Tangobuch-Reihe

 

Warum eine Tango-Buchreihe?

Tango ist alles Andere als ein statisches Phänomen. Er ist global, universell, extrem vital und permanent in Veränderung.

Diese hoch dynamische Entwicklung über den ganzen Globus hinweg, schlaglichthaft, durch Raum und Zeit, zu begleiten – sowie seine Verbindung mit anderen Kulturen der Welt, Sparten und Themenfeldern, den Künsten, der Psychologie, den Sozial- und Geisteswissenschaften, beispielhaft und immer wieder neu aufzuzeigen –, bildet eine dynamische Plattform, wie diese Buchreihe, dazu das beste Medium.

Der Tango bietet allein von seinen ureigenen Themen her, mit seiner etwa 140jährigen Geschichte und einer unglaublichen Diversivizierung in all dessen Bereichen, sowie nach zwei kräftigen Globalisierungswellen (zu Anfang und zum Ende des 20. Jahrhunderts), ein schier unendliches und grenzenloses Terrain.

Ließen sich, mathematisch betrachtet „Grenzenlos und Unendlich“ potenzieren, müsste dies in jedem Fall auf den Tango zutreffen, nicht nur wegen seiner immensen Entwicklungsfreudigkeit, sondern aufgrund seiner hohen Affinität, sich mit anderen Bereichen zu verbinden, ohne dabei von seiner eigenen Essenz zu verlieren.

Und um diese Essenz wird es ebenfalls in all den Büchern immer wieder aus den unterschiedlichsten menschlichen Wahrnehmungs-Perspektiven gehen. Diese Essenz ist eine einfach zu verstehende universale Dialog- und Beziehungs-Philosophie, die weit über den Tango hinausweist, in den Kosmos hinein ebenso wie in den innersten Kern unserer Existenz.

Vielleicht drückt sich im Tango der prometheische Funke schlechthin aus, der hoch inspirative Weltgeist, der nicht nur Menschen und Kulturen auf der Ebene dieser universalen Essenz verbindet, sondern auch die Natur- und Geistes-Wissenschaft mit sämtlichen Künsten und einer neuen Spiritualität, die das alles mit einbezieht.

Warum? Weil Tango einfach und genial ist. Es geht darin um die ewige Balance und Synthese, ein hoch bewegliches dynamisches Ausbalancieren und Verbinden, sämtlicher Pole, an erster Stelle von “Ich und Du”, Individuum und Gemeinschaft, Unabhängigkeit und Verbundenheit, Nähe und Distanz, Verschiedenartigkeit und Gemeinsamkeit, den Dionysischen wie auch dem Apollinischen”. Tango ist getanzte Beziehungs-Dialektik. Und Beziehung ist alles. Alles im Leben ist ein Beziehungsgeschehen.

Nur eine Buchreihe hält mit einer solchen Fülle und Dynamik mit. Denn sie gleicht einem Fluss, der – Band für Band, fließend – die globale Entwicklung des Tango und den Tango der globalisierenden Welt, mit seiner überbordenden Themenfülle, zu begleiten vermag.

Ralf Sartori

 

Unsere Tangobuch-Reihe mit dem Titel Tango Global und der ISSN 2363-8095

erschien im Dezember 2014 mit ihrem ersten Band (lokaler Schwerpunkt der ersten drei Bände: „Geschichte, Entwicklung und Gegenwart der Berliner Tango-Szene“) im Münchner Allitera Verlag. Herausgeber und Redakteur ist Ralf Sartori.

 

Eine ausführliche Vorstellung des ersten Bandes

sowie einen Ausblick auf die nächsten Bände finden Sie unter dem Link http://tango-a-la-carte.de/tango-buecher/tango-argentino-berlin-buch-trilogie

 

Bestellungen 

Das Buch kann im gesamten deutschsprachigen Raum regulär über den Buchhandel bezogen werden oder auch direkt beim Allitera-Verlag unter dem Link: http://www.allitera.de/Sartori,+Ralf+(Hg.)%3ATango+global_Allitera_978-3-86906-698-1_t.html.

 

Band 2 der Reihe Tango Global sowie der Tango Berlin Buchtrilogie stellen wir vor

unter dem Link http://tango-a-la-carte.de/tango-buecher/tango-argentino-berlin-buch-trilogie/tango-berlin-band-2. Das Buch erscheint im April 2016.

Das Vorwort dazu finden Sie unter dem Link http://tango-a-la-carte.de/tango-buecher/tangobuch-reihe/tango-berlin-prologe-band-2.

 

Band 3 der Reihe ist zugleich deren erster Themensonderband, eine Sammlung von Essays, zum Tango, von mir verfasst. Mehr darüber unter: http://tango-a-la-carte.de/tango-buecher/tango-global-buch-ausgaben/tango-global-sonderbaende.

 

Den 4. Band der Buchreihe und Band 3 der Tango Berlin Buchtrilogie präsentieren wir unter http://tango-a-la-carte.de/tango-buecher/tango-argentino-berlin-buch-trilogie/tango-berlin-band-3.

 

Band 5 ist zugleich der Zweite Themen-Sonderband der Reihe, mit dem Titel „Die Essays / Über den Tango, das Leben und den ganzen Rest“. Er enthält Ralf Sartoris Tango Essays von 2016 / 2017. Wir stellen das Buch vor unter: http://tango-a-la-carte.de/tango-buecher/tango-global-buch-ausgaben/tango-global-sonderbaende/tango-essays. Es erscheint noch vor Weihnachten, Anfang November 2017

 

Für die darauffolgenden Ausgaben dieser Buchreihe werden laufend Autoren-Beiträge gesucht

sowohl aus den professionellen Bereichen des Tango Argentino als auch von nicht professionellen Tango-TänzerInnen und -LiebhaberInnen, in Form von Essays, Aufsätzen, Reportagen, sonstigen Sach-Texten wie auch künstlerischen Beiträgen in Literatur, Photographie, Zeichnung und Malerei. Auch künstlerisch-ästhetisch besondere Tango-Fotos sind immer willkommen.

Bewerbungen bitte an die Redaktion unter Mail: nymphenspiegel@aol.com, oder Tel: 0049/(0)89/ 56 48 37 bzw. 0172/ 827 55 75.

 

Das Vorwort aus Band 1

Als Improvisationstanz enthält der Tango keine festgelegten Figuren- und Schrittfolgen, aber ein komplexes Repertoire an Grundtechniken, Schritt- und Bewegungs-Elemente, die bei jedem Tanz immer wieder neu kombiniert werden. Schönheit und besonderer Reiz liegen in seiner improvisierten offenen Natur, und die Inspiration nährt sich aus der spontanen Begegnung zweier Tanzender.

Tango Rioplatense, ein synonymer Begriff zu „Tango Argentino“, welcher die Mit-Urheberschaft Uruguays bzw. Montevideos an diesem Phänomen würdigt, hat sich in nur drei Jahrzehnten von Mitte der 1980er Jahre an quer durch alle Kulturkreise über den ganzen Globus verbreitet.

Auslöser dafür waren die Militär-Putsche in Argentinien, Uruguay und Chile Ende der 1970er Jahre, die dort viele Menschen vor allem nach Europa und in die USA ins Exil trieben und die dann in Rückbesinnung auf die eigenen Wurzeln nach und nach begonnen hatten, sich mit dem Tango zu beschäftigen, der in diesen Ländern, hauptsächlich den ersten beiden, fest zur kulturellen Identität gehört, insbesondere in den Städten.

Dabei hängen Tango und Emigration bzw. Exil, Vertreibung oder gar Verschleppung schon seit dessen Anfängen am Rio de la Plata Mitte des 19. Jahrhunderts untrennbar zusammen. Krisen, all die tiefgreifenden und einschneidenden Existenz-Erfahrungen wie Entwurzelung und Heimweh, aufgrund von Auswanderung und erheblichen gesellschaftlich-wirtschaftlichen Umwälzungen, Abschied und Aufbruch zu neuen Ufern, Hoffnung und Scheitern, Begegnung und Trennung, Einsamkeit und menschliche Bezogenheiten stehen nicht von Ungefähr im Zentrum des Themen-Kanons seiner Texte.

In der Frühzeit des Tango war diese Kultur stark von afrikanischen Einflüssen geprägt (Mitte des 19. Jahrhunderts hatte Buenos Aires einen schwarzafrikanischen Bevölkerungsanteil von mehr als 50 Prozent, der sich aus Nachfahren ehemaliger Sklaven zusammensetzte, wie der Pianist und Musik-Ethnologe Juan Carlos Caceres im Dokumentarfilm „Tango Negro, Les Racines africaines du Tango“ des Filmemachers Dom Pedro überzeugend darlegt.)

Waren es darauffolgend, im ausgehenden 19. – und beginnenden 20. Jahrhundert dann überwiegend europäische Emigranten, die versuchten, sich am Rio de la Plata anzusiedeln, aus deren Umfeld sich der Tango dort weiter veränderte und –entwickelte, fand jene Wanderungsbewegung nun, mehr als hundert Jahre später, genau in umgekehrter Richtung statt. Doch besagte Befindlichkeiten und Erfahrungen, denen der Tango bereits von Geburt an verbunden war, dürften, bei allen historischen, ethnischen und milieubedingten Unterschiedlichkeiten, durchaus allen Seiten gemeinsam gewesen sein. Ein weiterer Grund also, daß sich die politischen Flüchtlinge in den 1970er Jahren wieder dieser Kultur zuwanten, manche unter ihnen auch beruflich, wie Juan Dietrich Lange aus Montevideo, der den Tango als Tanz maßgeblich nach Berlin brachte.

Etwa zeitgleich zu dieser Entwicklung, Mitte der 1980er Jahre, berührte die weltweit gastierende Show „Tango Argentino“ mit ihrer Musik und dem Tanz eine enorme Zahl an Menschen in so profunder Weise, daß, auch durch sie mit angestoßen, das Interesse am Tango in Europa, Japan und den USA bis zum heutigen Zeitpunkt nicht mehr zum Erliegen kam.

Die Show war schon von Beginn an so erfolgreich, daß die Truppe sieben Jahre lang durch die ganze Welt tourte. Sie wurde 1983 in Paris von Claudio Segovia und Héctor Orezzoli für das Festival d’Automne produziert. Einige der renommiertesten Tangotänzer der damaligen Zeit, wie Juan Carlos Copes und Maria Nieves, Mayoral und Elsa Maria (von denen an späterer Stelle in den Beiträgen von Juan Dietrich Lange noch zu lesen sein wird), Gloria und Eduardo, Monica und Luciano, Nélida und Nelson, Norma und Luis Pereyra sowie Virulazo und Elvira gehörten zum Ensemble. Die Musik dazu spielte das Sextetto Mayor. Damit war zum ersten Mal seit dem Zweiten Weltkrieg wieder eine authentische, nicht folkloristische Tangoaufführung außerhalb Argentiniens zu erleben.

Als Nachfolgeprojekt in Europa startete die Show Tango Pasión mit den gleichen Musikern und mit ähnlichem Erfolg. In den USA entstand die Produktion Forever Tango von Luis Bravo. 1999 wurde Tango Argentino noch einmal für zwei Monate am Broadway gespielt und 2010 in Buenos Aires am Obelisk im Rahmen eines Festivals aufgeführt.

Doch brachten die meisten Tänzer dieser renommierten Nachfolge-Shows von „Tango Argentino“, Tango Pasión und Forever Tango zwar eine solide Ausbildung in den Bereichen der argentinischen Folklore mit, nicht jedoch im Tango als Tanz, obwohl sie diesen auf der Bühne präsentierten. Denn sie gehörten bereits einer anderen Generation an, von der die meisten zwar noch mit Tango aufgewachsen sind, den man aber eher mit den Eltern und Großeltern verbunden hatte und selbst nicht tanzte. Das änderte sich erst, als der Tango weltweit wieder an Popularität gewann und damit auch am Rio de la Plata eine Renaissance erfuhr.

Das so einmal geweckte Interesse an diesem Phänomen nimmt seitdem global mit steigender Tendenz zu. Nicht zuletzt, da der Tango sich über all die Zeit hinweg immer ungehindert ohne jede kapitalistische Einflußnahme aus dem Volk direkt entwickeln und lebendig weiter verändern konnte, als dessen ur-eigenes Ausdrucksmittel, welches das Lebensgefühl der jeweiligen Milieus von Anfang an unendlich nuancenreich widerspiegelte. Der Tango traf viele von uns in Europa tief im Kern, weil wir spürten, daß er echte Nahrung bietet, oft entbehrt, kein marketing-gestyltes Kunstprodukt. Und er ist Weltmusik im eigentlichen Sinne, da er bereits in seiner Wiege in den Armutsvierteln der Einwanderer ein Produkt globaler Kultur-Fusion war und bis in die Gegenwart hinein immer noch neue Einflüsse integriert. Er hat uns auch heute noch etwas zu sagen, weil wir uns davon, egal wo wir leben und in welcher Kultur wir verankert sind, aus unserem eigenen Hintergrund heraus angesprochen fühlen können, und das mit einer musikalischen, textlichen und tänzerischen Essenz, die universal ist. Denn der Tango rührt zutiefst in gefühlvoller und reflektierender Weise an die Grund-Themen des Lebens, so wie es große Literatur vermag und jede andere große Musik oder das Theater. Nur, daß er diese drei Bereich eint und sie in dieser Einheit auch noch mit dem Tanz verbindet, der ein offenes, also nicht festgeschriebenes autopoeitisches Kommunikationssystem darstellt, auf der Grundlage reiner Improvisation, im kreativen Spannungsfeld wechselnder Begegnungen, auch zwischen den Kulturen.

Kein Wunder also, daß er im Sturm die Menschen weltweit begeisterte und den Wunsch weckte, diesen immer weiter weckt, sich angesichts eines Gegenübers, in diesem unendlichen künstlerischen Terrain auszudrücken, sich selbst neu zu entdecken und zu verwirklichen, weit über den Tanz als solchen hinaus. Allein im deutschsprachigen Raum ist von Ende der 1980er Jahre an eine völlig unüberschaubare Zahl städtischer wie ländlicher Tango-Szenen entstanden.

Dabei ist zu beobachten, daß dieses massive Eindringen des Tango in die verschiedensten Milieus hinein, vor deren unterschiedlichen Interessens- und Bedürfnislagen, auch an dessen Gesamt-Kultur – in Musik, Tanz und in den Formen seiner festlichen Zusammenkünfte –, nicht spurlos vorübergegangen ist.

Und schon seit längerem läßt sich neben diesem für den Tango auch bereits in seiner Frühgeschichte typischen Prozeß der Verschmelzung mit anderen Kulturen, eine zunehmende Tendenz zum bewußten und gezielt gesteuerten experimentellen Fusionieren erkennen: einerseits mit anderen Kunstformen wie jenen des Tanzes, der Musik, der Literatur und Text-Dichtung, ganzheitlicher und umfassender Lebens-Philosophie, mit Bereichen der Bildenden Kunst, daher andererseits auch mit bisher eher tango-untypischen Medien, Szenen und Umfeldern. Zu nennen wären hier beispielsweise psycho-, kunst- und paartherapeutische Arbeit, soziale wie sozialtherapeutische Projekte etc.

Aus diesem Grund ist er längst auch Gegenstand wissenschaftlicher Forschung und Studien in den Bereichen Geschichte, Psychologie, Soziologie, Medizin und kulturübergreifender ethnologischer Forschung geworden.

Da sich das Phänomen „Tango“ stets in Bewegung und Veränderung durch Dialog und Austausch befindet, zwischen Menschen und Kulturen, mit weiteren Begegnungs- und Ausdrucksfeldern, stellt eine Buchreihe, die wie ein Fluß den Tango in seiner nach innen und außen geleiteten Bewegung von Band zu Band begleiten kann, das geeignetste Medium dar, um dessen Entwicklungen fortlaufend, weltweit und anhand ausgewählter Beispiele aufzuzeigen.

Dabei öffnen wir den lokalen Schwerpunktfächer vor allem über Europa, von wo aus wir thematische Tangenten zu anderen Kontinenten ziehen, mit besonderem Fokus auf das Mündungsgebiet des Rio de la Plata, mit Montevideo und Buenos Aires. Denn auch in seiner Ursprungsregion wirkt sich die weltweite Tangobegeisterung innerhalb der letzten dreißig Jahre, die seitdem Welle um Welle auf diese zurückwirkt, äußerst belebend und fruchtbar aus und hat viele neue Entwicklungen ebenso in der dortigen Tangokultur angestoßen.

Unseren Buchfluß haben wir nun als Reihe mit einem Umfang pro Ausgabe von etwa 200 Seiten angelegt, mit wechselnden Autorenbeiträgen maßgeblicher ProtagonistInnen der internationalen Tango-Szenen (Die lokalen und inhaltlichen Schwerpunkte fokussieren hierin erst einmal den deutschsprachigen Raum, Deutschland, Österreich und die Schweiz, da die Bände in deutscher Sprache erscheinen. Doch darüber hinaus werden wir regelmäßig, in einem eigens vorgesehenen Kapitel über die Verbreitung und Entwicklung des Tango im asiatischen Raum, mit Schwerpunkt China, berichten.). Alljährlich soll unter diesem Titel eine weitere Ausgabe erscheinen. Umrahmt werden die darin enthaltenen Fachbeiträge durch Essays und persönliche Betrachtungen, subjektiv-literarische Texte in Lyrik und Prosa, die das individuelle Tango-Empfinden von Tänzerinnen und Tänzern aus den verschiedensten Kulturen, auch nach geschlechts- und rollenspezifischen Unterschieden einander gegenübergestellt, spiegeln –, künstlerische und illustrative Photographien sowie Zeichnungen, Holzschnitte, etc.

Ralf Sartori

 

Noch einmal zu den inhaltlichen Aspekten der Tango-Buchreihe

  • Geschichtliche Epochen, Wesen und Philosophie des Tango
  • Interessante Gegenwarts-Entwicklungen an den Ursprungsorten des Tango Montevideo und Buenos Aires
  • Tanztechnisches
  • Tanz-Pioniere und weitere innovative Persönlichkeiten
  • Tango-Musik, -SängerInnen, -Musiker-, -Orchester und –KomponistInnen
  • Tango-Festivals
  • Tango in der Bildenden Kunst, in Film und Theater
  • Die Queer-Tango Bewegung
  • Tango und Gender / Geschlechter-Rollen und -Identität (Mehr dazu unter dem Link http://tango-a-la-carte.de/tango-buecher/tangobuch-reihe/tango-und-gender)
  • Anthologische Themenlinie zum typisch männlichen und typisch weiblichen Tango-Empfinden / zeitgenössische Texte in Lyrik, Roman, Erzählung, Essay, sowie neue Musiktexte (Mehr dazu unter dem Link http://tango-a-la-carte.de/tango-buecher/tangobuch-reihe/literatur-perspektive-maennlich-weiblich)
  • Tango in Tanz-, Paar- und Psycho-Therapie
  • Tango in der Sozialtherapeutischen Arbeit
  • Tango in der/bzw. als Körperarbeit
  • Non bzw. Neo Tango

Um hier nur die Haupt-Themengebiete zu nennen.

 

Eine weitere Publikations-Möglichkeit, neben den Ausgaben unserer Buchreihe

stellt der sie begleitende Tango-Blog dar. Mehr dazu unter http://tango-a-la-carte.de/tango-buecher/tango-blog-muenchen-berlin-hamburg.

 

 

Aus einem argentinisch-deutschen Blickwinkel, Vorwort zur Herausgabe eines meiner früheren Tangobücher,

in dem sich zeigt, wie umfassend Tango künstlerisch gelebt werden kann und mit welcher Universalität er in alle Lebensbereiche hineinwirken kann.

Vorwort von Maximiliano Gregorio-Cernadas, Leiter der Kulturabteilung, Botschaft der Republik Argentinien, für mein Buch “Tango in München”.

Ich möchte diesen Beitrag damit beginnen, für die liebenswürdige Einladung durch den angesehenen Förderer des Tango’ in Deutschland, Herrn Ralf Sartori, zu danken, ein Vorwort für sein neues Buch zu schreiben (für das Buch “Tango in München…”.
Da ich in Kürze endgültig nach Argentinien zurückkehren werde, habe ich dieses Angebot sehr dankbar, stolz und bewegt angenommen. Denn während meiner langjährigen Erfahrungen als Botschaftsrat für Kultur der argentinischen Botschaft von 1999-2006, zunächst in Bonn und später in Berlin, hatte ich das Glück, Zeuge und Protagonist des außergewöhnlichen Aufschwungs des argentinischen Tango in Deutschland zu sein: Festivals, Konzerte, Milongas, Schulen, Kunstausstellungen, Vereinigungen, Filme, Boutiquen, Schuhgeschäfte, Bars, Veröffentlichungen und viele Aktivitäten mehr in Verbindung mit Tango haben sich in diesen Jahren unablässig und überall im Land vermehrt, viele davon durch die aktive Mitwirkung der Kulturabteilung der argentinischen Botschaft.
Der argentinische Tango überschreitet im Gegensatz zu anderen musikalischen Genres weit die Kategorien „Musik“ oder „Tanz“ und erstreckt sich auch auf den Gesang, die Literatur, den Bau besonderer Instrumente, entsprechende Kleidung, die bildende Kunst (zum Beispiel „el fileteado“). Nicht zu vergessen sind auch – neben vielen anderen Aspekten – die unverwechselbare Ästhetik, die Form der Verarbeitung menschlicher Beziehungen und die existentielle Philosophie. Werden diese in ihrer Gesamtheit und mit Leidenschaft umgesetzt, können sie sich zu einer wahren Lebensform entwickeln.
Für jemanden wie mich, der in einem Tango-Viertel schlechthin wie Balvanera geboren ist und als Kind den Tango als etwas Tagtägliches und Typisches, unlösbar verbunden mit Straßenecken, Emotionen und bewegenden, mitunter dramatischen Erzählungen meiner Vorfahren zur Zeit der Entstehung des Genres, erlebt hat, ist das Bewußtsein über das existentielle und allumfassende Wesen des argentinischen Tango’ eine a posteriori gemachte Feststellung.
In der Tat hat mich die Notwendigkeit, den Deutschen in mehreren Artikeln und Büchern das Phänomen Tango verständlich zu machen und zu erklären, dazu veranlaßt, über etwas nachzudenken, was ich für selbstverständlich hielt. In diesem Zusammenhang habe ich mich gefragt, welche und wie viele meiner eigenen Lebenserfahrungen in Bezug auf den Tango meinen deutschen Tango-Freunden vermittelt werden können.
Wenn man beobachtet, mit welcher Überzeugung und Leidenschaft der Tango in Deutschland gepflegt wird, scheint es für die Ausdehnung des Genres keine Grenzen zu geben. Trotzdem gibt es meiner Meinung nach weiter eine noch nicht überwundene Grenze und einen unermeßlichen Erfahrungsschatz in den tiefsten und geistigen Dimensionen der Tangowelt.
Wie bereits gesagt, beschränkt sich der Tango nicht auf die Bewegung der Füße und auf das Tragen der entsprechenden Schuhe. Das ist lediglich sein sichtbares und erkennbares Bild. Beim Tango gibt es weit mehr als das. Ich glaube, daß das effektivste Mittel für den Zugang zu einer breiteren Tango-Dimension die Schriftsprache, insbesondere die spanische, ist. Sie ist der Schlüssel zur Welt der Poesie, die sich in den Texten der Lieder verbirgt, die meiner Meinung nach die vollendete Seele des Tango’ sind.
Ich schlage daher vor, „auch mit dem Kopf zu tanzen“, durch das Lesen und das Verständnis der emotionalen gesungenen Texte und jener, die seine Ursprünge behandeln, der hervorragenden, mit dem Genre verbundenen Literatur und – was nicht weniger wichtig ist – durch den tiefen Dialog mit anderen Tango-Freunden.
Ich bin überzeugt, daß die Deutschen mit ihrer bewährten Analyse- und Hingabefähigkeit ein ideales Volk sind, um dieses Werk der geistigen Vertiefung beim Tango in Angriff zu nehmen. Aus diesen Gründen ist die Veröffentlichung eines jeden neuen Buches, wie dem von Ralf Sartori, lobenswert, vielversprechend und eine hervorragende Gelegenheit, den Tango wieder aus einer anderen Perspektive zu beleuchten.

Berlin, im Oktober 2006, Maximiliano Gregorio-Cernadas, Leiter der Kulturabteilung, Botschaft der Republik Argentinien

 

 

Grußwort zu Band 1 der Tangobuch-Reihe über den Tango in Berlin, insbesondere dessen Anfangs- und Pionierzeit

von S. E. Daniel Adán Dziewezo Polski, Botschafter der Argentinischen Republik in Deutschland

Als Botschafter der Argentinischen Republik in Deutschland freue ich mich über die Möglichkeit, ein Vorwort zu diesem Buch über den Tango in Berlin von dem Schriftsteller, Tänzer und Tangolehrer Ralf Sartori, einem der Pioniere der Tangoszene in Deutschland und Autor zahlreicher Publikationen über unsere Stadtmusik, schreiben zu dürfen.

Diese neue Veröffentlichung konzentriert sich auf die Geschichte, die Entwicklung und die Gegenwart des Tangolebens in Berlin, das mit seinen mehr als 20 Milongas als zweite Tangohauptstadt nach Buenos Aires angesehen wird.

Dies wird der erste Band einer Trilogie zu diesem Thema sein, innerhalb der ersten Tango-Buchreihe in deutscher Sprache.

Meiner Meinung nach war es Enrique Santos Discépolo, einer der großen Komponisten unserer Volksmusik, der in wenigen Worten exakt den Tango definierte: „…ein trauriger Gedanke, den man tanzen kann.“

Wir Argentinier sind stolz, wenn vom Tango gesprochen wird. Dieses Phänomen aus der Hafenvorstadt, das städtisch und dann in die Welt projiziert wurde, ist heute eine unserer besten Visitenkarten.

Es ist eine Musik, die für die Gelehrten in ihren Anfängen eine Mischung aus einheimischen und ausländischen Rhythmen war: die Choreographie der Milonga, der Rhythmus des Candombe und die Kraft der Habanera.

Als Volksmusik par excellence spricht der Tango von der Liebe, der Einsamkeit, dem Tod, der Lüge, dem Liebesbetrug, aber auch von der Hoffnung.

Der Tango war auch Anlaß für die Verbindung zwischen unseren beiden größten Schriftstellern, Jorge Luis Borges und Ernesto Sábato. Einmal schrieb Sábato an Borges:   “…Ihre Verse halfen mir, melancholische Schönheiten von Buenos Aires zu entdecken: in alten Straßen der Stadtviertel, an Gittern und Zisternen, bis hin zum einfachen Zauber, der nachmittags bei irgendeinem Rinnsal außerhalb auszumachen ist…“

Die Stimme des Bandoneons vermischt sich heute mit elektronischen Klängen, ohne seine Eigenart zu verlieren, durch die es unsere Grenzen überschreiten und nach Europa, und dann in die übrige Welt gelangen konnte.

Vielleicht ist es das, was es möglich macht, daß der Tango nichts an Aktualität verliert und dazu führt, daß in Deutschland nicht nur die Milongas, sondern auch die Konzerte, die Festivals, die Kunstausstellungen und die Filme über Tango zunehmen, viele davon mit Unterstützung der argentinischen Botschaft.

Für den Dichter Horacio Ferrer ist der Tango: “…eine Kultur innerhalb der Kultur des Rio de la Plata: Es ist eine Kultur in sich selbst und eine Kultur sehr des 20. Jahrhunderts mit ihrem Universum, ihren Milieus, ihren Codes, ihrer Körpersprache, ihrer Kleidung, ihren Gesten, ihrer Sprache, ihrem Vokabularium, ihren Themen, ihren Künsten, ihrem Ritual und ihrer Geschichte”.

Ich begrüße mit Freude diese neue Veröffentlichung von Ralf Sartori, dem ich danke und meinen Glückwunsch zu seiner Arbeit ausspreche, die sicher dazu führen wird, daß weitere Deutsche sich den Tausenden Tangobegeisterten mit ebenso viel Leidenschaft anschließen.

S. E. Daniel Adán Dziewezo Polski, Botschafter der Argentinischen Republik in Deutschland, 2014

 

 

Ralf Sartori ist auch Autor mehrerer Tangobücher:

 

Literatur-Empfehlungen

Sein neuestes Tangobuch finden Sie (mit Bestellmöglichkeit) unter dem Link: http://tango-a-la-carte.de/tango-buecher/tango-argentino-literatur-tango-buch-neuerscheinung. Mehr über seine weitere Tango-Literatur unter www.tango-a-la-carte.de/tango-buecher

 

 

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