Tangofilm-Nacht mit Tangobar und Milonga im neuen Kino Breitwand Gauting

 

Tangofilme im neuen Kino Breitwand Gauting mit Tangobar und Milonga im Anschluss

Jeden letzten Freitag im Monat zeigen wir einen neuen Tangofilm in dieser weltweit einzigartigen Reihe, in Form spannender Künstler-Portraits, sonstiger Tango-Dokumentationen oder künstlerisch anspruchsvoller Spielfilme, in denen es entweder unmittelbar um Tango geht oder dieser wesentlich zum Charakter des Films beiträgt.

Tango im Kino: Eine Zeichnung des Inninger Künstlers Harald Trepte, der als Tangotänzer gerne unsere Kino-Milongas besucht

Tango im Kino: Eine Zeichnung des Inninger Künstlers Harald Trepte, der als Tangotänzer gerne unsere Kino-Milongas besucht

Direkt nach dem Film wird dann jeweils getanzt, auf unserer Kino-Milonga.

Diese beginnt mit einer kurzen Einführung für alle Tango-Neulinge. Dazu ist kein Tanzpartner erforderlich.

Die Kino-Milonga auf Schloss Seefeld findet in der gemütlichen Lounge dort statt. Auf angenehm zu betanzendem Holzboden mit Leder-Sofas drum herum.

 

Tango Global: Die erste Tangobuchreihe weltweit mit internationalem, also makroskopischen Themen-Spektrum, die sich aber auch immer wieder aufs Neue, soz. mikroskopisch in den Tango eindringend, mit dessen Universalität befasst.

Tango Global: Die erste Tangobuchreihe weltweit mit internationalem, also makroskopischen Themen-Spektrum, die sich aber auch immer wieder aufs Neue, soz. mikroskopisch in den Tango eindringend, mit dessen Universalität befasst.

Das Genre Tangofilm begleitet thematisch auch die von mir herausgegebene Buchreihe Tango Global, in welcher bereits in jedem der bisher erschienen Anthologie-Bände FilmemacherInnen ihren Tangofilm, einschließlich dessen Entstehung und Hintergründe sowie eigenen biographischen Bezügen zum Thema, vorgestellt haben.

Und sie enthalten unter anderem kulturwissenschaftliche Beiträge zum Thema Tangofilm und Tango im Film. Mehr dazu unter http://tango-a-la-carte.de/tango-buecher/tango-global-buch-ausgaben.

Einige dieser FilmemacherInnen haben ihren Film auch schon selbst bei uns im Kino präsentiert und die Frage des Publikums dort beantwortet. Insofern gibt es hier auch eine innige Verbindung zwischen unserer Reihe “Tango im Kino” und der Buchreihe “Tango Global”

 

Tango im Kino Breitwand Gauting

Tango im Kino Breitwand Gauting

Und zur Kino-Milonga im neuen Breitwand-Kino Gauting laden wir dort im ersten Stock im eher modernem aber nicht weniger verlockenden Ambiente, mit Blick nach draußen.

Das Foto (von privat) zeigt die Tango-Einführung im Anschluss an den Film, bevor die Milonga beginnt. Mit atmosphärisch verschwimmenden Blick, der den BesucherInnen absolute Diskretion und Anonymität gewährt.

Der aktuelle Termin der nächsten Tangofilmnacht mit Milonga im Breitwandkino Gauting wird etwas weiter unten, nach der übernächsten Überschrift angekündigt.

 

Die Premiere in Gauting

Carlos Saura vor der Projektion eines Bildes des großen Volks-Sängers und -Dichters Atahualpa Yupanqui

Carlos Saura vor der Projektion eines Bildes des großen Volks-Sängers und -Dichters Atahualpa Yupanqui

Von November 2013 bis September 2016 fanden unsere Langen Tangofilm-Nächte mit Tangobar und -Tanz nur alle zwei Monate statt, immer am letzten Freitag des jeweiligen Monats – und ausschließlich auf Schloss Seefeld. Das wurde aufgrund der großen Beliebtheit dieser Reihe dort auch beibehalten.

Seit Freitag, dem 28. Oktober 2016 haben wir dieselbe Veranstaltungsreihe zusätzlich ins neu eröffnete Breitwandkino Gauting übernommen und führen diese dort ebenso im Zwei-Monatsrhythmus fort, allerdings immer zeitlich um einen Monat versetzt. Dadurch finden unsere Langen Tangonächte mit Film und Tanz in der Tangobar, in die wir Kino-Foyer und -Lounge kurzerhand verwandeln, seit dem 30. September 2016 jeden Monat am letzten Freitag statt: immer abwechselnd auf Schloss Seefeld und im Breitwandkino Gauting.

Damit verbindet sich auch der Anspruch, jeden Monat – solange wie möglich – eine andere Tangoproduktion zu zeigen, sei es als Spiel- oder Dokumentarfilm. Bisher mussten wir uns noch nicht wiederholen, und es stehen schon zahlreiche neue Filme auf der Agenda.

Die nächste Lange Tangofilm-Nacht im Breitwandkino auf Schloss Seefeld finden Sie mit dem jeweils aktuellen Termin und einer ausführlichen Filmbeschreibung unter dem Link http://tango-a-la-carte.de/tango-muenchen-das-muenchener-tangoangebot/tangofilm-breitwand-kino-schloss-seefeld-milonga angekündigt.

 

Sämtliche Tangonächte, die in beiden Kinos bisher stattgefunden haben,

sind, ebenfalls mit ausführlichen Filmbeschreibungen, im gemeinsamen Veranstaltungsarchiv auf derselben Seite gelistet, nach der Überschrift „Zu den bisherigen Veranstaltungen und Filmen dieser Reihe“.

Die Fortführung unseres Tangofilm-Archives (bisher 43 Tango-Dokumentar- und -Spielfilme, die wir im Rahmen unserer zeitlich unbegrenzten Reihe Tango im Kino bisher gezeigt haben) findet sich unter dem Link  http://tango-a-la-carte.de/tango-muenchen-das-muenchener-tangoangebot/tangofilm-nacht-mit-tangobar-und-milonga-im-neuen-kino-breitwand-gauting/tangofilm-lexikon.

 

Die nächste Lange Tangofilm-Nacht mit Tangobar und -Tanz im Kino Breitwand Gauting

Wir sind auf dem 12. Internationalen Festival des Mitteleuropäischen Films, das in diesem Jahr vom 6. – bis zum 15. September 2018 stattfindet, gleich mit zwei Tangofilmen vertreten.

“Sur” von Fernando E. Solanas, Argentinien 1988

“Sur” von Fernando E. Solanas, Argentinien 1988

Und es findet die nächste Folge unserer Reihe Tango im Kino – in Gauting – diesmal ausnahmsweise nicht am letzten Freitag des Monats, also nicht turnusgemäß noch im August statt, sondern erst zwei Wochen später. Wobei sich diesmal auch noch die Reihenfolge (Seefeld / Gauting) einmalig umkehrt.

 

Mit dem genialen Tango-Sänger Roberto Goyeneche

Mit dem genialen Tango-Sänger Roberto Goyeneche

Entsprechend laden wir diesmal erst am Samstag, den 15. September 2018 im Rahmen der 44. Langen Tangonacht wieder ins Kino Breitwand Gauting, und zeigen dann dort den herausragenden Tango-Filmklassiker „Sur (Süden)“, von Fernando Enrique Solanas, Argentinien 1988.

Diesen zeigten wir zwar am Freitag, den 27. Mai 2016 auf Schloss Seefeld schon einmal. Doch wir wiederholen ihn hier ausnahmsweise, da er so hervorragend zum Motto des diesjährigen Filmfests passt, bei dem es um die Kategorien „Zeit“ und „Zeitlosigkeit“ geht.

Und danach gibt es, wie immer, die Möglichkeit für alle, Tango zu tanzen.

Zuvor biete ich, gemeinsam mit Janine Holzer, noch eine kurze Einführung in den Tanz für alle Neu-EinsteigerInnen, um gleich mittanzen zu können. Wie immer bedarf es dazu keines Tanzpartners.

 

Kurze Tangobuch-Vorstellung vor der Milonga

Ralf Sartori, Die Essays-Teil 2 ... mit einer Cover-Gestaltung unter Verwendung eines Bildes von Romy Musholt

Ralf Sartori, Die Essays-Teil 2 ... mit einer Cover-Gestaltung unter Verwendung eines Bildes von Romy Musholt

Und wir stellen auch kurz mein neuestes Tangobuch vor, als den zweiten Teil des im letzten Herbst erschienen Bandes meiner Tango-Essays, nämlich:

Band 6 der Reihe Tango Global, dieser ist zugleich deren 3. Themen-Sonderband, mit dem Titel: Die Essays – Teil 2/ Tango: eine Philosophie, die man in allem tanzen kann, und eine Poesie, die sich zugleich darin verkörpert.

Der Band enthält all meine Tango-Essays aus dem zweiten Halbjahr 2017, bis zum März 2018 und erscheint im Juni 2018 als Taschenbuch bei „Allitera“ in München, mit 180 Seiten und zahlreichen Schwarzweiss-Bildern, für 18,90 Euro, unter der ISBN-Nummer 978-3-96233-057-6 . Wir stellen das Buch schon mal ausführlich vor, unter: http://tango-a-la-carte.de/tango-buecher/tango-global-buch-ausgaben/tango-global-sonderbaende/tango-essays-themen-sonderband-3.

 

 

Programm, Zeiten, Ticket-Reservierung, Adresse und Literatur

Um 19.30 Uhr Filmbeginn

ab ca. 21.15 Uhr: Tango-Tanzen in der Lounge, mit einer Einführung von Ralf Sartori, Tango à la carte, zusammen mit Janine Holzer.

Die Milonga dauert bis ca. 00.30 Uhr.

Tickett-Sonderpreis (aufgrund des Filmfests): 15 Euro (für Kinobesuch und den Tangotanzabend mit kurzer Einführung für AnfängerInnen)

Veranstaltungs-Adresse: Bahnhofsplatz 2, 82131 Gauting

Eine Kartenreservierung für diese Sonderveranstaltung im Kino Breitwand Gauting wird dringend empfohlen, unter  Tel.: 089-89 501 000 oder Mail: gauting@breitwand.com

Und es gibt auch wieder einen Büchertisch

mit allen Bänden von Tango Globalder ersten Tango-Buchreihe weltweit und einer NEU-ERSCHEINUNG:

Dort stellen wir meine 2017 erschienene Sammlung mit Tango-Essays vor, als den zweiten Themen-Sonderband dieser Reihe, mit dem Titel: Die Essays / Über den Tango, das Leben und den ganzen Rest. Mehr zu diesem Buch unter http://tango-a-la-carte.de/tango-buecher/tango-global-buch-ausgaben/tango-global-sonderbaende/tango-essays.

Unser mobiler, den Festlichkeiten zugewandter Büchertisch, mit stetig wachsendem Inventar

Unser mobiler, den Festlichkeiten zugewandter Büchertisch, mit stetig wachsendem Inventar

Sowie dessen im Juni 2018 erschienenem zweiten Teil dieser Sammlung, als: Band 6 der Reihe Tango Global, und dieser ist zugleich deren 3. Themen-Sonderband, mit dem Titel: Die Essays – Teil 2/ Tango: eine Philosophie, die man in allem tanzen kann, und eine Poesie, die sich zugleich darin verkörpert. Der Band enthält Ralf Sartoris Tango-Essays aus dem zweiten Halbjahr 2017, bis März 2018 und ist im Juni 2018 als Taschenbuch bei „Allitera“ in München, mit 180 Seiten und zahlreichen Schwarzweiss-Bildern erschienen. Wir stellen das Buch ausführlich vor, unter: http://tango-a-la-carte.de/tango-buecher/tango-global-buch-ausgaben/tango-global-sonderbaende/tango-essays-themen-sonderband-3.

Sowie natürlich die gesamte Buch-Trilogie über die Entstehung, Entwicklung und Gegenwart der Berliner Tangoszene.

Berlin gilt als Welt-Tangometropole gleich nach Buenos Aires, von ihr ging auch die zweite Tango-Globalisierungswelle in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts aus.

Mehr zu Band 1 unter http://tango-a-la-carte.de/tango-buecher/tango-argentino-berlin-buch-trilogie, zu Band 2 unter http://tango-a-la-carte.de/tango-buecher/tango-argentino-berlin-buch-trilogie/tango-berlin-band-2 und zum 3. Band unter http://tango-a-la-carte.de/tango-buecher/tango-argentino-berlin-buch-trilogie/tango-berlin-band-3.

Sowie zu dem Essay-Band Tango – Die Essenz/ Eine Annäherung mit 49 Maximen für den tanzenden Eros, der in der Reihe Tango Global als erster Themen-Sonderband erschienen ist. Mehr darüber unter http://tango-a-la-carte.de/tango-buecher/tango-global-buch-ausgaben/tango-global-sonderbaende).

 

Das Parkett träumt noch lange von solchen Berührungen, und nicht nur das Parkett... Foto: Pavel BrozVeranstaltungsadresse: Bahnhofsplatz 2
82131 Gauting

Tickettpreis: 15 Euro (für Kinobesuch, den Tangotanzabend mit einer kurzen Einführung für AnfängerInnen zu Beginn).

Eine Kartenreservierung für diese Sonderveranstaltung im Kino Breitwand Gauting wird dringend empfohlen, unter  Tel.: 089-89 501 000 oder Mail: gauting@breitwand.com

 

 

Meine dazu zeitnahen Tango-Unterrichtsangebote zur Vor- und Nachbereitung der Tangobar

Sie haben aber keinen Tanzpartner? Das ist kein Problem.

Denn durch mein neues Unterrichtskonzept können Sie sofort einsteigen und Tango Argentino auch ohne Tanzpartner erlernen: mehr dazu unter http://tango-a-la-carte.de/tango-muenchen-das-muenchener-tangoangebot/tango-starnberger-see-starnberg-gauting-schloss-seefeld/tango-lernen-ohne-partner

Wer sich auch diesmal wieder auf unsere Tangobar im Kino als Neu-EinsteigerIn etwas gründlicher vorbereiten möchte, um dort gleich mittanzen zu können, oder nach dieser Lust bekommt, Tango Argentino weitergehend zu erlernen, kann dies mittlerweile in äußerst flexibler Weise, und auch ohne Partner.

MünchnerInnen finden saemtliche Infos dazu unter: http://tango-a-la-carte.de/tango-muenchen-das-muenchener-tangoangebot/tango-argentino-privatunterricht-muenchen.

Und zu meinen komfortablen Lösungen für das Leben auf dem Lande, unter: http://tango-a-la-carte.de/tango-unterricht/tango-to-go-landsberg-ammersee-herrsching

Die Kurse im Steinebacher Bahnhof pausieren vorerst leider!

Bei Interesse rufen Sie mich doch einfach an, oder schreiben mir eine Mail. Sie erreichen mich unternymphenspiegel@aol.com, telephonisch, unter 089/ 56 48 37 oder 0172/ 827 55 75.

Ralf Sartori, Tango à la carte

 

 


Und nun zum Film:

„Sur (Süden)“, von Fernando E. Solanas, Argentinien 1988.

Sur, Filmplakat

Sur, Filmplakat

Zum Inhalt: „Argentinien 1983: Die Generäle haben abgedankt, nach fünfjähriger Haft wird der Arbeiter Floreal entlassen. Er irrt durch die Nacht, da er nicht zu seiner Frau zurückkehren möchte, von der er sich betrogen fühlt. Ein Toter gesellt sich zu ihm, lässt die Vergangenheit noch einmal auferstehen und ruft ihm die Notwendigkeit des Verzeihens und Weiterlebens ins Gedächtnis. In ausdrucksstarken Bildern komponierter, mit wehmütig-begehrlicher Tango-Musik unterlegter, poetisch verdichteter Film, der die Sehnsucht nach Freiheit und Glück bildhaft macht und sich für die Überwindung gesellschaftlicher und privater Hindernisse ausspricht.“ Lexikon des internationalem Film

1987/88, nach seiner Rückkehr aus dem Exil, hat Fernando Solanas den Spielfilm “Sur” realisiert. Ein Schlüsselwerk des jüngeren politischen Kinos genauso sehr wie ein melancholischer Liebesfilm. 1976 übernahmen die Generäle in Argentinien die Macht; 1983 endete ihre Herrschaft. Die 6 Millionen Dollar anfänglicher Auslandschulden haben sie in dieser Zeit auf 45 000 Millionen Dollar anwachsen lassen. Ihre Kritiker und Gegner im Land haben sie terrorisiert, gefangengenommen, gefoltert, umgebracht. Einige konnten sich ins Exil absetzen, unter ihnen der Musiker und Filmemacher Fernando Solanas, der in Paris lebte und dort einen der eindrücklichsten Exilfilme drehte: “Tangos, el exilio di Gardel”.

Floreal und Rosi

Floreal und Rosi

Diesem Klagelied der Trennung folgte nach der Rückkehr “Sur”, in dem die Zeit der Finsternis in Argentinien noch einmal durchquert wird und damit auch ein stückweit bewältigt. Floréal (Miguel Angel Sola), die Hauptfigur in diesem Film, ist einer, der im Land geblieben war, der verschleppt wurde und die fünf Jahre in Gefangenschaft in Patagonien überlebt hat. Er kehrt nach dem Ende der Diktatur heim zu Rosi (Suso Pecoraro), seiner Frau, und zu seinem sechsjährigen Sohn, den er erst noch kennenlernen muss.

Statt der Freude über die langersehnte Rückkehr überkommt ihn die Angst vor dem Wiedersehen nach all den Jahren. Die Geschichte hat Spuren hinterlassen, im privaten wie im öffentlichen Raum. Der Schmerz der Trennungen sitzt tief. “Sur” lässt diese Spuren aufscheinen und die Hoffnungen aufleben, die Floréal in den Tagesanbruch begleiten und sein Gesicht mit jenem seiner Frau in einer wortlosen Einstellung wieder eins werden lassen.

“Sur” ist Glauber Rocha gewidmet, dem “poeta” des über Jahre hinweg von der Politik ruinierten brasilianischen Filmschaffens, der kampfeslustig und viel zu jung gestorben ist. Fernando Solanas selber gehört zu den Schlüsselfiguren des lateinamerikanischen Kinos, das er und der Spanier Octavio Getino einst ein “Kino der Dekolonisation” genannt hatten. Wie Glauber Rocha kämpft Solanas in all seinen Filmen für die eigenen Bilder, die eigenen Töne, die eigenen Geschichten. Jene von Floréal ist auch seine Geschichte. Auch Solanas kehrte heim aus dem Exil und fand das geliebte Land ruiniert vor, viele der alten Freunde tot. Sein Film schwebt auf einer Wolke, die Nostalgie heisst, die am Himmel der Melancholie hängt und keine klaren Tage verheisst, aber auch nicht bloss die Regentage betrauert.

Sur von Fernando E. Solanas

Sur von Fernando E. Solanas

Nacht und Leere, Nebelschwaden und Tangoklänge: Sie dominieren schon die ersten Einstellungen. Die Kamera gleitet durch den Raum der leergefegten Strassen, das Bandoneon erklingt, man hört es atmen. Solanas’ Kino ist ein betont visuelles und als solches auch ausgesprochen musikalisch. Schon in “Tangos – el exilio de Gardel”, später auch in “El viaje” sparte er mit Dialogen, entwickelte er sein Thema mehr über dieKomposition der Bilder, über die Rhythmen, die Montage, über die Musik, die vom legendären Astor Piazzolla stammt. Floréal durchquert in “Sur” die Nacht und entscheidet sich erst im Morgengrauen für den Neuanfang, fürs Leben, für die Hoffnung, für die Liebe. In den Strassen vor seinem Haus begegnet er den Figuren von früher, erlebt er Szenen wieder, die er selber kennt oder die ihm sein toter Freund erzählt. Raffiniert durchdringen sich da die Ebenen. So lässt Solanas etwa die Schilderung der Verhaftung und Ermordung des Freundes von diesem selber erzählen und gleichzeitig nachspielen und aus diesem Nachspiel heraus laufend auch kommentieren. Es sind keine eigentlichen Rückblenden, die da inszeniert werden, vielmehr evozieren die vertrauten Orte die Geschichte(n), die in ihnen ruhen. Die Erinnerung ist ohne fassbare Struktur, sie ändert, manchmal wild, manchmal ruhig, und ein Gedanke ergibt den anderen.

Fernando E. Solanas

Fernando E. Solanas

Im Kino von Solanas geht es darum, über bewegte und bewegende Bilder Bewusstsein zu bewegen. Solanas liebt das Abschweifende der spanischen Sprache, diese Art des Erzählens, auf die man insbesondere auch im Süden des Kontinents stösst, die man in Romanen wie jenen von Gabriel Garcia Marquez liebt. Er hat das im Gespräch einmal als “die andalusische Seite Lateinamerikas” bezeichnet, und von dieser andalusischen Seite lebt auch “Sur”, der alles andere als ein politisch dozierender Film ist. Der Titel steht nicht nur für eine Himmelsrichtung oder für die Bar an der Ecke der Quartierstrasse: Der Titel ist ein Programm. Sur, der Süden, steht für ein Projekt, das einige Freunde von Floréal verfolgten, ein paar ältere Männer, die naiv genug geblieben sind, an eine urtümliche Sehnsucht aller Menschen zu glauben, an die “Kraft des Begehrens”. Sie gehörten der Tafelrunde der Träume an, trafen sich in der Bar “Sur”, die nun verlassen und verschlossen den neuen Morgen erwartet. Sie erstellten eine Chronik der Plünderungen, um den Traum des freien Menschen des Südens am Leben zu erhalten. Denn, so ihre Logik, wenn der Norden alles zurückgeben würde, was er dem Süden im Lauf der Jahrhunderte geklaut hat, könnte man damit nicht nur ein Lateinamerika aufbauen, es würde für mehrere Kontinente zu einem anständigen Leben reichen.

Klar: Wer so real denkt, ist ein Spinner. Solanas liebt Floréals Freunde und schenkt ihnen Zeit, überzeichnet mit ihnen die Haltung der Macht sarkastisch. Operettenhaft und grotesk zeichet er etwa den Umgang der Kulturlosen mit der Literatur, wenn sie in der Bibliothek zum dämlichen Refrain (“Steht auf der Liste!”) aufräumen mit allen Schlüsselwerken der Literatur- und Philosophie-Geschichte. Sie bieten den Machthungrigen wenig Halt. Für den Argentinier spielt sich das Leben in einem einzigartigen Raum ab, dessen eine Seite grenzenlos offen ist und Phantasie heisst, die andere von einer Mauer dominiert wird, der Mauer der Macht. “Es ist eine Illusion, ein Kind der Realität zu sein”, meint Solanas im Gespräch, “nein, das sind wir nicht. Wir sind Teil eines poetischen Wesens, das eine Idee ausmacht. Von da ausgehend konstruieren sich die grossen Metaphern. Man muss also sein Kino permanent erfinden, und Kino erfinden heisst: seine eigenen Bilder erfinden.” Wer kann das noch so frei wie er? Er nimmt die Nacht als Metapher, er lässt die Stunden der Rückkehr, des Zögerns, des Wartens, des Streunens durch die Strassen des Quartiers zur Nacht der Begegnungen mit der Vergangeheit, mit den Träumen werden, den geliebten wie den gefürchteten. Es ist so, als gelte es, die Nacht der Erinnerungen zu überwinden, bevor der neue Tag angegangen werden kann. “Weisst du, was in den letzten Jahren an Scheisse produziert worden ist?”, fragt El Negro, “weisst du wieviel Jahre wir brauchen werden, diese Scheisse wieder loszuwerden?” Walter Ruggle

 

 

Einen besonderen Dank für die auf dieser Seite verwendeten Bilder

Für die Film-Stills und PR-Fotos zu den hier angekündigten Tango-Dokus und -Spielfilmen danken wir den jeweiligen FilmemacherInnen, den Produktions- und Verleihfirmen nochmals ganz herzlich, sie hier im Zuge der entsprechenden Ankündigungen fürs Kino, wie im Anschluss auch für unser Tangofilm-Archiv – bis auf Widerruf –, verwenden zu dürfen.

Nicht wenige dieser Filme werden auch in unserer Buchreihe TANGO GLOBAL ( mehr unter: http://tango-a-la-carte.de/tango-buecher/tangobuch-reihe) durch die betreffenden FilmemacherInnen selbst vorgestellt, ihre Entstehungsprozesse in oftmals sehr persönlicher Weise beschrieben.

Das aus unserer Reihe TANGO IM KINO hervorgegangene und stetig wachsendes Film-Archiv stellt mittlerweile auch ein Lexikon des internationalen Tangofilms dar, das mit dazu beiträgt, all diese Dokus und Spielfilme im kollektiven Gedächtnis der stetig wachsenden globalen Gruppe tangobegeisterter Menschen zu verankern, sowie zu weiteren öffentlichen Vorführungen dieser Filme anzuregen.

Mit unserem Engagement für den Original-Tango vom Rio de la Plata arbeiten wir im Non-Profitbereich, und das nicht immer kostendeckend.

Ein Teil dieser Filme ist nur mit englischen Untertiteln erhältlich und spricht (nicht zuletzt deshalb) auch ein speziell interessiertes Zielgruppen-Publikum an. Jeder dieser Filme gelangt, im Rahmen unserer Reihe Tango im Kino, in der Regel nur ein einziges Mal zur Aufführung.

 

 

 

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