Tango Tanzprojekt

Tango Argentino für sozial-therapeutische Arbeitskontexte im ambulanten und stationären Bereich wie Kur- und Reha-Kliniken, Einrichtungen für blinde und sehbehinderte Menschen sowie in Altenheimen, Senioren-Residenzen und -Wohnprojekten

 

Die Projekt-Reihe Tango in der Sozialen Arbeit

2013 entwickelte Ralf Sartori mit der Dipl. Sozialpädagogin und passionierten Tangotänzerin Martina Schrötter die Projektereihe „Tango in der Sozialen Arbeit“. Diese umfasst derzeit folgende drei Bereiche, in denen das Team von interessierten Einrichtungen gebucht werden kann.

Detaillierte Auskünfte und Kontakt unter Mail: nymphenspiegel@aol.com,Tel: 089/ 56 48 37 oder 0172/ 827 55 75.

 

Tango für blinde und sehbehinderte Menschen

Tango ist ein eigenschöpferisch-sinnlicher Tanz, dessen Zentralkategorie das Spüren, weniger das Sehen ist. In ihm drückt sich ein Lebensgefühl aus, das mehr auf innerer Haltung als auf nur sichtbaren Ereignissen beruht. In tastender Weise werden die Schritte geführt, alle Bewegungen und Figuren frei improvisiert. Das Projekt eröffnet Blinden, neben der Freude am Paartanz, erweiterte Entfaltungs- und Kompetenzspielräume, die als Bewältigungsstrategien in den Alltag übertragen werden können. Auf ästhetisch-sinnliche Art werden Bewegungs-, Ausdrucks- und Kommunikationsfähigkeiten geschult, sowie  Orientierungs-  und Gleichgewichtssinn. Die Gewohnheit, sich tastend und lauschend in einer Welt der Dunkelheit zu bewegen, gereicht Blinden und Sehbehinderten beim Tangotanzen sogar zum Vorteil.

Dies ist ein offenes Tango-Unterrichtsangebot, jeder kann an den entsprechenden Kursen und -Workshops für Blinde und Sehbehinderte teilnehmen. Die aktuellen Termine finden sich unter dem Link http://tango-a-la-carte.de/tango-tanzprojekte/tango-blinde-sehbehinderte-muenchen-bayern.

 

Tango im Kur- und Reha-Bereich

Tango besitzt ganzheitliche und kontemplative Qualitäten, regt auf sanfte aber kräftigende Art Herz- und Kreislauf an. Er wirkt in vielen Fällen blutdrucksenkend und vereint zahlreiche positive Effekte für Haltung, Wirbelsäule, das gesamte Skelett-Muskulatur-System, stärkt die kommunikativen Fähigkeiten sowie das Selbstbewußtsein. Kursbegleitend arbeiten wir an der Lockerung von Muskel-Blockaden und der Harmonisierung des Körper-Tonus´ und daran, unnötigen Reibungs- sowie Kraftaufwand zu unterlassen. Damit vermeiden wir physische Belastungs-Spitzen. Bei „Burn-out-Patienten“ wirkt er antidepressiv und facht spielerisch das Lebensfeuer neu an. Dabei schafft die intensive Nähe im Tanz ein hohes Maß an Begegnung und Kontakt, wirkt seelisch stimulierend, anregend auf Stimmung, Gemüt und Motivation. Tangotanzen ist zwar keine Therapie im engeren Sinne, kann jedoch als Hilfe zur Selbsthilfe genutzt werden, mit Stress- und Belastungssituationen anders umzugehen und sich zu entspannen.

 

Tango für ältere Menschen in sog Senioren-Einrichtungen

Tango ist ein transgenerationaler Paartanz, der bis ins hohe Alter und trotz gesundheitlicher Einschränkungen auf spielerische Art und Weise erlernt werden kann, da hier weder Schnelligkeit noch akrobatische Figuren eine Rolle spielen, sondern ein ruhiger Bewegungsfluss im gemeinsamen Gehen die Ausgangsbasis dieses Tanzes bildet. Er ist durch seine stilistisch-rhythmische Offenheit und seiner bewegungsphysiologisch günstige Grundstruktur für Senioren aller Altersstufen geeignet, die ihre geistig-körperliche Beweglichkeit im Alltag sanft trainieren, erhalten und/ oder erweitern wollen. Neben dem Spaß am Tanzen, trägt das Erlernen neuer Bewegungsstrukturen ganz wesentlich zur Steigerung der Lebensfreude, Lebensenergie und Selbstentfaltung bei. Tango fördert und fordert auf ganzheitliche Art und Weise „Kopf-Herz und Hand und macht insbesondere älteren Menschen Mut, sich auf neue Herausforderungen einzulassen und längst verloren geglaubte Potentiale wieder neu zu beleben oder zu entdecken. Neben überschäumender Lebensfreude, thematisierte der Tango seit jeher auch Emotionen wie Einsamkeit, Schmerz, Selbstwert- und Identitätskrisen. Abschiede gehören zum Leben wie Geburt und Neubeginn. Abschiede von Lebensabschnitten, von Möglichkeiten, von Menschen und von Dingen. Besonders im fortgeschrittenen Lebensalter stehen potenziell kritische Abschiedsereignisse wie Verrentung, Umzug, Verwitwung oder schwere Krankheiten und auch der eigene Tod an. Dabei kann das bewusste Erleben belastender Emotionen helfen, innere und äußere Spannungen abzubauen, notwendige Entwicklungsschritte zu tun, um Veränderungen im Lebensumfeld auch positive Seiten abgewinnen zu können. Abschiede von ungeliebten Handlungsschemata, hindernden Verhaltensroutinen oder einschränkenden Sichtweisen sind in jeder Phase des Lebens, auch im Alter, hilfreich und sinnvoll. Kulturelle Aktivitäten und ästhetisch-kreative Bildung sind insbesondere für ältere Menschen ein zentraler Schlüssel zu sozialer Teilhabe, zu einem Mehr an Lebensqualität und sinnerfüllter Zeit. Hierzu bietet gerade das Tangotanzen vielfältige Ausdrucksmöglichkeiten, die im tänzerischen Dialog nicht nur neue Bewegungs-Potenziale spielerisch erforschen, sondern auch neue Begegnungsmöglichkeiten eröffnen, die Freude am Neuentdecken entfachen, aber auch Platz schaffen für Trauer um Verlorenes und Ungelebtes, für das Erleben von Nähe und Distanz, von Geborgenheit und Autonomie, Bewegung und Ruhe, Schwächen und Stärken, Mutlosigkeit und Sehnsucht…

Trotz aller Einschränkungen, die das Altern mit sich bringt, regt das Tangotanzen dazu an, nach den verbliebenen Möglichkeiten zu fragen, denn auch im hohen Alter ist Entwicklung und Entfaltung nicht nur möglich, sondern ein universelles menschliches Grundbedürfnis nach Lebendigkeit. Die Beschäftigung mit kreativ-ästhetischen Medien ist von essenzieller Bedeutung, wenn es darum geht, dem Leben nicht nur Jahre –, sondern den Jahren mehr Leben zu geben.

 

 

Tango Literatur Empfehlungen

Ralf Sartori ist Tangolehrer seit 1992 und Autor von fünf Tangobüchern.

Sein neu erschienenes Tangobuch finden Sie (mit Bestellmöglichkeit) unter dem Link: http://tango-a-la-carte.de/tango-buecher/tango-argentino-literatur-tango-buch-neuerscheinung.

Mehr über seine sonstige Tango-Literatur unter www.tango-a-la-carte.de/tango-buecher

 

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