchen in der argentinischen Machowelt dieser Zeit gehört, reumütig und voller Sehnsucht zurück zu Don Anselmo, wo beide gleich und ohne Umschweife beginnen, ihre Liebe und ihr schon verloren geglaubtes Glück zu erneuern.

Carlos Gardel in Las Luces de Buenos Aires

Carlos Gardel in Las Luces de Buenos Aires

Das Gute vom Lande hat gegen das Zweifelhaft-Zwielichtige der Hauptstadt noch einmal triumphiert.

Zu der damaligen Zeit gewiss ein emotional stark aufgeladener Stoff. Der Tango war zu Beginn der 1930er Jahre auf dem Weg, seinen Gipfel zu erklimmen.

Und das Auseinanderbrechen bislang verlässlicher traditioneller Strukturen, Familien und Paarbeziehung war nicht nur in dieser neuen Volkskultur der Hauptstädte am Rio de la Plata längst eines der zentralen Themen – die Reibung zwischen Land und Stadt, Tradition und Moderne, Alteingesessenen und Einwanderern, ordentlichen Verhältnissen sowie des lasterhaften und ganovenlastigen Tango-Milieus, wie auch in dem Film „Melodia de Arrabal“, den wir am 25. August in Gauting gezeigt hatten.

Das Duo Bruno y Santos spielt im Kino vor Filmbeginn noch einige Gardel-Tangos

Das Duo Bruno y Santos spielt im Kino vor Filmbeginn noch einige Gardel-Tangos

Im Zuge dieser 33. Folge von Tango im Kino wurde uns eine unerwartete Gunst zuteil, nämlich in den Genuss von Live-Musik zu kommen, in Gestalt des bekannten Duos Bruno y Santos aus Buenos Aires. Die beiden waren auf der Durchreise, hatten von unserer Reihe gehört und spontan angeboten, dort zu spielen. Und so präsentierten sie, passend zum Film, schon als Entrée zu dessen Vorführung, bekannte Gardel-Tangos, und spielten auch danach noch zur Milonga – ein Hochgenuss!

Julian Bruno und Ignacio Santos spielen auch während der Kino-Milonga

Julian Bruno und Ignacio Santos spielen auch während der Kino-Milonga

Das 2013 gegründete Duo (Gitarre & Gesang/ Bandoneon) ist bereits mit großem Erfolg in den renommiertesten Milongas von Buenos Aires aufgetreten und hat zusammen mit einigen der bekanntesten Künstlern der Tango-Szene auf der Bühne gestanden. Julian Bruno und Ignacio Santos sind feste Mitglieder des Tango-Orchesters Ciudad Baigon, das drei CDs veröffentlicht hat, eine davon live; eine vierte CD erschien jetzt vor kurzem erst im Oktober, welche in den Abbey Road Studios in London aufgenommen worden war. Das Repertoire des Duos umfasst traditionelle Tangos von Gardel über Troilo, Di Sarli und Pugliese bis hin zu Piazolla. Diese Künstler standen auch schon zusammen mit legendären Rockbands auf der Bühne, wo sie den Tango der Jugend von heute nahegebracht haben.

Ralf Sartori

 

 

 

Und es gibt bei jeder der Veranstaltungen unserer Reihe Tango im Kino auch einen Büchertisch

mit sämtlichen Bänden von Tango Globalder ersten Tango-Buchreihe weltweit – und aktuell wieder einer NEU-ERSCHEINUNG:

So stellen wir auf unserem Büchertisch ein noch druck-warmes Tangobuch vor, das Ende Oktober 2017 erschienen ist, den zweiten Themen-Sonderband der Reihe Tango Global, mit dem Titel: Die Essays / Über den Tango, das Leben und den ganzen Rest. Mehr zu diesem Buch unter http://tango-a-la-carte.de/tango-buecher/tango-global-buch-ausgaben/tango-global-sonderbaende/tango-essays

Sowie die gesamte Buch-Trilogie über die Entstehung, Entwicklung und Gegenwart der Berliner Tangoszene. Berlin gilt als Welt-Tangometropole gleich nach Buenos Aires, von ihr ging auch die zweite Tango-Globalisierungswelle in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts aus. Mehr zu Band 1 unter http://tango-a-la-carte.de/tango-buecher/tango-argentino-berlin-buch-trilogie, zu Band 2 unter http://tango-a-la-carte.de/tango-buecher/tango-argentino-berlin-buch-trilogie/tango-berlin-band-2 und zum 3. Band unter http://tango-a-la-carte.de/tango-buecher/tango-argentino-berlin-buch-trilogie/tango-berlin-band-3.

Sowie zu dem Essay-Band Tango – Die Essenz/ Eine Annäherung mit 49 Maximen für den tanzenden Eros, der in der Reihe Tango Global als erster Themen-Sonderband erschienen ist. Mehr darüber unter http://tango-a-la-carte.de/tango-buecher/tango-global-buch-ausgaben/tango-global-sonderbaende).

 

 

 

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